Eine Weinrebe mit noch grünen Traubenbeeren an einer Hauswand.
© istockfoto.com / Birgitta Astrand
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Ausgabe

Garten Haus & Garten

Tafeltrauben für den kleinen Hausgarten

Auch im kleinen Garten muss man nicht auf Trauben verzichten. Am besten eigenen sich rein zum Essen gedachte, resistente Varietäten von Tafeltrauben.

Autor: Reader‘s Digest Book

Weinreben brauchen einen warmen, vollsonnigen Standort, der am besten auch noch windgeschützt ist. Deshalb wachsen die Pflanzen von Natur aus nur in bestimmten Gebieten zufriedenstel­lend. Entsprechend spricht man dann auch von Weingegenden, und das sogenannte „Weinbauklima" ist gleichbedeutend mit den mildesten Gegenden in Mitteleu­ropa, in denen auch Sonderkulturen im Freien reifen. So hohe Ansprüche die Weinreben auch an Licht und Wärme stellen, so genügsam sind sie, was den Boden betrifft. Da sie sehr lange Wurzeln bilden, die tief ins Erdreich gehen, gedeihen sie auch in eher trockenen Gefilden. Einzig Staunässe mögen sie nicht.

Weinreben sind mehrjährige Obstgehölze, die ein Klettergerüst und einen regelmässigen Schnitt brauchen. Während dieses Spalier im Weinbauklima freistehend sein kann, sollte man es andernorts an eine Südwand anlehnen, damit die Pflanzen dort den Winter überleben bzw. es den Sommer über warm genug haben, sodass die Früchte reifen und Aroma ausbilden. Eine Möglichkeit besteht auch darin, die Pflanzen an einen Rosenbogen oder eine Pergola zu setzen, sodass sie diese mit ihren langen Trieben und ihren sommergrünen Blättern bedecken.

Die beste Pflanzzeit für Reben ist das Frühjahr bzw. der Herbst. Dabei können Sie sowohl wurzelnackte Pflanzen als auch die teurere Containerware verwenden. Setzen Sie die Pflanzen so tief, dass die Veredlungsstelle knapp über der Erdoberfläche liegt. Solange noch Spätfröste drohen, häufelt man diese mit etwas Erde an. Weinreben brauchen zwar nicht viel Platz, dafür aber etwas Pflege, zumindest, wenn man auch ein paar Trauben ernten will. Da diese Klettergehölze nur an Trieben fruchten, die im selben Jahr gewachsen sind, ist ein jährlicher Schnitt unumgänglich. Er erfolgt im Winter, wenn die Pflanzen nicht im Saft stehen, je nach Wetter im Januar oder Februar, aber immer an einem frostfreien Tag. Im ersten Frühjahr nach der Pflanzung entfernt man dann alle Triebe bis auf den Leittrieb. Kürzen Sie diesen auf die vorgesehene Stammhöhe. An der Spitze dieses Stammes lässt man zwei Seitentriebe wachsen. Im nächsten Jahr biegt man sie waagerecht an das Klettergerüst aus Metall- oder Holzpfosten und Draht.

Aus den waagrechten Trieben entspringen dann senkrechte Fruchttriebe, die man jedes Frühjahr auf zwei Knospen einkürzt. An der Hauswand oder über eine Pergola gelenkt, kann man den Leittrieb einer Weinrebe nahezu 20 m lang nach oben ziehen, indem man ihn jedes Jahr um etwa 1 m verlängert. Beim Wein sind es die Seitentriebe, die Früchte tragen und immer wieder eingekürzt werden. Auch im Sommer, wenn bereits Trauben an den Trieben hängen, schneidet man die Fruchttriebe auf wenige Blätter über der letzten Traube zurück, damit die ganze Kraft in die Früchte geht.

 

Tafeltrauben-Sorten für den kleinen Garten

Grüne Tafeltrauben

  • Sorte "Birstaler Muskat": sehr hohe Pilzresistenz; mittel­grosse Beeren mit Muskatnote
  • "Palatina": pilztolerant; kernarm; dünne Scha­le; fruchtig-süsses Aroma
  • "Theresa": spät reifend; säuerlichsüss; pilz­tolerant; nur für beste Lagen

 

Blaue Tafeltrauben

  • "Esther": tolerant; auch für weniger günstige Plätze; mild-aromatisch; kernarm
  • "Mitschurinski": mässig pilztolerant, dafür sehr frosthart; mild-fruchtig und süss
  • "Nero": mehltautolerant; sehr wüchsig; mittelgrosse, sehr süsse Beeren

 

Rote Tafeltrauben

  • "Helena": resistent; süss-vanilliges Aroma

 

 


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