Manche mögen’s heiß
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Manche mögen’s heiß

Ein Besuch in der Sauna tut der Seele gut und stärkt das Immunsystem.

Ausgabe: November 2018 Autor: Katharina Schönwitz

Die Tage werden kürzer, die Temperaturen sinken – der richtige Moment also für den Start in die Saunasaison. Ursprünglich stammt die Sauna, wie wir sie kennen, aus Finnland: ein kleiner mit Holz ausgekleideter Raum und ein Ofen, auf dem Steine erhitzt werden. Bis heute hat sich an diesem Aufbau kaum etwas verändert. Die Temperatur im Raum liegt meist zwischen 95 und 105 Grad bei einer Luftfeuchte unter 5 Prozent. Fast jedes Fitnessstudio, aber auch viele Hallenbäder und Hotels haben heute Saunas. „Beim Saunieren kann der Körper unter anderem vermehrt Endorphine ausschütten. Diese Botenstoffe heben die Stimmung und sorgen so für ein gesteigertes Wohlbefinden“, erklärt Dr. Rainer Stange, Internist und Experte für Naturheilverfahren am Immanuel Krankenhaus in Berlin.

Schwitzen ist gesund

Darüber hinaus stärkt der Gang ins Schwitzbad auch das Immunsystem. „Der schnelle Wechsel von heiß und kalt regt den Kreislauf an, fördert aber auch die Produktion von Antikörpern“, sagt Dr. Stange. „Insgesamt wird Ihr Immunsystem besser auf die nächste Erkältungssaison vor­bereitet.“
Grundsätzlich können alle gesunden Menschen in die Sauna gehen – auch ältere. Allerdings: Bei akuten Infekten, Fieber oder Entzündungen raten Experten vom Gang ins Schwitzbad ab. Herzkranke, Rheumatiker und Personen mit Nierenproblemen sollten sich individuell beraten lassen.
Ein hoher Blutdruck hingegen stellt kein Ausschlusskriterium dar. Saunieren kann diesen sogar senken, erklärt Dr. Sascha Ketelhut, Sportwissenschaftler an der Universität Halle. „Wer einen gut eingestellten Blutdruck hat, bekommt auch in der Sauna keine Probleme“, sagt Dr. Ketelhut, der eine Studie zum Thema Sauna und Hyper­tonie begleitet hat. „Trotzdem sollten Betroffene immer erst ihren Arzt um Rat fragen.“

Sauna-Etikette

Wenn Sie in die Sauna gehen wollen, planen Sie unbedingt genügend Zeit dafür ein – schließlich möchten Sie dort ja entspannen. Der Deutsche Sauna-Bund rät, sich der Hitze weder mit leerem noch mit vollem Magen auszusetzen. Vor dem Besuch mehr zu trinken als normal ist nicht notwendig. Packen Sie ein großes Handtuch als Unterlage ein – und am besten auch einen Bademantel für die Ruhephase. Schwimmbekleidung benötigen Sie in der Regel nicht, denn die meisten Saunen sind textilfrei.
Vor dem eigentlichen Saunagang sollten Sie duschen, um den Fettfilm auf der Haut zu entfernen. Trocknen Sie sich anschließend gründlich ab. Beides zusammen sorgt dafür, dass Sie leichter schwitzen.Anfänger nehmen am besten auf der unteren oder mittleren Bank Platz, um sich nicht der größten Hitze auszusetzen, die weiter oben herrscht. Legen Sie nach Möglichkeit die Beine hoch. Das entlastet Ihre Venen und sorgt dafür, dass am ganzen Körper dieselbe Temperatur herrscht. Vor dem Verlassen der Sauna sollten Sie sich aufrichten und die Beine ein wenig bewegen, um den Kreislauf auf das Aufstehen vorzubereiten.
Behalten Sie die Uhr im Auge: Der Deutsche Sauna-Bund empfiehlt acht bis 15 Minuten für einen Saunagang. „Achten Sie auf Ihre Körpersignale“, rät Dr. Rainer Stange. „Wenn Ihnen bereits nach wenigen Minuten der Schweiß perlt, reicht eine kürzere Zeitspanne. Man verträgt die Hitze auch nicht an allen Tagen gleich. Wenn Sie sich unwohl fühlen, gehen Sie sofort raus.“

Abkühlung muss sein

Die Abkühlung nach der Sauna ist so wichtig wie der Aufenthalt im Schwitzbad. Am besten tanken Sie zunächst ein wenig Sauerstoff an der frischen Luft, bevor Sie sich unter der Dusche und dann im Tauchbecken gründlich abkühlen. Der Kältereiz trainiert Ihre Blutgefäße, die sich blitzschnell zusammenziehen. Bluthochdruck­patienten kühlen sich langsam an der Luft oder mit lauwarmem Wasser ab, um Blutdruckspitzen zu vermeiden.
Wichtig: Vor dem nächsten Saunagang – maximal drei am Tag – benötigt Ihr Körper eine Ruhepause von etwa zehn bis 20 Minuten, die Sie am besten im Bademantel auf einer Liege verbringen. Hypertoniker sollten sogar 30 Minuten ruhen.
Optimal fürs Immunsystem und eine spürbare Wirkung auf einen erhöhten Blutdruck sind mindestens zwei Saunagänge in der Woche. Viel Vergnügen beim Schwitzen!


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