Ein junger Mann trinkt Wasser us einem Glas und zeigt das Okay-Zeichen.
© istockfoto.com / AaronAmat
Aus der
aktuellen
Ausgabe

Diät & Ernährung

Das richtige Wasser für Sie

Mit Wasser löschen Sie Ihren Durst besonders gesund. Welches ist das richtige für Sie? Wir helfen bei der Auswahl.

Ausgabe: August 2020 Autor: Karin Kerber

1.) Preiswerter Durstlöscher: Trinkwasser aus dem Hahn

„Einen Liter Trinkwasser bekommen Sie für weniger als einen halben Cent“, erklärt Harald Seitz vom Bundeszentrum für Ernährung. Dafür erhalten Sie Qualität: Die Versorger in Städten und Gemeinden stellen sicher, dass das, was aus den Hähnen fließt, den Vorgaben der Trinkwasserverordnung mit ihren strengen Grenzwerten für gesundheitsschädliche Stoffe genügt. „Haben Sie der Leitung länger kein Wasser entnommen, lassen Sie es ablaufen, bis es kühl herausfließt“, rät Claudia Brunner, Expertin für Trinkwasser beim Umweltbundesamt. „Denn in Wasser, das länger als vier Stunden in der Leitung steht, finden sich oft erhöhte Konzentrationen von Nickel, das sich aus den Armaturen herausgelöst hat.“ Gleichzeitig miniminieren Sie so das Risiko, gesundheitsschädliche Keime zu konsumieren, die sich in stehendem Wasser rascher vermehren.
Sie mögen es spritzig? Dann könnte sich ein Wassersprudler für Sie lohnen. Eine Patrone reicht für bis zu 60 Liter Wasser mit Kohlensäure. „Spülen Sie die Flaschen vor jeder Verwendung aus und reinigen Sie sie nach der Anleitung des Herstellers“, empfiehlt Experte Seitz.

 

2.) Natürlich rein: Mineral- und Heilwasser

Mineralwasser stammt aus sogenanntem Tiefenwasser. Auf dem Weg in die oft mehrere Hundert Meter unter der Erde befindlichen Vorkommen hat es Mineralstoffe wie Kalzium, Magnesium und Natrium aus dem Boden gelöst und wurde natürlich gereinigt. Eine amtliche Anerkennung, also die Genehmigung des Mineralbrunnens durch die zuständige Behörde, garantiert, dass seine Erzeugnisse alle Vorgaben der EU-Richtlinie zu natürlichen Mineralwässern erfüllen: Brunnenbetreiber dürfen beispielsweise Eisen und Schwefelverbindungen entfernen sowie Kohlensäure entziehen oder zusetzen.
Die in immer gleicher Konzentration enthaltenen Mineralien und Spurenelemente verleihen den Wässern ihren Geschmack. Sind sie durch unter­irdische Salzvorkommen geflossen, enthalten sie neben Chlorid auch viel Natrium und schmecken leicht salzig. Wasser aus sulfatreichen Böden hingegen kann eine süßliche bis leicht bittere Note aufweisen. Der Blick auf den Mineralstoffgehalt auf dem Etikett kann sich lohnen. „Wasser mit mehr als 150 Milligramm Kalzium pro Liter kann für Menschen, die keine Milchprodukte essen, eine wertvolle Quelle für diesen Stoff sein“, erklärt Harald Seitz. „Wer wegen Blut­hochdruck auf eine natrium­arme Ernährung achten muss, wählt besser eine Sorte, die weniger als 20 Milli­gramm Natrium pro Liter enthält.“
Eine therapeutische Wirkung müssen die Anbieter von Heilwasser für ihre Erzeugnisse nachweisen. Mehr als 1300 Milligramm Hydrogencarbonat pro Liter etwa kann gegen Sodbrennen oder Reizmagen helfen, mehr als 1200 Milligramm Sulfat pro Liter Darmträgheit entgegenwirken. Heilwässer unterliegen den Auflagen des Arzneimittelgesetzes. Auf den Flaschen sind unter anderem Angaben zu Anwendungsgebieten, Gegenanzeigen sowie eine Mengenempfehlung Pflicht. Ob und welches Heilwasser sich für Sie eignet, sollten Sie immer vorab mit Ihrem Arzt besprechen.

 

3.) Quell- und Tafelwasser

Quellwasser stammt ebenfalls aus tief liegenden Wasservorkommen und darf nur den für diese zugelassenen Behandlungsmethoden unterworfen werden. Jedoch muss es weder amtlich anerkannt sein noch einen konstanten Gehalt an Mineralstoffen und Spurenelementen aufweisen. Wussten Sie übrigens, dass im Restaurant Mineral- und Quellwasser stets in geschlossenen Flaschen serviert werden muss? Kommt ein offener Krug auf den Tisch, handelt es sich um Tafelwasser, das der Wirt auch aus Zapfanlagen ausschenken darf. Dieses wird aus Trinkwasser, Mineralwasser oder beidem hergestellt und kann eine weitere Zutat wie Natursole, Meerwasser oder Natriumchlorid enthalten, muss dabei jedoch – wie auch Quellwasser – der Trinkwasserverordnung genügen.

 

 

Die Wahl der Flasche

Falls Sie abgefülltes Wasser kaufen, sollten Sie zu Mehrwegflaschen greifen. So lautet die Empfehlung des Umweltbundesamts. Unter ökologischen Aspekten schneiden Kunststoff und Glas vergleichbar ab, je länger der Transportweg, desto mehr wirkt sich das Gewicht von Glas negativ auf die Umweltbilanz aus. Wasser in PET-Flaschen trägt ein Mindesthaltbarkeitsdatum von etwa einem Jahr, in Glasflaschen sind es zwei Jahre. Im Prinzip sind original verschlossene Gebinde jedoch deutlich länger haltbar – vorausgesetzt, Sie lagern sie an einem dunklen, kühlen und trockenen Ort.

 

 


Mehr zu diesem Thema

Aus der
aktuellen
Ausgabe

Wasser Diät & Ernährung

Trendmarken, Heilquellen und ein entsprechendes Preisniveau – Flaschenwasser überzeugt durch sein Gesundheitsimage. Aber ist es tatsächlich besser als ...

...mehr
Aus der
aktuellen
Ausgabe

Wasser Diät & Ernährung

Ja. In einem Artikel in einer Fachzeitschrift wurde darauf hingewiesen, dass zu viel Wasser die Konzentrationsfähigkeit beeinträchtigen und Schlafprobleme ...

...mehr
Aus der
aktuellen
Ausgabe

Wasser Diät & Ernährung

Kurzfristig kann der Körper einen Wassermangel ausgleichen, indem er weniger Urin ausscheidet. Wenn Sie aber auf Dauer zu wenig Flüssigkeit zu sich nehmen, ...

...mehr
Aus der
aktuellen
Ausgabe

Wasser Familie & Leben

Wasser ist kalorienfrei, es schmeckt nach nahezu nichts und dennoch kann kein Geschöpf ohne es leben.

...mehr
Aus der
aktuellen
Ausgabe

Wasser Beauty

Wasser macht mehr als 60 % unseres Körpergewichts aus und ist die Substanz, die in unserem Körper am häufigsten vorkommt.

...mehr
Aus der
aktuellen
Ausgabe

Wasser Diät & Ernährung

Den Körper dauerhaft gut mit Wasser zu versorgen hilft, die Körpertemperatur zu regulieren, und ermöglicht es ihm, Abfallprodukte zügig zu entsorgen.

...mehr

 

RD Abbinder
RD Abbinder
RD Abbinder

Reader's Digest Deutschland: Verlag Das Beste GmbH - Vordernbergstraße 6, 70191 Stuttgart