Eine junge Frau bekommt beim Friseur die langen, braunen Haare geschnitten.
© iStockfoto.com / skynesher
Aus der
aktuellen
Ausgabe

Gesundheitsmythen Beauty

Die Haare wachsen nach dem Schneiden nicht kräftiger nach

Manchmal beruhen falsche Schlussfolgerungen auf richtigen Beobachtungen. So hier: Abgeschnittene Haare sehen an der Schnittstelle dick aus – das bedeutet aber nicht, dass sie auch üppiger nachwachsen.

Autor: Reader's Digest Book

Ob lang oder kurz, lockig oder glatt, blond, braun, schwarz oder rot – Haarfarbe und Frisur tragen dazu bei, uns zu kennzeichnen. Sie verraten viel von uns: Geschlecht, Alter, Gesundheitszustand sowie unsere Ansichten über die Welt – man denke nur an Blondinenwitze, langhaarige Künstler, Irokesenschnitt, die Tonsur der Mönche und die Pilzköpfe der Beatles. Deshalb ist es verständlich, wenn männliche Jugendliche in der Pubertät versuchen, den ersten Flaum durch Rasieren zu einem Bart zu befördern, der Reife ausstrahlt.

Haare – tote Keratinfäden

Doch so zäh der Glaube auch ist, dass Rasieren und Schneiden die Haare dicker und kräftiger macht sowie das Haarwachstum steigert – der Glaube ist ein Mythos und in zahlreichen Studien längst widerlegt. Die Begründung ist recht einfach. Haare sind Fäden aus dem Eiweißstoff Keratin, die in den Haarwurzeln in der Haut gebildet werden. Es handelt sich also um tote Zellen. Zum Glück, denn sonst müsste der Friseur vor dem Haareschneiden eine Narkose verabreichen. Die Haarfarbe stammt von eingelagerten Pigmenten, dem schwarzbraunen Eumelanin und dem rotgoldenen Phäomelanin. Je nach Mischung kommen die unterschiedlichen Haarfarben zustande.

Für die Haarwurzeln spielt es keine Rolle, ob die Haare abgeschnitten werden oder nicht. Deshalb lässt sich das Haarwachstum auch nicht durch Schneiden fördern. Es ist nur von der Durchblutung der Haut und der Nährstoffverfügbarkeit an der Wurzel sowie von den Genen abhängig. Dennoch hat der Mythos eine Grundlage. Werden lange Haare abgeschnitten, scheint das einzelne Haar ohne die strapazierten, dünn gewordenen Spitzen kräftiger zu sein. Und nach dem Rasieren sehen die steil stehenden Stoppeln an der Schnittstelle dicker aus. So wird der Eindruck vom üppigeren Wachsen entstanden sein.

 

 

 


Mehr zu diesem Thema

Aus der
aktuellen
Ausgabe

Gesundheitsmythen Diät & Ernährung

Die tropische Frucht ist eine gesunde Köstlichkeit. Das in ihr enthaltene Bromelain ist einer der wertvollen Inhaltsstoffe. Aber Bromelain verbrennt kein Fett und ...

...mehr
Aus der
aktuellen
Ausgabe

Gesundheitsmythen Beauty

So hässlich, lästig und unter Umständen schmerzhaft das dunkle Adergeflecht an den Beinen ist – mit der Beinhaltung hat es wenig zu tun. Eher mit Veranlagung ...

...mehr
Aus der
aktuellen
Ausgabe

Gesundheitsmythen Körper & Psyche

Leistungsabfall, Müdigkeit und Krankheiten werden oft auf Stoffwechselschlacken im Körper zurückgeführt. Solche Schlacken gibt es aber nicht.

...mehr
Aus der
aktuellen
Ausgabe

Gesundheitsmythen Körper & Psyche

Sie sollen die Leistung steigern, die Konzentrationsfähigkeit erhöhen und dem Körper einen Energieschub verpassen: So werden Energydrinks beworben.

...mehr
Aus der
aktuellen
Ausgabe

Gesundheitsmythen Körper & Psyche

Bei jeder Erkältungswelle hört man die Forderung, man müsse den Körper abhärten, um sich nicht anzustecken, etwa mit kalten Duschen. Aber deren positive ...

...mehr
Aus der
aktuellen
Ausgabe

Gesundheitsmythen Diät & Ernährung

Trotz ihrer fettreichen, gehaltvollen Küche leben Franzosen länger als beispielsweise Deutsche. Manche führten dieses „französische Paradox“ auf das ...

...mehr

 

RD Abbinder
RD Abbinder
RD Abbinder

Reader's Digest Deutschland: Verlag Das Beste GmbH - Vordernbergstraße 6, 70191 Stuttgart