Gesunde Ernährung: Nicht nur was wir essen zählt, sondern auch wann
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Gesunde Ernährung: Nicht nur was wir essen zählt, sondern auch wann

Offenbar bestimmt nicht nur das, was wir täglich verspeisen unser Gewicht und unsere Gesundheit – sondern auch, wann wir essen. Das haben Wissenschaftler in den USA und in Spanien herausgefunden. Wer die wichtigsten Regeln beachtet, stärkt Gesundheit und Wohlbefinden.

Ausgabe: August 2016 Autor: Emily Laber-Warren

Ein frühes Abendessen und eine nächtliche Fastenpause sind beste Voraussetzungen für eine erfolgreiche Gewichts-Reduzierung und die Stärkung des Immun-Systems. Neueste wissenschaftliche Erkenntnisse bestätigen dies. „Unsere Biologie reagiert unterschiedlich auf Kalorien, je nachdem, zu welcher Tageszeit wir essen“, sagt Neurologe Dr. Frank Scheer von der Harvard-Universität in den USA.

Nächtliches Fasten ist einfach und effektiv

Jackie Rodriguez hat das selbst erlebt. Nach der Geburt ihres ersten Kindes nahm sie 35 Kilo zu. „Ich war total unglücklich“, sagt sie. Zwei Jahre später gelang es ihr – ohne Diät – mühelos abzunehmen. Der Grund: Ein neuer Job, der ihren Tagesablauf total veränderte. Nun aß sie um 17 Uhr zu Abend und begann um 17.30 Uhr zu arbeiten. Um 23 Uhr hatte sie Feierabend.
Obwohl Nachtarbeit häufig zu Gewichts-Zunahme führt, nahm Jackie innerhalb von neun Monaten sichtbar ab. Sie konnte nun nachts regelmäßig schlafen und – noch viel wichtiger: Sie aß während und nach der Arbeit nichts mehr.

Nächtliches Fasten unterstützt das Immunsystem

Wer nachts fastet, lebt gesünder. Das hat Satchidananda Panda, Molekular-Biologe am Salk-Institut für Biologische Studien im kalifornischen La Jolla, mit einer Studie belegt. Er fand heraus: Mäuse, die nur während ihrer aktiven Stunden fraßen (das entspricht denTagesstunden beim Menschen), waren deutlich gesünder und schlanker als diejenigen, die die gleiche Futtermenge verteilt über 24 Stunden fraßen.
Durften die Nonstop-Esser dann nur noch tagsüber fressen, verbesserten sich bei ihnen Diabetes und die Leber- und Cholesterinwerte. Auch die Entzündungsmarker verringerten sich. „Es scheint“, so Panda, „als könnten wir die Schwere einer Krankheit mindern, indem wir nur tagsüber essen.“

Späte Snacks stören den Tages-Rhythmus

Nahezu jedes Wesen berücksichtigt in seinem Verhalten den Wechsel zwischen Tageslicht und Nacht. Man nennt dieses Muster auch Tages-Rhythmus. Unnatürliches nächtliches Licht, so entdeckten Forscher, stört diesen Rhythmus und kann sogar Erkrankungen auslösen.
Experten vermuten, in unserem Körper existiere eine zweite, von der Nahrung geregelte tagesrhythmische Uhr. Nahrungs-Aufnahme rund um die Uhr stört sie empfindlich. Das – dafür gibt es Hinweise – könnte genauso schädlich sein, wie künstliches Licht bei Nacht. Unsere Verdauungs-Enzyme und Hormone nehmen innerhalb von 24 Stunden vorhersehbar zu und ab. Während der gesamten Evolution standen der Tag für die Nahrungsaufnahme und die Nacht für das Fasten. Snacks bis spät in die Nacht stellen die evolutions-biologisch gesteuerte Nahrungs-Aufnahme jedoch auf den Kopf.

Nächtliches Essen gilt als Ursache für Diabetes, Herzerkrankungen und Krebs

Nimmt man permanent Nahrung zu sich, sind die Insulin- und Glukosewerte ständig erhöht. Und Insulin wirkt wachstums-fördernd auf Zellen im Krebs-Vorstadium.
Forschungen an Frauen, die Brustkrebs überlebt haben, bestätigen das. Bei Frauen, die nachts mindestens 13 Stunden nichts aßen war das Risiko, einen Rückfall zu erleiden geringer. Nächtliches Essen gilt daher als eine Ursache für Krebs, aber auch für Diabetes und Herzerkrankungen, sowie für Lern- und Gedächtnis-Probleme.

Frühstück ist nach der Fasten-Nacht die wichtigste Mahlzeit des Tages

Das Frühstück, so Molekular-Biologe Satchidananda Panda, sei die wichtigste Mahlzeit des Tages, wenn zwischen Abendbrot und Frühstück eine Pause von mindestens zwölf Stunden ohne Essen und andere Getränke als Wasser liegt.

Hauptmahlzeit früher einnehmen verstärkt den Abnehm-Effekt

Um den Abnehm-Effekt zu verstärken ist hilfreich, die Hauptmahlzeit früher am Tag einzunehmen. In einer Studie von 2013 analysierten Dr. Frank Scheer von der Universität Harvard und Marta Garaulet von der Universität Murcia in Spanien das Essverhalten von 420 Diät-Patienten. Die Teilnehmer nahmen die gleiche Kalorien-Anzahl zu sich und waren vergleichbar aktiv.
Allerdings verloren diejenigen, die ihre Haupt-Mahlzeit vor 15 Uhr einnahmen, deutlich mehr Gewicht als die Probanden, die später gegessen hatten. „Der Gewichts-Verlust ist bemerkenswert bei der kleinen Abweichung im Zeitpunkt der Mahlzeiten“, sagt Dr. Frank Scheer.
Viele Menschen wissen dies und verhalten sich entsprechend. Craig Weingard trainiert regelmäßig. Er sträubte ich lange gegen das nächtliche Fasten. Hungrig zu Bett gehen: Undenkbar! Bis er es versuchte. „Mein Körper veränderte sich schlagartig. Wenn ich nach 18 Uhr nichts mehr esse, ist mein Bauch am folgenden Tag tatsächlich flacher.“

 

 

 

 


 

RD Abbinder
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