Was Ihnen Ihr Friseur schon immer sagen wollte!
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Was Ihnen Ihr Friseur schon immer sagen wollte!

Was Ihnen Ihr Friseur schon immer sagen wollte! Sie haben die Haare schön? Warum Sie trotzdem auf Ihren Friseur hören sollten!

Ausgabe: August 2015 Autor: Reader's Digest

Egal, ob es "nur" um den regelmäßigen Schnitt der Frisur geht, die Sie schon seit Jahren tragen, oder darum, etwas ganz Neues wie eine andere Haarfarbe auszuprobieren: Wohl (fast) jeder möchte zufrieden aus dem Friseursalon gehen, weil er sich schöner fühlt. Umso wichtiger ist es, den richtigen Friseur zu finden. Nur, woran erkennt man einen guten Salon? Wie oft sollte man eigentlich zum Haareschneiden gehen? Gibt es ein Patentrezept im Umgang mit grauen Haaren? Was ist bei Tönungen in Eigenregie zu beachten? Wir haben Friseurinnen und Friseure für Sie befragt.

Ein guter Salon ist ...

"Vor dem Färben oder der Dauerwelle wird ein guter Salon penibel danach fragen, welche Pflegeprodukte Sie verwenden, weil manche Shampoos oder Kuren das Arbeitsergebnis sehr verfälschen können."

Nancy Riediger, Friseurmeisterin, 37, Hamburg

"Einen guten Salon erkennt man daran, dass der Laden voll ist. Das ist wie bei Restaurants: Da wo die Leute hingehen, ist es gut."

Thomas Trapp, Saloninhaber, 44, Obermeister der Friseurinnung Wiesbaden, Rheingau, Taunus,Rüdesheim am Rhein

"Ob ein Friseur gut schneidet, erkennen Sie nur nach dem Haarschnitt! Aber ob er sich ausreichend mit Ihnen, Ihren Vorstellungen, Ihrer Haarstruktur und Gesichtsform beschäftigt und Ihre Wünsche hört, das merken Sie schon bei der Beratung."

Christian Funk, Saloninhaber, 44, Lüneburg

Das Schöne an meinem Beruf

"Ich liebe es, etwas zu verändern, was immer wieder neu gestaltet werden kann. Selbst bei derselben Kundin und derselben Frisur: Es wird jedesmal wieder anders."

Joachim Hütter, Salonteilhaber, 42, Hamburg

"Mir gefällt es, wenn eine Kundin erhobenen Hauptes aus dem Laden geht. Im Grunde findet in einem Friseursalon eine Verwandlung statt: Die Kundin kommt verpuppt rein – und geht als Schmetterling raus."

Georg Empl, Saloninhaber, 55, Glonn (Bayern)

Kommen Sie einfach öfter

"Wie oft man zum Friseur gehen sollte? Häufiger. Länger als vier bis sechs Wochen hält kein Schnitt, keine Farbe, auch keine Strähnchen. Nach sechs Wochen quält man sich beim Frisieren zu Hause nur noch, der Aufwand wird immer größer. ˆbrigens: Das gilt auch, wenn man die Haare wachsen lassen möchte. Ein guter Friseur schneidet dann wirklich nur die äußersten Spitzen, und das Haar wächst viel schöner in die Länge."

Peter Wesolowski, Saloninhaber, 42, München

Nicht mehr im Trend

"Dauerwelle ist total aus der Mode. Heute versucht man zum Glück nicht mehr, die Haare dorthin zu zwingen, wohin sie nicht gehören. Es ist auch eine Illusion zu glauben, dass eine Dauerwelle allein dem Haar Volumen gibt. Das kann ein Schnitt viel besser."

Christiane Schacht, Hamburg

"Ganz aus der Mode sind Minilocken bei Männern und Vokuhila, also vorne kurz und hinten lang."

Thomas Trapp, Rüdesheim am Rhein

Graue Haare – was nun?

"Graue Haare gibt es an sich gar nicht. Was uns grau erscheint, ist die Mischung aus bereits weißen und noch farbigen Haaren. Es ist schon so, dass das sogenannte graue Haar älter macht. Farbe lässt Sie bis zu zehn Jahre jünger erscheinen. Mit einem flotten kurzen Schnitt kann aber auch weißes Haar gut aussehen. Wie kurz es sein sollte, hängt von Ihrer Gesichtsform ab."

Dieter Kohler, Saloninhaber 42, stellvertretender Landesinnungsmeister Oberösterreich, Eberstalzell

"Mein Rat fürs Älterwerden: Zeigen Sie Natur, oder färben Sie sehr nah an der Natur. Alles andere nimmt Ihnen sowieso niemand ab. Und tragen Sie die Haare eher etwas länger. Reifere Gesichter wollen umschmeichelt werden."

Joachim Hütter, Hamburg

"Viele machen den Fehler, dass sie dunkel färben, wenn sich weiße Haare zeigen. Dabei sollte man genau das Gegenteil machen und heller gehen. Das ist weicher und harmonischer."

Nancy Riediger, Hamburg

Auch zu Ihnen passt mehr als eine Frisur

"Was mich immer wieder erstaunt ist, dass viele gar nicht wissen, was alles mit ihrem Haar möglich ist. Lassen Sie sich doch mal überraschen!

Christiane Schacht, Saloninhaberin 45, Hamburg

Ein Bild kann trügen

"Ein Bild ist praktisch, weil man dann weiß, was der Kundin gefällt. Trotzdem bleibt die Beratung wichtig. Meistens sind die Frisuren in Zeitschriften mit einem erheblichen Stylingaufwand verbunden. Niemand steht morgens auf, schüttelt sein Haar und sieht aus wie ein Model in einem Magazin."

Peter Wesolowski, Saloninhaber, 42, München

Die Wahrheit, bitte

"Bitte seien Sie ehrlich, was Ihre Pflegeprodukte und das Styling betrifft. Mir ist es einmal passiert, dass die Haare einer Kundin beim Färben leuchtend orange statt hellblond wurden. Die Ursache waren billige Shampoos und Pflegeprodukte, die Silikon ans Haar anlagern. Das sieht auch der Friseur nicht, weil das Haar gepflegt wirkt, führt aber dazu, dass die Farbe nicht eindringen kann. Nach dem Ausreinigen mit Spezialshampoo ging zwar alles gut, aber das kostete mich viel Zeit und Nerven."

Nancy Riediger, Friseurmeisterin, 37, Hamburg

"Manchmal wünsche ich mir, dass Kundinnen nicht der Lüge glauben, dass Discount- und Drogerieprodukte bei einem Zehntel des Preises die gleiche Qualität bieten! Nur wirklich gepflegtes Haar lässt sich gut frisieren, ist geschmeidig und behält seine optimale Elastizität. Bitte, lassen Sie sich auch zur Haarpflege von uns beraten."

Christian Funk, Saloninhaber, 44, Lüneburg

Das Wetter bleibt draußen

"Reden Sie bitte nicht übers Wetter! Oder darüber, dass es hier keine Parkplätze gibt. Was soll ich da sagen? Und ändern kann ich es auch nicht. Die liebsten Gespräche sind mir die, in denen ich etwas Neues erfahre und meinen Horizont erweitern kann."

Joachim Hütter, Salonteilhaber, 42, Hamburg

Ein Fall für den Fachmann

"Wenn Kunden sich den Pony selbst schneiden, wird der leider oft zu kurz und stumpf, weil das passende Werkzeug fehlt. Dann müssen wir fransig nachschneiden. Dazu gibt es einen Witz: Der Cowboy geht aus dem Salon und sagt: Oh, mein Pony ist weg!"

Georg Empl, Saloninhaber, 55, Glonn (Bayern)

"Die meisten Fehler zu Hause passieren beim Färben. Das ist nicht so einfach, wie die Kunden glauben. Da wird die Farbe nicht richtig aufgetragen oder das Blond wird gelbstichig."

Thomas Trapp, Saloninhaber, 44, Obermeister der Friseurinnung Wiesbaden, Rheingau, Taunus, Rüdesheim am Rhein

Ihr Feedback ist gefragt

"Bitte sagen Sie, wenn Sie nicht zufrieden sind! Ich finde das nicht schlimm, weil ich glaube, dass es bei Schnitt und Frisur nicht um falsch oder richtig geht, sondern um das persönliche Empfinden. Da ist der Kunde König."

Joachim Hütter, Hamburg

Trinkgeld ist willkommen

"Beim Trinkgeld sind zehn bis 15 Prozent die Faustregel. Das hängt auch vom Preis des Schnitts ab. Ist der relativ günstig, sind 15 Prozent angemessen. Zahlen Sie, beispielsweise weil zum Waschen, Schneiden und Föhnen noch Farbe hinzukommt, einen höheren Betrag, finde ich 10 Prozent vollkommen in Ordnung. ˆbrigens bekommt man, wenn man vor allem Herrenschnitte macht, mehr Trinkgeld. Viele Kunden und Kundinnen geben nämlich denselben Betrag – für einen Herren brauche ich aber nur etwa 20 Minuten, für eine Dame rund eine Stunde."

Dieter Kohler, Saloninhaber 42, stellvertretender Landesinnungsmeister Oberösterreich, Eberstalzell

Welch ein Desaster

"Ich selbst gehe nur zu den besten Friseuren. Obwohl ich sehr wenig Haare habe, ist es mir das Geld wert. Einmal aber war ich bei einem Fußballspiel in Mailand und dort bei einem der bekanntesten Friseure Italiens. Das Schneiden dauerte höchstens zehn Minuten. Dann wurde gefärbt – die Farbe ist mir übers ganze Gesicht gelaufen. Ich hatte lauter Flecken. Und dann hat auch noch der FC Bayern eins zu vier gegen Mailand verloren!"

Georg Empl, Glonn (Bayern)

Welch eine Freude

"Für mich ist es immer eine der schönsten Aufgaben, eine Braut für ihre Hochzeit zu frisieren. Die Stimmung und die Freude, ja sogar die Anspannung und der Stress sind jedes Mal wieder toll. Da fiebere ich richtig mit."

Christiane Schacht, Saloninhaberin 45, Hamburg

Mein Handwerkszeug

"Eine gute Schere kostet 300 bis 500, manche auch bis zu 1000 Euro. Deshalb darf auch kein anderer damit schneiden."

Nancy Riediger, Friseurmeisterin, Hamburg

Welche Erfahrungen haben Sie beim Friseur gemacht? Schreiben Sie an Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!


 

RD Abbinder
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