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Gesundheit online: Vertrauenswürdige Gesundheits- und Arztportale
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Gesundheit online: Vertrauenswürdige Gesundheits- und Arztportale

Bevor sie zum Arzt gehen, informieren sich immer mehr Patienten im Internet über die mögliche Diagnose oder Therapie.

Autor: Reader's Digest Book

Laut einer Umfrage (Quelle: Forsa Umfrage 2016) sucht die Hälfte der Befragten bei Bagatellerkrankungen ausschließlich im Internet Rat. Doch ist es bei der ungeheuren Anzahl an Gesundheitsseiten im Web schwierig, jene ausfindig zu machen, denen man tatsächlich vertrauen kann. Schließlich gibt es neben Gesundheits- und Bewertungsportalen im Netz unzählige Foren und Selbsthilfegruppen, Seiten von Krankenkassen oder Pharmafirmen.

Daran erkennen Sie seriöse Gesundheitsportale

Portale wie Apotheken-Umschau.de, Netdoktor.de, Onmeda oder Vitanet.de werden häufig im Netz angesteuert. Die Inhalte dieser Seiten werden von Redaktionsteams, Medizinern und anderen Fachleuten betreut. Aktuelle Themen tauchen dort ebenso auf wie Hintergrund-Informationen zu gängigen Krankheiten. Gezielt kann außerdem nach Symptomen, Diagnosen oder Medikamenten gefahndet werden. Welche Komplikationen durch eine Maserninfektion auftreten, lässt sich also ebenso nachschlagen wie die Therapie von Bauch- und Magenkrämpfen.
Dazu gibt es Foren, in denen sich Betroffene und Patienten austauschen können. Dass es sich bei den Angeboten um seriöse Informationsseiten handelt, erkennen Nutzer zudem an Zertifikaten. Geprüft wird bei der Zertifikatvergabe unter anderem die Neutralität der Gesundheitsseite. Ist beispielsweise nicht deutlich erkennbar, wie sich Inhalte und Pharma-Werbung voneinander unterscheiden, wird nicht zertifiziert. Diese Trennung von Werbung und Inhalt ist bei Webseiten, die von Pharma-Firmen gesponsert werden, nicht gegeben.

Vertrauenswürdige Gesundheitsportale

  • Klicken Sie auf der entsprechenden Webseite auf das Impressum oder auf die Firmeninformationen. Sie erkennen dabei, ob hinter dem Webseitenbetreiber eine bestimmte Firma oder eine neutrale Organisation steckt.
  • Achten Sie darauf, dass zu den Informationen auf den Webseiten auch Quellen- und Datumsangaben Nur so können Sie nachvollziehen, ob medizinische Fakten aktuell und überprüfbar sind.
  • Bei Behandlungs- oder Therapie-Empfehlungen für Medikamente oder Hilfsmittel sollten mehrere Alternativen aufgezeigt werden. Eine Trennung von Werbung und Inhalt ist sonst nicht gegeben.
  • Vertrauenswürdige Webseiten sind bemüht, Zertifikate zu erhalten. Diese gibt es zum Beispiel vom Aktionsforum Gesundheitsinformationssystem (afgis) e.V., der Stiftung Health on the Net (HON) oder Medisuch. Gültig sind die Zertifikate nur, wenn ein Klick auf das Zertifikat tatsächlich auf die Webseiten des Zertifikatgebers verweist. Dort sind unter anderem Vergabekriterien und Qualitätsstandards für die Zertifikatsvergabe nachzulesen. Während große Gesundheitsportale wie Netdoktor oder Onmeda zertifiziert wurden, sind Zertifikate bei Online-Foren oder Selbsthilfegruppen eher die Ausnahme als die Regel. Ebenso wenig können sich auch Webseiten von Pharma- Unternehmen mit Zertifikaten schmücken.

Das Magazin Öko-Test hat im Sommer 2017 anhand von vier verschiedenen Krankheitsbildern zusammen mit Medizinern zwölf Gesundheitsportale genauer geprüft. Insgesamt war das Ergebnis gut bis sehr gut. Bei einzelnen Portalen wurde kritisiert, dass Informationen unzureichend oder zu oberflächlich seien. So bleibt trotz vielfältiger Angebote der Gang zum Haus- oder Facharzt immer noch unerlässlich.

Gesundheitsseiten im Netz:

www.apotheken-umschau.de
www.gesundheitsinformation.de
www.lifeline.de
www.patienten-information.de
www.med.de
www.vitanet.dewww.dr-gumpert.de

Gesundheitsforen und Ratgeber-Communities – hier ist Vorsicht geboten

Viele Patienten verlassen sich auch auf Informationen in Ratgeber-Communities oder Foren. Anlaufstellen sind sowohl Seiten wie Gutefrage.net oder Gesundheitsfrage.net. Betroffene, Fachleute oder selbst ernannte Experten geben Antworten auf Gesundheitsfragen. Hilfreiche Tipps dürften dort ebenso auftauchen wie gut gemeinte Ratschläge, die nicht wirklich zu Heilung oder Linderung beitragen. Interessante Infos oder Links, die zur weiteren Recherche anregen, sind dort sicher auch zu finden. Foren von und für Betroffene gibt es auch auf Gesundheitsportalen oder Webseiten von Selbsthilfegruppen. Letztere dürften vor allem für chronisch Kranke interessant sein. Schließlich bieten diese auch Listen mit Ärzten, Therapeuten oder Ansprechpartnern am eigenen Wohnort an.

Einen Arztbesuch sollten sie im Zweifelsfall aber ebenso wenig ersetzen wie all die anderen Informationsseiten im Web. Allerdings gibt es schon Webseiten wie DrEd.com mit virtuellen Sprechstunden. Dabei gibt es streng genommen in Deutschland das Fernbehandlungsverbot. Danach sollte ein Arzt nur aufgrund einer eigenen Untersuchung und direktem Kontakt zum Patienten Diagnosen und Therapien festlegen (hier sind in naher Zukunft Lockerungen möglich, Baden-Württemberg startete dazu im März 2017 ein Modell-Projekt). DrEd umgeht Diskussionen dadurch, dass die Ärzte ihre virtuelle Praxis von London aus betreiben. Die Seite ist umstritten und bietet deswegen auch nur eingeschränkte Dienste an.

Der gläserne Patient im Netz

Wer sich im Internet nach Krankheiten oder Therapien erkundigt, sollte sich darüber im Klaren sein, dass jeder Webseiten-Aufruf Spuren hinterlässt. Und das gilt auch für Internet-Surfer, die nicht mit Google nach Diagnosen suchen. Schließlich erfassen die Betreiber von Gesundheitsportalen im Netz zum Beispiel die IP-Adresse des jeweiligen Nutzers. Sie protokollieren mit, wie lange der Nutzer auf den Seiten gestöbert und welche Inhalte er dabei gesucht hat.

Arzttermine online vereinbaren

Um einen Arzttermin zu vereinbaren, ist es nicht mehr unbedingt nötig, zu den Praxiszeiten dort anzurufen. Die Terminvereinbarung lässt sich auch bei vielen Ärzten mittlerweile online erledigen. Es gibt einige Portale, die eine Online-Terminvereinbarung ermöglichen und den Patienten via Kalenderfunktion freie Termine anbieten. Das Portal leitet den Termin mit den Kontaktdaten des Patienten direkt in den Kalender der Arztpraxis. Manche Ärzte bieten diesen Service sogar schon auf der Webseite ihrer eigenen Praxis an. Alternativ bieten manche Portale die Möglichkeit an, einen Termin innerhalb eines bestimmten Zeitraums bei einem ausgewählten Arzt anzufragen. Das Portal leitet die Anfrage dann per E-Mail an die Praxis weiter und deren Antwort an den Patienten zurück. Voraussetzung ist, dass die Praxis in der Liste der Arztpraxen bei einem solchen Portal angemeldet ist. Die Zahl der Ärzte ohne eine solche Anbindung ist zwar noch sehr groß, jedoch gehen immer mehr Praxen dazu über, Termine online vom Patienten selbst auswählen zu lassen, um auch das Praxispersonal bei den Telefonaten zu entlasten.

Portale zum Suchen von Ärzten und der Vereinbarung von Terminen sind:

www.jameda.de
www.arzttermine.de
www.termed.de
www.termed.de
www.arzt-auskunft.de
www.samedi.de

Im Zweifelsfall immer zum Arzt

Informationen aus dem Internet, gleichgültig aus welcher Quelle, können kein Ersatz für eine ärztliche Diagnose und Behandlung sein. Reader’s Digest empfiehlt allen Patienten mit Krankheits- bzw. Schmerzsymptomen, sich an einen Arzt zu wenden.

 

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