Die Kardiokapsel: Kleinster Herzschrittmacher der Welt
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Die Kardiokapsel: Kleinster Herzschrittmacher der Welt

Während sich die Ingenieure bemühen, Herzschrittmacher kleiner zu machen, erobert die Kardiokapsel bereits zunehmend die Herzen der Kardiologen.

Autor: Reader's Digest Book

Dieses Gerät, das die Größe einer Tintenpatrone hat und ein Gewicht von knapp zwei Gramm, wird per Katheter in die rechte Herzkammer geschwemmt und an der Herzspitze verankert.

Die Vorteile des neuen Verfahrens

Keine Operation mit Batterie in der Thorax-Muskeltasche, kaum ein Risiko, da keine Kabelbrüche drohen, dazu eine Haltbarkeit von zehn bis 15 Jahren sind die angeführten Vorteile.

Ob die Kardiokapsel tatsächlich die technische Leistung bringt und dabei auch noch sicher und ohne Komplikationen arbeitet, sollte die LEADLESS-Studie mit über 720 Patienten in 56 Zentren und 19 Ländern ergeben. Bereits nach drei Monaten wurde im Mai 2015 auf dem Jahreskongress der Heart-Rhythm Society in Boston (USA) eine Zwischenbilanz gezogen. Diese fiel positiv aus: Kein Patient starb während oder infolge des rund 40-minütigen Eingriffs. Die Komplikationsrate lag bei 7 % im Gegensatz zu 10 % bei herkömmlichen Schrittmachern.

Allerdings gab es auch Komplikationen

Bei einigen Patienten hatte sich die Verankerung geöst, die Kapsel war in Gefäße ausgeschwemmt worden und es bedurfte der Nachkorrektur. Dem gegenüber steht der Kabelbruch als häufigste Komplikation beim konventionellen Eingriff: die Elektroden, die vom eigentlichen Schrittmacher zum Herzen führen machen jede Herzbewegung mit und werden stark beansprucht.

Diese Gefahr zu unterbinden war Ziel der neuen Konstruktion

Die neu konstruierte Kardiokapsel ist daher Batterie, Impulsgeber und Sensor in einem. Über die Leistenvene werden beide Versionen in die rechte Herzkammer vorgeschoben und dort über kleine Titanärmchen bzw. eine Minispirale verankert. Über einen Pol an der Spitze des Geräts gibt der Herzschrittmacher dann die gegebenenfalls erforderlichen Impulse für die Herz-Aktivität dauerhaft ab.

Technik eignet sich für rund 30 % der Patienten

Bis zum April 2016 waren weltweit 1600 dieser Systeme implantiert worden, davon 725 innerhalb der medizinischen Zulassungs-Studie. Weitere Zwischenberichte bestätigen die ersten Ergebnisse. Experten glauben, dass sich mit zunehmenden Routine die Komplikationsrate weiter senken lässt. Die Technologie eignet sich für die etwa 30 % der Patienten, die die einfache Form eines Herzschrittmachers benötigen.

 

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