Craft Beer und außergewöhnliche Biersorten
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Ausgabe

Bier Haus & Garten

Craft Beer und außergewöhnliche Biersorten

Wer in Deutschland das Wort Bier hört, erwartet ein Getränk von ganz bestimmtem Aussehen und Geschmack. Doch es gibt auch exotische Biere...

Autor: Cornelia Krappel

Die Herstellung von Bier beruht auf der Vergärung von Getreide. Das haben alle Biere gemeinsam. Gemäß dem deutschen Reinheitsgebot darf Bier auch nur aus Hopfen, Gerstenmalz, Wasser und Hefe gebraut werden. Doch in anderen Regionen der Welt nimmt man es damit nicht so genau. Bier schmeckt dort oftmals ungewöhnlich und sieht auch so aus. Weltweit soll es mehr als 10.000 verschiedene Biersorten geben. Die kreativen Kreationen der Bierbrauer reichen von Ginseng-Bier aus England über Bierpulver aus Tschechien (aufgekocht mit heißem Wasser soll es ein leckeres Bier ergeben) und amerikanischem Chilibier bis zu Schweizer Hanfblütenbier, australischem Zitrus-Bier und Schokoladenbier aus Belgien.

Das belgische Weißbier mit Schokogeschmack ist in unserem Nachbarland übrigens ein Renner und auch in deutschen Craft Beer-Shops zu haben. Floris Chocolat heißt die Kreation der Brouwerij Huyghe in Melle und soll zusätzlich nach Koriander und Orangenschale duften. Überhaupt scheinen die Belgier in Puncto Bier sehr experimentierfreudig zu sein. Es gibt Sorten mit Kirsche und Holunder (St. Louis Kriek Lambic), Honig (Barbar Honigbier) oder Himbeer-Saft (St. Louis Premium Framboise), sowie viele weitere interessante Kreationen. Und auch die Namensgebung weckt Interesse: Die Sorten „Lucifer“ (Starkbier mit Zitrus und Grapefruit) und „Satan Red“ (Starkbier mit Zitrusnote) beispielsweise versprechen höllisch leckere Trinkfreuden.

Bier kann aber nicht nur lecker sein, sondern auch gleich so heißen. In Palästina existiert eine Bier-Sorte, die in Champagnerflaschen abgefüllt wird und dessen Name „Taybeh“ übersetzt „lecker“ bedeutet. Ausgebildet wurde der Mann mit Namen Nadim Khoury, der das Bier gebraut hat, übrigens in Amerika. Und wo wir schon bei andern Kontinenten sind: Sogar Bananenbier und Kokosbier aus Afrika mit den klingenden Namen Mongozo Banana und Mongozo Coconut ist in Deutschland zu haben.

Craft Beer – handwerklich gemacht, ungewöhnlicher Geschmack

Viele der exotischen Sorten gehören zu den sogenannten Craft Beer. Das bedeutet wörtlich übersetzt zunächst nichts weiter, als dass das Bier hand- oder handwerklich gemacht ist. Die Craft Beer Bewegung kommt ursprünglich aus den USA. Für deutsche Biere, die sich Craft Beer nennen wollen, heißt dies, dass die betreffenden süffigen Produkte das Getränk Bier neu erlebbar machen sollen. Ein konkreter, unabhängiger Macher steht hinter dem Bier, das er braut - nicht große internationale Konzerne, die Mainstream-Geschmack produzieren. Ob dies der Gründer, Eigentümer oder Braumeister der Marke ist, für die er oder sie einsteht, das ist letztlich egal. Zum Craft Beer gehört auch eine gewisse Kreativität und der Wunsch, in Sachen Bier geschmacklich und optisch Neues zu wagen. Das schmeckt nicht jedem Biertrinker, macht das Produkt Craft Beer aber so interessant. Und neben dieser Bereitschaft zur Variation ist auch die Verwendung natürlicher Zutaten ein wichtiges Kriterium: Craft Beer lebt davon.

Was sollen wir trinken?

Mittlerweile gibt es in Deutschland zahlreiche Craft Beer Bars, Craft Beer Shops und Craft Beer Events, wo man sich informieren, probieren und viele verschiedene Craft Beer-Sorten kennen lernen kann. Einige davon sind auf der Deutschland-Karte unten zusammen gefasst. Schöne Events, um direkt vor Ort zu probieren sind die Basler Craft Beer Messe (findet 2018 am 10. März statt), das Stuttgarter Craft Beer Festival (20. Und 21. April 2018), die Kieler Craft Beer Days (27. Und 28. April 2018) oder das Craft Beer Festival in Düsseldorf (1. Und 2. September 2018).

 

 

 Quelle: www.hopfenhelden.de


 

RD Abbinder
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