Sicher mit dem Handy im Internet online gehen
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Sicher mit dem Handy im Internet online gehen

Längst nutzen wir das Internet nicht mehr nur zu Hause. Mit Smartphone und Notebook ist man heute nahezu überall online. Wie sicher surfen Sie?

Ausgabe: Januar 2018 Autor: Reinhard Otter

In den eigenen vier Wänden ist man sicher – zumindest, was die Nutzung des Internets angeht. Wer seinen Router und das zugehörige WLAN-Funknetz mit sicheren Passwörtern schützt, der muss kaum befürchten, dass Hacker Zugriff auf Computer und Smartphone haben.

Auch unterwegs sicher surfen - die richtige Einstellung wählen

Etwas anders sieht das beim Surfen unterwegs aus. Öffentliche WLAN-Hotspots, betrieben von der Kommune oder dem Restaurant, in dem Sie gerade speisen, haben meist ein Passwort für alle Nutzer oder sind frei zugänglich. Das bedeutet, jedes Smartphone, Tablet und Notebook, das sich in dieses WLAN einwählt, ist darin zu erkennen. Wer sein Gerät so konfiguriert hat, dass es daheim beispielsweise über ein Netzwerk mit anderen Geräten Daten austauscht, ist nun angreifbar. Deshalb sollten Sie unterwegs Netzwerk-Freigaben und -Dateizugriffe abschalten. Sie finden diese unter den Menüpunkten „Systemsteuerung“, „Einstellung“ oder „Systemeinstellung“.
Denken Sie daran: In offenen WLAN­Netzwerken ist auch der Datenverkehr nicht speziell gesichert. Suchanfragen auf Internetseiten oder E-Mails können Hacker mit wenig Aufwand mitlesen. „E-Mails mit sensiblen Daten, wie etwa Bankverbindungen oder Kreditkartennummern, sollte man in solchen öffentlichen Netzen nie verschicken“, rät Hannes Rügheimer, Mobilfunk-Experte bei der Fachzeitschrift connect.

Sicheres Onlinebanking oder Onlineshopping in öffentlichen Netzen

Onlinebanking oder -shopping können Sie in öffentlichen WLAN-Netzwerken nutzen, wenn Sie ein paar wichtige Punkte beachten. So muss die Verbindung zur Bank oder dem Onlinehändler mit einer „Transportverschlüsselung“ gesichert sein – erkennbar am Schloss-Symbol in der Adresszeile des Browsers. Darauf weist das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) hin. Die Adresse selbst beginnt dann mit dem Kürzel „https“. Wichtig: Auch die Anmeldeseite, auf der Sie Benutzernamen und Zugangscode eingeben, muss verschlüsselt sein. Beim Onlinebanking in einem offenen WLAN empfiehlt das BSI außerdem, dass Sie Ihr Bankgeschäft auf einem Gerät tätigen, fürs Übertragen der Transaktionsnummer (TAN) aber ein anderes nutzen.

Via Mobilfunkanbieter surfen ist sicherer als öffentliche Netze

Übrigens: Über Ihren Mobilfunkanbieter surfen Sie unterwegs zwar teurer als per öffentlichem WLAN, dafür aber sicherer. „In den mobilen Datennetzen besteht eine isolierte Verbindung vom Smartphone zur Mobilfunk-Basisstation“, erklärt Hannes Rügheimer. Auch für das BSI „ist das Mobilfunknetz einem öffentlichen WLAN in Sachen Sicherheit vorzuziehen.“

Sicher Kurznachrichten versenden

Unter Sicherheitsgesichtspunkten können Sie Messenger wie WhatsApp oder iMessage bedenkenlos nutzen. Marktführer WhatsApp und die meisten anderen Anbieter verschlüsseln Nachrichten und Dateien zwischen Absender und Empfänger, sodass kein unbefugter Dritter mitlesen kann. Allerdings können die Anbieter der Dienste die Inhalte der Nachrichten sehen und analysieren. SMS-Kurznachrichten dagegen haben laut BSI grundsätzlich keinen ausreichenden Schutz gegen illegales Mitverfolgen.

VPN-Datentunnel nutzen

Wer viel unterwegs surft und nicht nur gelegentliche Mitteilungen, sondern größere Mengen vertrauliche Daten überträgt, der kann seinen Datenverkehr mit einem virtuellen Privaten Netzwerk (VPN) verschlüsseln. Dabei werden alle Daten vor dem Senden verschlüsselt und durch eine Art Datentunnel an den Server eines entsprechenden Dienstleisters geschickt. Für Privatnutzer gibt es eine Reihe zuverlässiger VPN-Anbieter wie Hotspot Shield oder TunnelBear. Kostenlose VPNs sind meist in der Geschwindigkeit oder Datenmenge begrenzt, unbegrenzte Dienste kosten rund fünf bis zehn Euro pro Monat.

Sicherheitslücken einfach schließen

Auch wenn sie vielen lästig sind: Updates tragen zur Sicherheit bei, da sie Fehler und Schwachstellen in Smartphones, Tablets & Co. beheben. Laut BSI wurde beispielsweise kürzlich eine Sicherheitslücke namens „Blueburn“ bekannt. Sie erlaubte es Hackern, per Bluetooth-Funkschnittstelle die Kontrolle über Geräte zu übernehmen. Die Gerätehersteller stellten umgehend Software-Updates bereit, die diese Einfallschneise schlossen. Daraus folgt für Experte Hannes Rügheimer zweierlei: „Aktivieren Sie unterwegs immer nur die Schnittstellen, die Sie gerade wirklich nutzen. Und halten Sie Apps wie auch das Betriebssystem Ihrer Geräte stets auf dem neuesten Stand.“ 


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