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200 Jahre Fahrrad-Vergnügen
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Aus der
aktuellen
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200 Jahre Fahrrad-Vergnügen

200 Jahre ist es in diesem Jahr her - am 12. Juni 1817 - da fuhr Karl von Drais (1785-1851) erstmals auf seinem neu entwickelten Fahrrad durch Mannheim. Und wusste noch nicht, dass seine Erfindung die Mobilität von Millionen Menschen revolutionieren würde.

Autor: Cornelia Krappel

Sein hölzernes Ur-Fahrrad, auch Laufmaschine genannt, sah ein bisschen so aus wie ein Laufrad für Kinder. Es hatte keine Pedale, jedoch einen Sattel und eine beweglichen Lenkstange und war satte 22 Kilogramm schwer. Der Fahrer bewegte es voran, indem er sich mit den Füßen kräftig vom Boden abstieß.

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So ähnlich sah das "Draisine" oder "Laufmaschine" genannte Ur-Fahrrad des badischen Erfinders Karl von Drais aus. 1817 hatte er es entwickelt und zum Patent angemeldet.

Längst sehen Fahrräder nicht mehr so hölzern und unbequem aus wie zu Zeiten von Karl von Drais. Stylisch sind sie, leicht, bunt, schick und sportlich. Vom City-Bike bis Higtech-Carbon-Rennrad, vom Hard-Tail bis zum perfekt gefederten Downhill-Mountainbike – wahlweise mit Elektro-Antrieb – alles scheint möglich in der großen Radfahr-Community. Ständig kommen weitere Neu-Entwicklungen hinzu:

Platter Reifen? Kein Problem mehr in Zukunft.

2019 will Bridgestone seinen futuristisch anmutenden „Air Free“-Reifen auf den Markt bringen. Dessen Lauffläche ruht zur Dämpfung auf einer leicht gekrümmten, sehr flexiblen Speichen-Struktur aus Gummi und Harzen, die den Pneu ersetzt.
Die nächste Generation von Fahrrädern könnte gar ohne Kette daher kommen, wie das „Chainless S1“ des Amerikaners Sean Chan. Es wird mit den Füßen via direkt am Hinterrad montierter Pedale angetrieben. Nie mehr Ketten-Öl am Hosenbein!

Stil-, gesundheits- und umweltbewußte Radfahrer

Kein Wunder also, dass das Fahrrad besonders bei gesundheits-, stil-und umweltbewussten Menschen beliebt ist: Es ist leise, verursacht keine Emission (außer vielleicht dem Schweißgeruch besonders angestrengter Fahrer), ist günstig und braucht wenig Platz. Das ideale Fortbewegungs-Mittel und in Fahrrad-Hochburgen wie Amsterdam, Kopenhagen, Münster, Freiburg oder Bozen (Italien) kaum wegzudenken. Dort gibt es zudem ausgeklügelte Radwegenetze, über die es sich viel schneller durch die Stadt navigieren lässt als per Auto.

Ganz schön schnell unterwegs!

A propos Schnelligkeit: Die erste offi­zi­ell über­lie­ferte Fahrt der Drais’schen Laufmaschine führte in der damals sagenhaften Zeit von 15 Kilometern pro Stunde von der Mannheimer Innenstadt ins rund sie­ben Kilo­me­ter ent­fern­ten Schwet­zin­ger Relais­haus (der heutige Stadtteil Mann­heim-Rheinau). Zum Vergleich: Bei der Tour de France 2015 fuhren Spitzensportler mit ihren Rennrädern bis zu 109 Stunden-Kilometern schnell. Die höchste Abfahrts-Geschwindigkeit, die je gemessen wurde, erreichte übrigens der Franzose Eric Barone mit einem High Speed Mountainbike auf Schnee: Mit 223,3 km/h fuhr er 2015 den Pic de Chabrières in Vars (Frankreich) herunter. Das Gefälle betrug 98 Prozent.

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Bridgestones neue Fahrrad-Reifen werden nicht mehr mit Luft aufgepumpt. Möglich macht das die neuartige Speichenstruktur aus Harz und verschiedenen Gummi-Mischungen im Inneren des Reifens

Der Rad-Tourismus in Deutschland boomt

Die meisten Fahrer sind allerdings mit 10 bis 25 km/h eher gemütlich unterwegs. Vor allem Menschen mittleren und höheren Alters suchen beim Radfahren gesunde Bewegung mit intensivem Natur- und Landschafts-Erlebnis. E-Bikes bieten auch den weniger trainierten unter ihnen die Möglichkeit, weite Strecken mit stärkeren Höhen-Unterschieden zurückzulegen. Zeitgemäß designte und komfortabel gefederte Fahrrad-Anhänger für Kinder locken zudem immer mehr Familien auf Fahrrad-Tour. Der Fahr­rad­-Tou­ris­mus ist in Deutschland ein Boom­-Sek­tor.

Das Fahrrad als Kurzstrecken-Transportmittel

Neue Konzepte steigern jedoch auch die Akzeptanz der Fahrrad-Nutzung als Kurzstrecken-Transportmittel im städtischen Wirtschafts-Verkehr. Beispielsweise wird die Post vermehrt mit dem E-Bike statt mit dem Auto zugestellt und das Mittagessen per Fahrrad-Kurier ins Büro geliefert.

 

Unser Tipp:

Wer sich über die neuesten Trends in der Fahrrad-Branche informieren möchte, der sollte unbedingt die Fahrrad-Messe Eurobike vom 30. August bis 2. September 2017 am Bodensee besuchen. Auf dem Neuen Messegelände in Friedrichshafen gegenüber dem Flughafen trifft sich dann die internationale Fahrrad-Fachwelt. Am 2. September von 9 bis 18 Uhr ist die Messe für alle Besucher geöffnet. Dann können auch Hobby-Radler die neuesten Trends begutachten, die spektakulären Bike-Shows der Profis bestaunen und selbst Bikes testen.


 

RD Abbinder
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