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Altglas zur Wiederverwertung.
© istockfoto.com / pixinoo
Aus der
aktuellen
Ausgabe

Haus & Garten

Glasklare Trennung

Altglas ist ein begehrter Rohstoff. So sorgen (auch) Sie dafür, dass das Recycling optimal funktioniert.

Ausgabe: Oktober 2020 Autor: Susanne Rytina

„Glas hat wundervolle Eigenschaften. Es ist in vielfältigen Formen und Grössen – von der kleinsten optischen Linse bis zur XXL-Glasfassade – herstellbar und lässt sich in vielen Bereichen einsetzen“, erklärt Sandra Leuthold vom Umweltbundesamt in Dessau-Roßlau. „Dazu kommt: Man kann es ohne Qualitätsverluste beliebig oft einschmelzen. Aus Altglas lässt sich also immer wieder qualitativ hochwertiges, neues Glas fertigen.“ Wie gut also, dass 97 Prozent der Menschen in Deutschland und Öster­reich ihr Altglas in die Sammelcontainer geben: Rund zwei Millionen Tonnen im Jahr kommen so in Deutschland zusammen. In Österreich sind es jährlich 260 000 Tonnen.

 

Die Umwelt schonen

Die Herstellung von Glas aus den Rohstoffen Quarzsand, Soda und Kalk erfordert den Einsatz von sehr viel Energie, denn diese Mischung verflüssigt sich erst bei etwa 1400 bis 1600 Grad. Altglas hingegen schmilzt schon bei deutlich niedrigeren Temperaturen. Mischt man also bei der Glasproduktion Scherben unter das Ausgangsmaterial, spart man kostbare Energie – und schont die Umwelt. „Altglasrecycling verringert beispielsweise die CO2-Emissionen“, sagt die Expertin. Bei etwa 50 Prozent Scherbenanteil sinkt der Energieeinsatz um rund 10 Prozent.

 

Was darf ins Altglas?

Allerdings ist nicht jedes Glas fürs Recycling geeignet. In den Sammelcontainer gehört ausschliesslich Verpackungsglas wie Getränkeflaschen, Konservengläser, Marmeladengläser, pharmazeutische und kosmetische Glasbehälter, also Medikamentenfläschchen und Parfümflakons.
Keinesfalls einwerfen dürfen Sie ausrangierte oder zerbrochene Trinkgläser, Fensterglas, Autoscheiben, Spiegel, Glühbirnen und Kristallglas wie alte Blumenvasen. Diese enthalten Fremdstoffe, die den Schmelzprozess stören. „In Frontscheiben von Autos beispielweise ist eine Folie eingearbeitet, die bei der Schmelze schwarze Schlieren ergibt. Sie sind deshalb für die Produktion von Glas nicht zu gebrauchen“, erläutert Expertin Leuthold. „Entsorgen Sie solche Gläser darum über den Restmüll.“
Deckel, Schraubverschlüsse oder Kronkorken gehören in den Gelben Sack oder die Gelbe Tonne. Moderne Anlagen allerdings sortieren diese aus, sollten sie doch im Sammelcon­tainer gelandet sein. Dass Sie Porzellan und Steingut nicht einwerfen, versteht sich von selbst. Achten Sie darauf, dass Sie Glasverpackungen vollständig leeren, bevor Sie diese entsorgen. Spülen hingegen ist nicht nötig. So sparen sie Wasser und Energie – die Umwelt und Ihr Geldbeutel danken es Ihnen.

 

So sortieren Sie richtig

Darüber hinaus funktioniert Glasrecycling nur optimal, wenn Sie möglichst sortenrein sammeln. Die meisten Städte und Gemeinden trennen nach Farben direkt am Container. In Deutschland unterscheidet man Weiss-, Braun- und Grünglas. Können Sie die Farbe nicht eindeutig zuordnen, werfen Sie Flaschen und Behälter in den Grünglas-Container. Dieses verzeiht bei der Herstellung am ehesten Farbmischungen. In Österreich trennen Sie nach ungefärbten Glasverpackungen (Weissglas) und gefärbten Glasverpackungen (Buntglas). Zwar entfernen spezielle Sortieranlagen Fehlfarben und Fremdstoffe bis zu einem gewissen Mass. Stecken im Weissglas-Container jedoch zu viele bunte Flaschen oder falsche Materialien, kann dies die gesamte Charge unbrauchbar machen.

Denken Sie beim Entsorgen auch an die Anwohner und halten Sie sich an die Zeiten, die auf den Containern angegeben sind. Verboten ist der Einwurf von Glas in der Regel an Sonn- und Feiertagen sowie während der Ruhezeiten. Zuwiderhandlungen können teuer werden! Übrigens: Einige Kommunen setzen auf abweichende Sammelsysteme. Falls in Ihrem Wohngebiet keine Altglascontainer stehen, informieren Sie sich bei der Gemeindeverwaltung.

 

Wer bezahlt die Container?

In Deutschland finden sich rund 300 .000 Altglascontainer, in Österreich sind es etwa 80. 000. Zuständig für sie sind in deutschen Städten und Gemeinden Unternehmen des sogenannten Dualen Systems wie zum Beispiel Der Grüne Punkt – Duales System Deutschland GmbH. Finanziert wird das Sammelsystem über ein Entgelt, das die Hersteller und Vertreiber der in Glas verpackten Waren entrichten. Die Scherben gehen an Altglas-Recycling-Firmen, welche wiederum das aufbereitete Material an Glashütten verkaufen. In Österreich wickelt die Non-Profit-Organisation Austria Glas Recycling GmbH Sammlung und Leerung der Container ab.

 

 


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