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Kleine Weinkunde – 10 deutsche Traubensorten
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Kleine Weinkunde – 10 deutsche Traubensorten

Vom Anbau bis zum Geschmack – lesen Sie alles Wissenswerte über die je fünf am häufigsten angebauten roten und weißen Rebsorten in Deutschland.

Autor: Reader's Digest - did

In Deutschland werden auf etwa 100.000 Hektar Wein angebaut, fast 140 verschiedene Rebsorten gibt es. Große wirtschaftliche Bedeutung haben aber nur ungefähr zwei Duzend – allen voran der Riesling, der Müller-Thurgau und der Spätburgunder. Von den rund 100.000 sind etwa 64 Prozent weiße und 36 Prozent rote Trauben. Es ist jedoch ein Trend zum Rotwein hin auszumachen.

 

  • Portugieser – der Süffige

    Portugieser – der Süffige

    Anbaugebiet: Regionale Schwerpunkte befinden sich in der Pfalz, Rheinhessen und an der Ahr.

    Geschichte: Der Name dieser Rebsorte weist nicht auf ihr Herkunftsland hin. Denn der Portugieser stammt vermutlich aus Österreich-Ungarn, von wo er im 18. Jahrhundert nach Deutschland kam.

    Geschmack: Portugieser-Weine sind meist hellrot, blumig und zartfruchtig. Sie gelten als unkomplizierte, süffige und frische Schoppenweine, die etwas kühler (14 – 16 Grad) auch als Sommerwein taugen. Der Alkoholgehalt ist etwas geringer als bei anderen Rotweinen. Der verhaltene Duft zeigt Ansätze von Beerenaromen und einem leichten Pfefferton. Er schmeckt zu zahlreichen Gerichten, vor allem aber zu Terrinen und Muscheln.

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  • Schwarzriesling – Vorfahr des Burgunders

    Schwarzriesling – Vorfahr des Burgunders

    Anbaugebiet: Vor allem in Württemberg erfreut sich der Schwarzriesling großer Beliebtheit, kleinere Anbaugebiete befinden sich in Franken, der Pfalz, Baden und Rheinhessen.

    Geschichte: Der Schwarzriesling ist nicht, wie der Name vermuten lässt, mit dem Riesling verwandt. Stattdessen soll er die Ursorte der Burgunderfamilie sein. In Frankreich heißt er „Pinot Meunier“.

    Geschmack: Das Aroma ist ähnlich fruchtig wie das der Spätburgunders, jedoch ist er nicht so körperreich. Der Schwarzriesling hat eine rubin- bis Ziegelrote Farbe, es gibt trockene, aber auch fruchtig-süße Varianten. Bei Tisch ist er auch eine Alternative zum Spätburgunder. Kräftigere Weine des Schwarzrieslings passen zu Fleischgerichten vom Schwein, Lamm oder Wild wie auch zu milden Käsesorten.

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  • Trollinger – der Schwabe

    Trollinger – der Schwabe

    Anbaugebiet: Der Trollinger ist das schwäbische „Nationalgetränk“. So ist es nicht verwunderlich, dass die etwa 2500 Hektar Anbauflächen bis auf 35 Hektar in Baden-Württemberg liegen. Dort ist er die meist angebaute Rebsorte vor Schwarzriesling und Lemberger.

    Geschichte: Die Heimat des Trollingers liegt in Südtirol und dem Trentino. Die Römer brachten ihn einst über die Alpen nach Deutschland, allerdings zuerst in die Pfalz. Erst im 17. Jahrhundert wurde der Trollinger in Württemberg heimisch.

    Geschmack: Trollinger sind frische, bodenständige Weine, deren Restsüße die Tropfen zudem süffig machen. Sein Bukett ist leicht blumig mit einem zarten Muskatton und Wildkirschenaroma. Die Weine sind meist hellrot. Trollinger wird gerne zu deftigen Brotzeiten getrunken, passt aber auch gut zu Geflügel, Fleisch und leichtem Käse.

    Lagerung: Trollinger sind im Jahr nach der Ernte bereits trinkreif.

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  • Dornfelder – der Körperreiche

    Dornfelder – der Körperreiche

    Anbaugebiet: Mit rund acht Prozent Anbaufläche folgt der Dornfelder hinter dem Spätburgunder. Die meisten Reben liegen in der Pfalz, Rheinhessen und Württemberg.

    Geschichte: Er ist eine der erfolgreichsten Neuzüchtungen Deutschlands. Ihre Ursprünge liegen im württembergischen Weinsberg. August Herold züchtete sie erstmals 1955 in einer von Weinfachmann Immanuel Dornfeld gegründeten Weinbauschule. Er kreuzte die Sorten Helfensteiner und die Heroldrebe. Mitte der 70er-Jahre setzte sich der Dornfelder deutschlandweit durch.

    Geschmack: Die meisten Weine dieser Rebe sind trocken bis halbtrocken und haben eine tiefrote Farbe. Es gibt zum einen Dornfelder, die jung auf den Markt gebracht werden und fruchtig schmecken. Die anderen werden im Holzfass (Barique) ausgebaut. Bei ihnen sind die Fruchtaromen weiniger ausgeprägt. Dafür werden die Gerbstoffe (Tannine) stärker betont – e sind gehaltvolle, harmonische Weine. Wie alle kräftigen Rotweine passen sie in die kühle Jahreszeit und schmecken zu Braten, Wild und Käse.

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  • Spätburgunder (Pinot Noir) – der Winterwein

    Spätburgunder (Pinot Noir) – der Winterwein

    Anbaugebiet: Der Spätburgunder ist die meistangebaute Rotweinsorte Deutschlands. Der Anteil an der Gesamt-Rebfläche beträgt über zehn Prozent. Die meisten Reben befinden sich in Baden (Schwerpunkt Kaiserstuhl), wichtige Anbaugebiete sind aber auch Rheinhessen, die Pfalz, Württemberg und die Ahr.

    Geschichte: Der Spätburgunder gehört zu den frühesten Sorten, die im westlichen Mitteleuropa aus den Wildreben ausgelesen wurden. Er kam über Karl den Dicken 884 an den Bodensee, von wo aus er sich in die anderen Anbaugebiete verteilte.

    Geschmack: Spätburgunder ist der Wein für gehobene Ansprüche. Er ist meist trocken und schmeckt vollmundig und samtig. Spätburgunder besitzen ein fruchtiges Aroma. Es wird unterschieden zwischen traditionellen (Reife, Gerbstoffarmut, feine Säure) und modernen Ausbauformen (kräftiges Rot, mehr Gerbstoffe, weniger Säure). Der Spätburgunder ist ein idealer Wein für die kalte Jahreszeit und passt sehr gut als Begleiter zu Braten, Wild oder einer Käseplatte.

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  • Riesling – der Klassiker

    Riesling – der Klassiker

    Anbaugebiet: Der Riesling wächst in allen deutschen Weinanabaugebieten, er prägt die deutsche Weinkultur wie kein anderer. Er wird auf etwa 22 Prozent der Rebfläche angebaut. Die größten Anbaugebiete sind Mosel, Pfalz, Rheinhessen, Württemberg, baden und die Nahe.

    Geschichte: Die Winzer im Rheingau und an der Mosel sind am längsten mit der Rebsorte vertraut, erste historische Dokumente stammen aus dem Jahr 1435.

    Geschmack: Je nach Anbaugebiet bringt der Riesling sehr unterschiedliche Weine hervor – von trocken bis fruchtig-süß. Trockene bis halbtrockene Rieslinge harmonieren gut mit leichten Speisen wie gedünstetem Fisch, gekochtem Fleisch mit heller Soße oder Geflügel. Halbtrockene bis liebliche Varianten schmecken zu Frischkäse. Die fruchtig-süße Variante ist der optimale Begleiter für Desserts. Der typische Riesling hat eine blass- bis goldgelbe Farbe.

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  • Müller-Thurgau – der Unkomplizierte

    Müller-Thurgau – der Unkomplizierte

    Anbaugebiet: Müller-Thurgau ist in fast allen 13 Anbaugebieten vorhanden. Die größten Rebflächen befinden sich in Rheinhessen, Baden, Franken, der Pfalz und an der Mosel.

    Geschichte: Die Müller-Thurgau-Traube wurde erstmals 1882 von Professor Hermann Müller aus dem Schweizer Kanton Thurgau gezüchtet und 1913 offiziell nach ihm benannt. Lange Zeit hielt man die Rebe für eine Kreuzung der Sorten Riesling und Silvaner – daher auch das Synonym Rivaner, eine Zusammensetzung aus beiden Wörtern. Neuere Genuntersuchungen zeigen aber, dass der Müller-Thurgau aus dem Riesling und Madelaine Royale stammt.

    Geschmack: Die Rebsorte liefert süffige und manchmal blumige Weine mit einem feinen Muskataroma und einer milden Säure, die bei Weinen nördlicherer Herkunft auch stärker ausfallen kann. Diese eleganten, leichten Weine duften nach Apfel, schwarzer Johannisbeere und Aprikose. Die Farbe ist Blass- bis Hellgelb. Der Müller-Thurgau passt gut zu leichten Speisen wie Spargel.

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  • Kerner – der Fruchtige

    Kerner – der Fruchtige

    Anbaugebiet: Hauptanbaugebiet in Deutschland sind Rheinhessen und die Pfalz, aber auch an der Mosel, in Württemberg, an der Nahe und in Franken wird er kultiviert. Seit einigen Jahren geht die Anbaufläche zurück.

    Geschichte: Der Kerner ist eine Kreuzung aus Trollinger und Riesling und geht auf den württembergischen Züchter August Herold im Jahr 1929 zurück, weshalb er zu Beginn auch „weißer Herold“ genannt wurde. Den heutigen Namen erhielt er vom Weinsberger Dichter und Weinfreund Justinus Kerner.

    Geschmack: Kerner gibt es in allen Qualitätsstufen. Leichtere Varianten haben eine höheren Säuregehalt und erinnern an den Riesling, auch wenn Kerner aromatischer ist. Die Farbe liegt zwischen Hell- und Strohgelb. Halbtrockene bis trockene Weine gehobener Qualität harmonieren mit leichten Vorspeisen, Fisch und Gemüse, Geflügel, Kalbfleisch, Spargel und mildem Käse. Fruchtig süße Spätlesen passen zu Desserts auf Apfelbasis.

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  • Grauburgunder (Pinot Gris) – der Französische

    Grauburgunder (Pinot Gris) – der Französische

    Anbaugebiet: Er ist einer der wenigen Weißweine, die an Anbaufläche zulegen. Etwa 4,5 Prozent der Deutschen Rebflächen sind mit Grauburgunder bestockt. Die größte Fläche, rund zehn Prozent, liegt in Baden, gefolgt von Pfalz und Rheinhessen.

    Geschichte: Der Grauburgunder gelangte vom französischen Burgund erst in die Schweiz und nach Ungarn und von dort vermutlich im 14. Jahrhundert nach Deutschland. Früher war auch der Name Ruländer geläufig, die Traube wurde süß ausgebaut. Mit einem Imagewechsel zum trockenen Wein erfolgte auch der Namenswechsel hin zum Grauburgunder.

    Geschmack: Die Weine werden in Stahltanks, im Holzfass oder Barrique (spezielles Eichenfass) ausgebaut. Sie sind meist trocken, mittelkräftig und säurebetont. Je nach Qualität und Ausbaumethode sind Grauburgunder blassgelb, goldgelb oder sogar bernsteinfarben. Ein junger, leichter (halb-)trockener Grauburgunder eignet sich als Sommerwein. Kabinettweine und Spätlesen schmecken zu Meeresfrüchten, Pasta und Wild, fruchtig-süße Auslesen zu Edelpilzkäse und Desserts mit Mandeln oder Marzipan.

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  • Silvaner – der Rückkehrer

    Silvaner – der Rückkehrer

    Anbaugebiet: Vor allem in Rheinhessen, aber auch in Franken und der Pfalz.

    Geschichte: Neuere Forschungen ergaben, dass der Silvaner durch eine Kreuzung von Traminer und der Sorte „Österreichisch-Weiß“ entstand. In Deutschland gibt es ihn seit 350 Jahren. 1659 wurden die ersten Rebstöcke im fränkischen Castell bei Würzburg gepflanzt. Der Zisterzienser-Abt Alberich Degen sorgte für die Verbreitung durch weitere Pflanzungen. Bis in die 70er-jahre war er die wichtigste Rebsorte in Deutschland. Seitdem ist der Anbau zurückgegangen, erlebt aber in Rheinhessen und Franken eine Renaissance.

    Geschmack: Es gibt eher neutrale Weine mit einer milden Säure, aber auch vollmundige und wuchtige. Die recht hellen Weine duften dezent, mitunter auch erdig. Die Herzhafteren Varianten schmecken gut zu regionaler Küche, fränkische Sorten harmonieren mit Fisch, rheinhessische und pfälzische sehr gut mit Spargel, Gemüse und Geflügel.

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