Eine Familie winkt in die Kamera des Laptops. Sie telefoniert via Skype mit Freuden.
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Familie & Leben

Video-Telefonieren via Internet: so geht's

Die Familie beim Telefonieren sehen, ins Konzert oder Museum gehen, ohne das Haus zu verlassen? Digitale Kommunikation macht’s möglich!

Ausgabe: Juni 2020 Autor: Reinhard Otter

Not macht erfinderisch. Viele Menschen entdeckten während der Corona-Pandemie für sie bislang ungeahnte Möglichkeiten der Kommunikation und Unterhaltung, wie das Familientreffen per Videokonferenz. Die Werkzeuge dafür sind heute in den meisten Haushalten verfügbar. Über Ihr Smartphone oder Ihren Tablet-PC etwa können Sie Videotelefonate mit einer oder mehreren Personen führen. Die Verbindungen laufen über das Internet, zusätzliche Kosten fallen für Sie nicht an. Aus der häuslichen Quarantäne stimmte sich selbst Angela Merkel zu Beginn der Corona-Zeiten per Videokonferenz über wichtige politische Entscheidungen mit den anderen EU-Regierungschefs und ihrem Kabinett ab!

Alles, was Sie zur Videotelefonie benötigen, ist ein geeignetes Programm: FaceTime von Apple etwa ist auf den Geräten des Herstellers, wie iPad und iPhone, vorinstalliert. Für die Nutzer von Windows-Computern oder Smartphones mit Android-Software bietet sich Skype von Microsoft an – das sich auch auf Geräte von Apple aufspielen lässt. Sie bekommen es kostenfrei auf der Skype-Website (skype.com). Wichtig: Diejenigen, mit denen Sie kommunizieren möchten, müssen dasselbe Programm nutzen. Lassen Sie sich unbedingt auch die Benutzernamen von Freunden und Verwandten geben. Die Suche mit Hilfe der Programme ist bei gebräuchlichen Namen sehr aufwendig.

Was nicht jeder weiss: Auch mit dem weitverbreiteten Kurznachrichtendienst WhatsApp können Sie Videotelefonate führen – allerdings nur von Smartphone zu Smartphone. Egal, wie Sie Ihr virtuelles Treffen realisieren: Die Übertragung übers Internet bringt stets eine kleine Zeitverzögerung mit sich. Fragen und Antworten in schneller Folge überschneiden sich leicht. Sollte im Eifer des virtuellen Treffens mal die Verbindung abbrechen oder sonst etwas schiefgehen: Probieren Sie es einfach noch einmal. Falls technische Fragen auftauchen: Viele Lösungen bieten die Programmanbieter auf ihren Internetseiten unter „Hilfe“ oder „FAQ“, dem Kürzel für häufige Fragen. Oder geben Sie das Problem in Stichworten in eine Suchmaschine ein.

 

Online Unterricht nehmen und Vorträge besuchen

Selbst Musikunterricht lässt sich per Videotelefonie nehmen. Karin Liebling aus Baden-Württemberg hat eine Cello-Lehrstunde über Skype ausprobiert. „Das hat gut funktioniert, auch wenn man wegen der Zeitverzögerung nicht gemeinsam musizieren kann“, erzählt sie. „Aber auch dafür hat meine Lehrerin eine Lösung gefunden: Sie hat ihren Part aufgenommen und mir als Soundfile geschickt. So konnte ich doch mit ihr im Duett spielen.“ Liebling hält einen Tipp bereit: „Wählen Sie für die Videotelefonie einen hellen Ort oder leuchten Sie den Raum sehr gut aus. In der ersten Stunde konnte mich die Lehrerin kaum sehen.“

Egal ob Videotreffen oder Unterrichtsstunde: Kamera und Datenübertragung benötigen viel Energie. Denken Sie daran, den Akku aufzuladen oder schliessen Sie das Gerät ans Stromnetz an, bevor es losgeht. Skype, WhatsApp und andere Dienste speichern in der Regel Ihre Nutzerdaten, sodass Sie sich nicht jedes Mal neu anmelden müssen. Notieren Sie Benutzernamen und Passwörter dennoch an einem sicheren Ort, falls dies doch einmal notwendig sein sollte.

 

Es müssen keine privaten Stunden sein

Videoplattformen im Internet wie YouTube (youtube.com) bieten kostenfreie Bildungsangebote für jedermann – von praktisch vorgeführten Kochrezepten über Nähtipps bis hin zu Heimwerker- und Gartenbau-Anleitungen. Diese finden Sie unter dem Begriff „Tutorial“ und dem jeweiligen Thema. Bei allen Vorzügen der Onlinekommunikation sollten Sie stets die Sicherheit Ihrer Daten und Ihre Privatsphäre im Blick behalten. „Die Datenschutzbedingungen entsprechen meist nicht den europäischen Standards, denn fast alle verbreiteten Dienste gehören US-amerikanischen Konzernen“, erklärt Michael Gundall von der Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz. Sein Rat: „Vertragsrelevante und andere vertrauliche Themen sollten Sie am Telefon oder per Brief abhandeln.“

 

Kunst und Kultur aus der Ferne geniessen

Kein Theater, keine Konzerte, kein Museumsbesuch – solche Konsequenzen der Corona-Krise sind für viele Menschen mindestens so schlimm wie geschlossene Gaststätten. Und doch: Ganz verzichten musste bislang niemand. Konzerten der Berliner Philharmoniker etwa können Sie in deren Digital Concert Hall (digitalconcerthall.com) lauschen, die zudem über ein umfangreiches Archiv verfügt. Während der Corona-Krise spendiert das Orchester jedem Interessenten einen kostenlosen Zugang für 30 Tage. Auch die Münchner Staatsoper (staatsoper.de) überträgt immer wieder Werke von ihrer Bühne und erlaubt dann meist für 24 Stunden einen kostenlosen Abruf der Aufzeichnung. Andere Opernhäuser haben ähnliche Angebote in petto, die Sie über den Namen des Hauses und Suchbegriffe wie „Streaming“ oder „Online“ finden.

Sie gehen lieber virtuell ins Museum? Die Häuser der Berliner Museumsinsel zeigen unter smb.museum einen Grossteil ihrer Sammlungen. Nutzer werden von der Homepage der Museen auf eine Plattform des Suchmaschinenkonzerns Google geleitet (artsandculture.google.com). Dort können Sie durch die virtuell nachgebildeten Räume der Museen streifen und Exponate wie den berühmten Pergamon-Altar besichtigen und Erläuterungen lauschen. artsandculture.google.com ermöglicht den Besuch vieler weiterer kultureller Einrichtungen, darunter die Guggenheim-Museen in New York und Bilbao sowie der Eiffelturm in Paris.

 

Was tun, wenn der Rechner streikt?

Nicht jeder ist fit, wenn es um die Installation neuer Programme auf dem Computer oder das Lösen von Problemen mit dem Smartphone geht. Zum Glück gibt es auch dafür Hilfe aus der Ferne. Wartungsprogramme wie der Marktführer TeamViewer der gleichnamigen Firma im schwäbischen Göppingen erlauben es Kindern, Enkeln oder PC-kundigen Nachbarn, sich mit Ihrer Erlaubnis per Freigabe-Code auf Ihren Computer einzuwählen. Für private Anwendungen können Sie diese Software kostenlos unter teamviewer.com herunterladen. Das schaffen Sie selbst, im Zweifelsfall mit telefonischer Hilfe. Computer, Smartphone und Tablet lassen sich so warten. Natürlich ist es am schönsten, seine Lieben persönlich zu treffen und den Alltag „draussen“ in all seiner Vielfalt zu geniessen. Doch sollte das gerade einmal nicht möglich sein, ist es ein gutes Gefühl, zu wissen, dass Sie dennoch nicht allein sind. Es ist eine Menge Leben im Netz.

 

Onlinedienste und was sie bieten

  • Skype: kostenlose Telefonate mit und ohne Video vom Computer, Smartphone oder Tablet-PC mit bis zu 50 Teilnehmern. Anmeldung notwendig; skype.com
  • WhatsApp: App für Smartphones als Kurznachrichtendienst mit Foto- und Videoübertragung, Telefonate mit und ohne Video, maximal vier Teilnehmer.
  • Anmeldung über die Handynummer; whatsapp.com
  • FaceTime: Videotelefonie nur auf Ge­räten von Apple mit bis zu 32 Teilnehmern. Programm ist vorinstalliert. Anmeldung erforderlich.
  • Digital Concert Hall: Streamingdienst der Berliner Philharmoniker, regulär 14,90 Euro pro Monat. Anmeldung notwendig; digitalconcerthall.com
  • tv: Videoangebot der Bayerischen Staatsoper, kostenlose Live­übertragungen; staatsoper.de
  • Google Arts & Culture: Sammlung vieler Museen und Kulturgüter im Internet; artsandculture.google.com
  • TeamViewer: Fernwartungsprogramm für Computer und Mobilgeräte. Über ein kostenloses privates Nutzerkonto ist nach Freigabe ein Zugriff auf einen entfernten Computer möglich; teamviewer.com

 

 

 


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