Ein antikes Schachspiel aus Holz.
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Lachen

Reingelegt! Die Schach- und Weizenkornlegende

Der Legende nach soll das Schachspiel in Indien entstanden sein, weil das Volk hungerte.

Autor: Reader's Digest Book

Der weise Brahmane Sissa wollte dem indischen Tyrannen Shihram zeigen, dass sein Volk hungerte. Er erfand ein Spiel, in dem der König zwar die wichtigste Figur, jedoch ohne die anderen und besonders ohne die Hilfe der Bauern machtlos ist: Schach. Den Herrscher beeindruckte das Spiel, er liess es im ganzen Land verbreiten und gewährte dem Erfinder einen Wunsch.
Deiser erbat sich für jedes Schachfeld Weizenkörner: Für das erste Feld ein, für das zweite zwei, für das dritte wieder das Doppelte und so weiter. Shihram lachte und sagte zu. Er bedachte jedoch nicht, dass er eine Summe von 18 Trillionen Weizenkörnern aufbringen muste! Denn aus allen Feldern eines Schachbretts zusammen wären es 264-1 oder 18.446.744.073.709.551.615 (≈ 18,45 Trillionen) Weizenkörner.

Einige Tage nach dem Vorfall fragte Shihram nach, ob Sissa seine Belohnung schon in Empfang genommen habe. Nach mehreren Tagen ununterbrochener Arbeit teilten ihm sein Rechenmeister und der Vorsteher seiner Kornkammer mit, dass sie diese Menge Weizenkörner im ganzen Reich nicht aufbringen könnten. Und wer solle all diese Körner zählen? Der Rechenmeister schlug daraufhin vor, Sissa solle die Körner zählen, um seinem Herrscher aus der Verlegenheit herauszuhelfen.

Ob und wieviele Körner Sissa erhalten hat, ist nicht überliefert. Es gibt für die Legende in der indischen Überlieferung auch keinen Beleg. Vermutlich stammt sie aus dem arabischen Raum. In anderen Versionen wird auch erzählt, es habe sich um Reis- statt um Weizenkörnern gehandelt, die sich Sissa erbat.

 


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