Ein älteres Paar beim Joggen im Wald. Die Frau trägt einen Schrittzähler.
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Motivationshilfen beim Sport: Schrittzähler und Co.

Regelmäßig zu trainieren ist die größte Herausforderung für einen Hobbysportler. Um dieses Ziel zu erreichen, sind auch technische Hilfsmittel nützlich.

Autor: Reader's Digest Book

Gerade in Verbindung mit einem Smartphone können Geräte wie Fitnessuhren, Schritt- oder Pulszähler das Training dokumentieren. Sie helfen dabei, Trainingspläne aufzustellen und bestenfalls sogar Überbelastungen verhindern, indem sie rechtzeitig vor einem Leistungseinbruch warnen. Technische Hilfen sind für Sie dann sinnvoll, wenn

  • Sie eine Möglichkeit suchen, Ihr Training automatisch zu dokumentieren.
  • Sie einen längerfristigen Trainingsplan verfolgen wollen, etwa in Absprache mit Ihrem Arzt oder Trainer.
  • Sie sich mit anderen über Ihre Ergebnisse austauschen wollen.
  • Sie vor einer Überbelastung gewarnt werden wollen (Achtung: Warnzeichen des Körpers gehen immer vor!).
  • Sie technisch interessiert sind.

Spaß an der Technik

Um sich für eine digitale Kontrolle seines Trainings zu entscheiden, ist ein Mindestmaß an Spaß an der Technik Voraussetzung: Die Geräte bzw. Programme müssen bedient werden, das kostet Zeit, die von der eigentlichen Fitnessphase abgehen könnte. Anstatt zu motivieren, können die Geräte also auch Ablenkung bedeuten.

Bestimmte technische Geräte sind durchaus sinnvoll, in erster Linie um die persönliche Motivation für ein regelmäßiges Training zu erhöhen, aber auch um die Ergebnisse mit einem Arzt oder Trainer zu besprechen. Gute Geräte zeigen auch Regenerationszeiten an, um das Training optimal zu steuern. Rechnen Sie mit Kosten von 70 bis 100 Euro für einfache Fitnessuhren mit integriertem Schrittzähler und Pulsmessgerät sowie entsprechender Software. Überlegen Sie vor dem Kauf, welchen Zweck das Gerät für Sie erfüllen soll, und lassen Sie sich nicht durch viele Funktionen blenden, die Sie ohnehin kaum nutzen werden und die nichts zu einem effizienten Training beitragen können.

Negative „Nebenwirkungen“ bedenken

Längst nicht alle technischen Hilfsmittel sind medizinisch empfehlenswert. Die Kontrolle von Schlafphasen oder Stresslevel kann vielmehr die Probleme verstärken und die Unruhe erhöhen: Wer abends schon mit einer gewissen Sorge oder Erwartungshaltung zur Nachtruhe einschläft, schafft den gegenteiligen Effekt von Entspannung. Und wer sich durch akustische oder optische Signale „warnen“ lässt, dass sein Stresslevel – und sein Blutdruck – steigt, der sorgt für einen zusätzlichen Stressfaktor, anstatt die natürlichen Warnzeichen zu beobachten und dagegen z. B. durch Entspannungsübungen vorzugehen.

Verbraucherschützer sehen in vielen Apps für Smartphones Spielereien von begrenztem Nutzwert, die erst in Verbindung mit geeigneten Messgeräten sinnvoll sind. Es gibt nur eine Handvoll Smartphones, die ohne Zusatzgerät selbst in der Lage sind z. B. den Puls zu messen. Ohne eine solche Funktion aber bleiben die Ergebnisse einer App – etwa nach Eingabe von Körpergröße, -gewicht, Sportart und Trainingsdauer – reine Simulation ohne Anspruch auf Gültigkeit. Überlegen Sie also vor einem Kauf, ob eine Software haltlose Versprechen macht, und lesen Sie auch die Bewertungen vorheriger Käufer kritisch.

Dokumentation des Trainings wirkt wie Belohnung

Es mag widersprüchlich erscheinen, dass Menschen, die sich ft halten wollen, oft zusätzliche Motivationshilfen benötigen, um dieses Ziel auch zu erreichen. Doch für Psychologen ist die Sache klar: Ohne Aussicht auf irgendeine Art von messbarer „Belohnung“ sind viele Menschen nur schwer zu etwas zu bewegen, und der „Lohn“ sollte möglichst nahe am Zeitpunkt des Aufwands erfolgen. Die Dokumentation der eigenen Leistung durch einen Schrittzähler oder der Trainingsfortschritte durch einen Pulszähler sind eine solche sanfte Motivationshilfe – ganz ohne schädliche Nebenwirkungen.

Viele Geräte und Apps sind zwar nicht schädlich, aber eigentlich nur Altes neu aufgelegt: Wer kein Technikfan ist und zehn Minuten Gymnastik mit Pulsmessung machen möchte, kann sich auch eine Eieruhr stellen und den Puls am Handgelenk erfühlen. Auch dies kann – regelmäßig notiert – als Grundlage für eine Besprechung mit dem Hausarzt dienen.


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RD Abbinder
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