Anzeige

Ein Mann mit einer Papiertüte auf dem Kopf sitzt im Büro. Auf die Tüte ist ein lachendes Gesicht gemalt.
© istockfoto.com / mediaphotos
Aus der
aktuellen
Ausgabe

Familie & Leben

April, April - warum wir den Aprilscherz lieben

Die Menschheit treibt seit Jahrhunderten Schabernack, und das nicht nur am 1. April.

Ausgabe: April 2021 Autor: Brandon Specktor und Reader's Diegst- Redaktion

Rund um den Globus spielen wir am 1. April unseren Mitmenschen Streiche. Aber niemand weiss mit Gewissheit, wie es begann. Ein Vorgänger könnte das Frühlingsfest Hilaria (fröhlich, heiter) der alten Römer sein, das im März begangen wurde. Bei Umzügen zu diesem Fest trugen die Menschen Masken, Bürgeriche machten sich verkleidet über die vornehme Gesellschaft lustig. Inwieweit Ähnlichkeiten zum heutigen 1. April Zufall sind, vermag niemand zu sagen, da die ältesten schriftlichen Aufzeichnungen erst viele Hundert Jahre später erfolgten. In Grossbritannien wurden Aprilscherze erstmals 1686 erwähnt, damals beschrieb der Biograf John Aubrey den ersten April als „Feiertag der Narren“.
Im späten 17. Jahrhundert gab es in Europa den weitverbreiteten Brauch, unschuldige Mitmenschen „in den April zu schicken“. Am 1. April 1698 strömten viele Menschen zum Londoner Tower, um bei der „Waschung der Löwen“ dabei zu sein. Am nächsten Tag machte sich eine Lokalzeitung über all jene lustig, die auf diesen Streich hereingefallen waren. Zweieinhalb Jahrhunderte später neckte die BBC am 1. April 1957 ihr Publikum mit einem Bericht über die Spaghetti-Ernte im Schweizer Tessin. Auch wenn wir den Ursprung der Aprilscherze nicht genau kennen, wissen wir doch, dass sie den Witzbold im Menschen ansprechen. Insofern müssen wir uns um den Fortbestand des Aprilscherzes wohl keine Sorgen machen.

 

Die besten Aprilscherze der Welt

 

15. Jahrhundert: Der spukende Apfel

Thomas Betson war Bibliothekar der Abtei Syon in Middlesex, Grossbritannien – und offenbar ein Mönch, der gern Spass auf Kosten anderer hatte. Einer der ältesten überlieferten Streiche geht auf ihn zurück. Er hatte einen Apfel ausgehöhlt und versteckte einen lebenden Käfer darin. Dann redete er den anderen Mönchen ein, dass der Apfel, der sich da auf so rätselhafte Weise bewegte, besessen sei.

 

1835: Leben auf dem Mond

Einer der ersten grossen Streiche, den die Medien ihrem Publikum spielten, dürfte der „grosse Mond­schwindel“ gewesen sein. Die New York Sun veröffentlichte einen Artikel, wonach ein Astronom Leben auf dem Mond entdeckt habe. In den folgenden Wochen erschienen weitere Artikel zu dem Thema, und die Vereinigten Staaten packte das Mondfieber.

 

1938: Invasion Ausserirdischer

in H. G. Wells’ Zukunftsroman Krieg der Welten aus dem Jahr 1897 ging es um die Landung von Marsmenschen in Grossbritannien. Orson Welles bear-

beitete die Geschichte zu einem Radio-Hörspiel, in dem Ausserirdische die Welt angreifen. Obwohl der Streich nicht so viele Menschen hinters Licht führte wie immer behauptet, wurde er weltberühmt. Dass Millionen Menschen in Panik ihre Häuser verlassen hätten, war stark übertrieben.

 

1959: Unanständige Tiere

Der US-amerikanische Unterhalter Alan Abel dachte sich eine Kampagne aus, die dazu aufrief, dass Tiere Kleidung tragen sollten. Dazu erfand er die Gesellschaft gegen die Schamlosigkeit nackter Tiere (die englische Abkürzung SINA hört sich an wie sinner „Sünder“). Der Präsident der Gesellschaft hiess G. Clifford Prout. Ihr Slogan lautete „Ein nacktes Pferd ist ein unanständiges Pferd“. 50 000 Bürger unterzeichneten die Petition. Dann wurde bekannt, dass Prout niemand anderes war als der Komiker und Schauspieler Buck Henry.

 

1978: Frostige Überraschung

Die Einwohner von Sydney staunten nicht schlecht, als im Hafen der australischen Metropole am 1. April ein Eisberg trieb. Der Elektronik-Unternehmer Dick Smith erklärte, er habe den Eisberg aus der Antarktis heranschleppen lassen, und die australische Marine habe ihre Hilfe beim Vertäuen angeboten. Als es zu regnen anfing, zeigte sich aber, was sich dahinter verbarg – ein Frachtkahn, der mithilfe von weissen Planen, Rasier- und Löschschaum in einen Eisberg verwandelt worden war.

 

1980: Zeitenwandel

Der World Service der BBC meldete, dass die vier Zifferblätter des Big Ben gegen eine Digitalanzeige ausgetauscht würden und die ersten vier Anrufer die Uhrzeiger erhielten. Obwohl die meisten Zuhörer schockiert und aufgebracht reagierten, meldete sich ein japanischer Matrose, um sich den Preis zu sichern.

 

1997: Tödliche Chemikalie?

Die chemische Verbindung Dihydrogenmonoxid (DHMO) sei „farblos, geruchlos und töte jedes Jahr Tausende Menschen, die sie versehentlich einatmen“, hiess es in einer E-Mail, in der ein Verbot gefordert wurde. Doch damit nicht genug: DHMO sei ein wichtiger Bestandteil des sauren Regens und komme in jedem Gewässer vor. Zum Glück klärte sich das Problem schnell: Dihydrogenmonoxid ist der nur selten verwendete chemische Name für Wasser.

 

1998: Seitenverkehrt

Die Fastfoodkette Burger King kündigte den Whopper für Linkshänder an. Die Zutaten seien identisch, würden aber zum herkömmlichen Whopper um 180 Grad gedreht, damit der Burger Linkshändern besser in der Hand liege.

 

2007: So ein Sch …

Google stellte „TiSP“ vor, den Toilet Internet Service Provider, einen Highspeed-Internetzugang über die heimische Toilette. Dazu spüle man ein Ende eines Glasfaserkabels die Toilette hinab. Eine Stunde später kämen Klempner und Techniker, um das Kabel mit dem Internet zu verbinden. In vielen Chatrooms wurde daraufhin die Frage gestellt: „Kann das wirklich wahr sein?“

 

 


Mehr zu diesem Thema

Aus der
aktuellen
Ausgabe

Familie & Leben

Aprilscherze sind eine heikle Sache, wenn man Kinder hat.

...mehr
Aus der
aktuellen
Ausgabe

Witze

Mögen Sie Aprilscherze? Dann freuen Sie auf die besten Aprilscherze aus ganz Europa von Spaghetti-Bäumen, E-Mail-Porto und französischen Pandas
...mehr
Aus der
aktuellen
Ausgabe

Lachen

Von leuchtendem Popcorn, vertikalen Badewannen und digitalen Nachrichtensprechern...

...mehr

 

RD Abbinder
RD Abbinder
RD Abbinder

Reader’s Digest Schweiz: Das Beste AG - Postfach 8086 Zürich