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Fünf Olympia-Sportler, die Geschichte schrieben
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Fünf Olympia-Sportler, die Geschichte schrieben

Fünf Ereignisse bei Olympischen Spielen, die in die Sportgeschichte eingingen...

Ausgabe: Juli 2016 Autor: James Hadley

Die afrikanische Schwimmlegende

Mit einer sogenannten Wildcard können auch Sportler sehr armer Länder an den Olympischen Spielen teilnehmen. So durfte der Freistilschwimmer Eric Moussambani im Jahr 2000 sein Heimatland Äquatorialguinea bei der Olympiade in Sydney vertreten.

Acht Monate zuvor konnte er noch nicht einmal richtig schwimmen. In einem Hotelpool in seiner Heimatstadt hatte der junge Mann sich das Kraulen selbst beigebracht und ganz allein für Olympia trainiert.

Bei seiner Ankunft in Sydney sah Moussambani zum ersten Mal ein großes Becken. Er war noch nie mehr als 50 Meter am Stück geschwommen. Weil seine beiden Kontrahenten im Vorlauf wegen Fehlstarts disqualifiziert worden waren, trat Moussambani den Qualifikationswettbewerb über 100 Meter Freistil allein vor rund 17 000 Zuschauern an.

Er sprang selbstsicher ins Wasser und schwamm während der ersten zehn bis 15 Sekunden recht zügig. Doch dann wurde er langsamer und langsamer. Es wirkte schon beinahe komisch, und manche Zuschauer begannen zu zweifeln, ob er es überhaupt ins Ziel schaffen würde.

Nach knapp einer Minute und 53 Sekunden hatte er dann, von den Anfeuerungsrufen der Menge begleitet und nach Luft schnappend, auch die zweite 50-Meter-Bahn zurück­gelegt. Das war sein persönlicher Rekord, aber auch die schlechteste Zeit in der Olympia-Geschichte für diese Strecke. Moussambani brauchte tatsächlich für die 100 Meter sogar noch sieben Sekunden länger als am Vortag der australische Schwimmer Ian Thorpe für die doppelte Strecke in demselben Pool.

Dank seiner Courage und seiner Beharrlichkeit wurde Moussambani zum Publikumshelden. Genau darum gehe es bei den Olympischen Spielen, meinte sein Schwimmkollege Thorpe. „Eric, der Aal“ wird Moussambani seitdem genannt.

Für die Rechte der Frauen

Bei den Olympischen Spielen in London 2012 kam die Leichtathletin Sarah Attar im 800-Meter-Vorlauf als Letzte ins Ziel.

Ihr Rückstand zur zweitlangsamsten Läuferin betrug mehr als eine halbe Minute. Trotzdem bekam sie stürmischen Applaus von Hunderten Zuschauern, als sie die Ziellinie überquerte.

Der Grund? Attar durfte als erste Frau Saudi-Arabiens an den Olympischen Spielen teilnehmen. Den Wettkampf bestritt sie mit Kopftuch und langen Hosen. Ihre Entschlossenheit ließ sie zu einer Sym­bolfigur werden für die Rechte der Frauen in ihrem von patriarchalischen Strukturen geprägten Land.

„Es ist schon deshalb eine große Ehre und ein unglaubliches Gefühl, weil ich die saudischen Frauen ver­treten darf“, erklärte Attar in einem Interview. „Ich weiß, dass ich damit etwas bewegen kann.“

Eine selbstlose Tat

Bei der Olympiade in Seoul 1988 holte der kanadische Segler Lawrence Lemieux eine Medaille – jedoch nicht in seiner Disziplin. Als er mit seinem Ein-Mann-Segelboot in der Finn-Dinghi-Klasse vor der Küste Busans startete, herrschte stürmische See. Der Wind blies mit einer Geschwindigkeit von bis zu 35 Knoten und sorgte für meterhohe Wellen.

Dennoch drängte Lemieux an die Spitze, als er ein gekentertes Boot bemerkte, das in einer anderen Klasse teilgenommen hatte. Einer der Segler trieb im offenen Wasser, der andere klammerte sich an den Rumpf der Jolle. Beide waren verletzt.

„Als ich den Ernst der Lage erkannte, war für mich klar, was zu tun war“, erzählte Lemieux später. Er stoppte, um die beiden Männer aus Singapur an Bord zu holen. Nachdem er die Segler an ein Rettungsboot übergeben hatte, setzte er sein Rennen fort und belegte immerhin noch Platz 22 unter 32 Teilnehmern.

Für seinen Einsatz erhielt Lemieux die Pierre-de-Coubertin-Medaille überreicht. Sie wird vom Internationalen Olympischen Komitee (IOC) an Athleten verliehen, die sich durch besonders faires Verhalten auszeichnen. „Jeder andere hätte an meiner Stelle genauso gehandelt,“ sagte Lawrence Lemieux später.

Nie aufgeben

Der britische Läufer Derek Redmond konnte wegen einer Ver­letzung an der Achillessehne nicht bei den Olympischen Spielen 1988 in Seoul antreten. Vier Jahre später in Barcelona war er als Medail­len­anwärter im 400-Meter-Lauf mit dabei.

Im ersten Vorlauf war er persön­liche Bestzeit gelaufen. Nun startete er souverän ins Halbfinale. Doch nach 250 Metern passierte das Unglück: Eine Oberschenkelzerrung ließ Derek Redmond in vollem Lauf plötzlich abbremsen.

Für die meisten hätte das  das Ende des Rennens bedeutet. Nicht jedoch für Redmond: Statt sich aus dem Stadion tragen zu lassen, stand er auf und setzte den Lauf trotz seiner Schmerzen humpelnd fort.

Es folgte eine weitere Über­raschung: Redmonds Vater, der von der Tribüne aus zugesehen hatte, war an den Sicherheitsleuten vorbei auf die Wettkampfbahn gelaufen. Er stützte seinen schmerzgepeinigten und gegen die Tränen kämpfenden Sohn auf den letzten Metern bis zur Ziellinie. Die Menge jubelte ihnen zu.

Botschaft an die Welt

Die afroamerikanischen Kurzstreckenläufer Tommie Smith und John Carlos standen bei den Olympischen Spielen 1968 in Mexiko auf dem Sieger­podest. Mit gesenkten Köpfen reckten sie ihre Fäuste in schwarzen Handschuhen in die Luft, während die US-amerikanische Nationalhymne ertönte.

Dieser wirkungsvolle Protest gegen Rassenungleichheit – sechs Monate zuvor war der Bürgerrechtler Martin Luther King ermordet worden – führte zur Suspendierung der Sportler durch das IOC. Das Kommitee begründete seine Entscheidung damit, dass die Aktion den unpolitischen Geist der Olympischen Spiele verletzt habe.

Der Protest sorgte weltweit für Schlagzeilen, und die nach Hause zurückgekehrten Sprinter mussten Anfeindungen über sich ergehen lassen. Es gab sogar Morddrohungen gegen Tommie Smith und John Carlos. Die Geschichte gab ihnen jedoch recht und machte sie zu Helden, die eine wichtige Botschaft an die Welt sandten.

 

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  • Yunus Kalkan bringt einen führerlosen Bus zum Stehen, in dem zahlreiche Fahrgäste sitzen © Heinz Heiss
  • Drei Freunde helfen einem halb erfrorenen Hirschkalb und pflegen es gesund © jimcumming88 / Fotolia.com
  • Benedikt Obertreis befreit ein Kleinkind und seine Mutter aus einem brennenden Haus © Barbara Dombrowski
  • Anneke Breiholz befreit ihren Zwillings-Bruder aus einem brennendem Auto © Barbara Dombrowski
  • Niki Sandru und Sven Hofmann retten einen Mann, der einen Herzinfarkt erlitten hat. © Heinz Heiss
  • Florian Czeschka und Ulrich Lankes retten eine Rollstuhl-Fahrerin aus der Isar © Bernhard Huber
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