Eine junge Ernährungsberaterin erklärt einer Patientin in ihrer Praxis den Diätplan.
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Diabetes Diät & Ernährung

Lebensmittel-Wissen für Diabetiker

Was Sie als Diabetiker über Lebensmittel wissen sollten.

Autor: Reader's Digest Book

Diabetiker sollten auf eine gesunde, ausgewogene Kost mit wenig gesättigten Fetten, Zucker und Salz, aber reichlich Obst und Gemüse und der optimalen Menge an stärkereichen Lebensmitteln (Brot, Kartoffeln, Nudeln, Reis) achten. Die Hauptnährstoffe bei diabetesgerechter Ernährung sind:

 

Kohlenhydrate

Die meiste Energie bezieht der Körper aus Kohlenhydraten. Es gibt zwei Formen: Einfache Kohlenhydrate werden leicht zu Glukose abgebaut, dazu zählen Haushaltszucker und zuckerhaltige Getränke. Komplexe Kohlenhydrate sind langkettige Zucker, die meist zusammen mit Ballaststoffen und anderen Nährstoffen im Lebensmittel enthalten sind. Der Körper benötigt mehr Zeit, um diese Kohlenhydrate zu verdauen. Fast alle Getreide und Gemüse liefern komplexe Kohlenhydrate. Kohlenhydrate werden leicht in Zucker gespalten, weshalb sie den größten Einfluss auf Ihren Blutzuckerspiegel haben.

Einfache Kohlenhydrate – wie sie in Süßigkeiten und Kuchen stecken – werden so rasch abgebaut, dass der Körper innerhalb kürzester Zeit regelrecht mit Glukose überflutet wird. Kein Wunder also, dass Kohlenhydrate lange Zeit als Feind Nummer eins für Diabetiker gehalten wurden. Aber unterschiedliche Kohlenhydrate wirken unterschiedlich auf unseren Blutglukosespiegel. Es ist deshalb wichtig, den glykämischen Index von Lebensmitteln zu verstehen, damit Sie auch weiterhin Ihre Lieblingsspeisen genießen können, ohne sich zu schaden.

Wer eine strenge kohlenhydratarme Diät einhält, tut sich eventuell keinen Gefallen, denn Kohlenhydrate sind die beste Energiequelle für den Körper. Und weil sie im Vergleich zu Fett nur die Hälfte an Kalorien liefern, kann ein Ernährungsplan, der reichlich komplexe Kohlenhydrate enthält, viel abwechslungsreicher gestaltet werden. Zudem ist das Risiko, an Gewicht zuzunehmen, deutlich niedriger. Entscheidend ist, Kohlenhydrate nicht als gleich zu betrachten. Kuchen und Brokkoli liefern beide hauptsächlich Kohlenhydrate, aber es sind sehr unterschiedliche Lebensmittel. Diabetesberater empfehlen, dass stärkehaltige Kohlenhydrat-Lebensmittel (also Lebensmittel, die komplexe Kohlenhydrate enthalten) die Grundlage jeder Mahlzeit sein sollten. Sie halten den Blutzucker relativ ausgeglichen.

 

Zucker-Zusammenhang

Es gibt für Menschen, die an Diabetes erkrankt sind, eigentlich keinen Grund, auf Zucker vollständig zu verzichten. Wie sich ein zuckerhaltiges Getränk oder Essen auf den Blutzucker auswirkt, hängt nicht nur von der Zuckermenge ab. Auch wie ein Gericht gegart wurde, welche Zutaten kombiniert wurden und was dazu gegessen wird, hat einen Effekt auf den Blutzucker. Wenn man ein zuckerreiches Getränk zwischen den Mahlzeiten trinkt, wird es schnell vom Körper aufgenommen und verursacht einen steilen Blutzucker an stieg. Wird Zucker jedoch als Bestandteil einer Mahlzeit aufgenommen, verursacht er einen langsameren Anstieg des Blutzuckerspiegels. Süßstoffe wie Aspartam und Acesulfam wirken sich nicht auf den Blutzucker aus. Sie können Gerichte (nach dem Kochen!) oder Getränke damit süßen. Wer regelmäßig Süßstoff verwendet, sollte unterschiedliche Sorten nehmen.

 

Komplexe Kohlenhydrate

Sie werden langsamer verdaut als einfache Kohlenhydrate und kommen zusammen mit anderen Nährstoffen, vor allem mit Ballaststoffen, in Lebensmitteln vor. Ballaststoffe sind nichts anderes als unverdauliche Pflanzenfasern, beispielsweise Getreidespelzen oder Apfelschalen. Was so gut an Ballaststoffen ist? Unlösliche Ballaststoffe (z. B. in Vollkorngetreide und in Kartoffelschalen) quellen mit Flüssigkeit auf und sättigen daher schneller. Außerdem wird dadurch die Verdauung verlangsamt, deshalb hält das Sättigungsgefühl länger an. Unlösliche Ballaststoffe binden verwertbare Abfallstoffe im Darm nicht, sondern „fegen“ ihn regelrecht aus und halten ihn dadurch sauber. Lösliche Ballaststoffe (z.B. in Bohnen und Linsen) können da zu beitragen, den Cholesterinspiegel zu senken, und so das Herz schützen. Auch sie helfen, den Blutzuckerspiegel konstant zu halten.

 

Fett in Lebensmitteln

Fette sind chemische Verbindungen, die Wissenschaftler als Lipide bezeichnen. Sie enthalten etwa doppelt so viel Energie wie Kohlenhydrate oder Eiweiß. Fett ist nur dann ein Problem, wenn man davon zu viel und dann auch noch von der weniger gesunden Sorte isst. Fettmoleküle aus der Nahrung werden im Körper gelagert, und das führt zu mehr Gewicht. Die fettähnlichen Stoffe, die sich im Blutstrom bilden, schaden zu dem Herz und Kreislauf.

Genau wie bei Kohlenhydraten ist es falsch, einfach nur von „Fett“ zu sprechen. Es gibt drei Hauptgruppen von Fetten. Fett, das bei Raumtemperatur fest ist, nützt Ihrer Gesundheit am wenigsten. In erster Linie betrifft dies Butter, Käse und das Fett von Fleisch. Während dieses Fett (bekannt als gesättigtes Fett) unglaubliche Mengen an Energie liefert, bietet es wenige gesundheitliche Vorteile. Im Gegenteil: Es hat den schädlichsten Einfluss auf das Blutcholesterin, was Sie anfällig für Herzerkrankungen machen kann. Fette, die bei Raumtemperatur flüssig sind (hauptsächlich Pflanzenöle wie Maiskeim-, Oliven- oder Rapsöl) werden in zwei Kategorien eingeteilt: die mehrfach ungesättigten und die einfach ungesättigten Fette. Beide sind gesundheitsfördernd, aber die letzteren sind die besten. Es gibt Hinweise, dass einfach ungesättigte Fette das HDL-Cholesterin erhöhen; wichtig für Diabetiker, weil sie ein erhöhtes Herzerkrankungsrisiko haben.

Dann gibt es noch die Fischöle, auch Omega-3-Fettsäuren genannt. Sie sind lebenswichtig für uns und stecken in Fettfischen wie Lachs, Hering, Makrele, Thunfisch und Sardinen. Der Verzehr von Fettfisch trägt vermutlich dazu bei, das Risiko von Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu senken. Essen Sie also möglichst einmal in der Woche fettreichen Fisch.

Transfettsäuren werden in der Lebensmittelindustrie eingesetzt, um Pflanzenfette (Öle) zu härten. Margarine ist wohl das klassische Beispiel dafür. Industriemargarine (zur Herstellung von Fertigprodukten) weist einen relativ hohen Gehalt, reine Pflanzenmargarine da gegen nur Spuren von Transfettsäuren auf.


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