Kur oder Wellness-Wochenende? Das bringt's, das sind die Unterschiede
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Kur oder Wellness-Wochenende?
Das bringt's, das sind die Unterschiede

Auszeit für Körper und Seele: An über 350 Orten zwischen Oberstdorf und Sylt gibt es die unterschiedlichsten Angebote...

Autor: Cornelia Krappel

Wer heute in Deutschland Erholung sucht kann zwischen rund 350 Kurorten, Heil- und Seebädern zwischen Sylt und Oberstdorf wählen. Oft liegen sie in besonders reizvoller Landschaft. Die meisten von ihnen liegen in Oberschwaben oder im Schwarzwald, wie Baden-Baden. Dessen Thermalquellen kannten schon die Römer. Seit Anfang des 19. Jahrhunderts ist es als Kurort berühmt. Besucher schätzen das im klassizistischen Stil erbaute römisch-irische Friedrichsbad, die gepflegten Parkanlagen und stilvollen Kurkliniken. Wer dort nicht kurt, der kann auch einfach Wellness betreiben und ein wenig die Sele im warmen Wasser baumeln lassen.

Grundsätzlich kann jeder auf eigenen Wunsch und auf eigene Kosten eine Kur machen. Dies kann jedoch mitunter ziemlich teuer werden. Bei einigen Krankheitsbildern ist es möglich, sich eine Kur verschreiben zu lassen. Viele Therapiezentren haben sich zudem auf Patienten mit bestimmten Krankheitsbildern spezialisiert und nehmen nur diese Patienten auf. Der behandelnde Arzt, entweder der Haus-, Betriebs- oder Facharzt kann jedoch eine spezielle Kur verschreiben. Er legt schriftlich fest, wieso die Kur notwendig ist. Diese Unterlagen braucht der zuständige Sozialleistungsträger (meist die Krankenkasse) dann, um darüber zu entscheiden, ob die Kur bewilligt wird.

Wellness und Kur sind nicht das Gleiche

Wellness ist kein geschützter Begriff. Es geht dabei darum, möglichst Wohlbefinden zu erzeugen, Körper und Geist zu entspannen und quasi präventiv die Gesundheit zu stärken. Eine Kur beinhaltet hingegen verschiedene Therapien und soll vorhandene Krankheiten therapieren. Eine klassische Kur dauert mindestens drei Wochen. Ziel der Kur ist es, Körper, Geist und Seele entspannen zu können. Alle staatlich anerkannten Kurorte haben ein heilsames Klima und heilklimatische Kurorte zudem unverfälschte, reine, schadstofffreie Luft. Vor allem Allergiker können dort aufatmen. Es gibt sogar unterirdische heilklimatische Orte: in Heilstollen finden die Besucher dank hoher Luftfeuchtigkeit und konstant niedrigen Temperaturen in staub- und allergenfreier Luft mit mineralischen Bestandteilen Entspannung. Das hilft vor allem bei Atemwegs- und Hauterkrankungen.

Heilklimatische Kurorte in Deutschland sind beispielsweise

  • Aalen (Baden-Württemberg, mit Heilstollen-Kurbetrieb)
  • Altenau (Niedersachsen), Bayrischzell (Bayern)
  • Berchtesgaden (Bayern)
  • Bad Bergzabern (Rheinland-Pfalz)
  • Bernkastel-Kues (Rheinland-Pfalz)
  • Bischofsgrün und Bischofswiesen (Bayern)
  • Daun in der Vukaneifel (Rheinland-Pfalz)
  • Dobel (Baden-Württemberg)
  • Eckenhagen (Nordrhein-Westfalen)
  • Eutin (Schleswig-Holstein, Falkenstein und Königstein im Taunus (Hessen)
  • Fischen im Allgäu (Bayern)
  • Freudenstadt (Baden-Württemberg)
  • Garmisch-Partenkirchen (Bayern)
  • Hahnenklee bei Goslar (Niedersachsen)
  • Isny im Allgäu (Baden-Württemberg)
  • Königsfeld im Schwarzwald (Baden-Württemberg)
  • Lindenfels (Hessen)
  • Bad Malente-Gremsmühlen (Schleswig-Holstein)
  • Nonnweiler, Weiskirchen und Orscholz (Saarland)
  • Oberstdorf und Oberstaufen (Bayern)
  • Oberthal-Buhlbach bei Baiersbronn (Baden-Württemberg)
  • Scheidegg (Bayern)
  • Schluchsee (Baden-Württemberg)
  • St. Blasien (Baden-Württemberg) und noch einige mehr.

 

Was sind Heilbäder und Kurorte?

Orte, die besondere natürliche Gegebenheiten oder Voraussetzungen für Kuren zur Heilung und Linderung oder Vorbeugung von Krankheiten vorweisen. Die Begriffe Heilbad und Kurort sind Oberbegriffe für die Bezeichnungen Heilklimatischer Kurort, Seeheilbad oder Seebad und Mineral- und Moorheilbad. In Deutschland vergeben die Bundesländer diese Titel nach einer Prüfung für den Zeitraum von fünf bis zehn Jahren.

Was bedeutet „Heilklimatischer Kurort?“

Die gesundheitliche Wirkung des Heilklimatischen Kurortes hängt vom spezifischen Klima ab. Dessen Wirkfaktoren werden vom Arzt dosiert. Besondere Luftreinheit ist Voraussetzung. Dazu kommen physikalische und chemische Reize, die Körper-Reaktionen auslösen und beeinflussen. In Deutschland kommt am häufigsten das Mittelgebirgs-Klima vor.

Was sind Seeheilbäder und Seebäder?

Sie bieten ein gesundes Reizklima und gesundes Wasser. Dort wird als bekannteste Behandlung die Thalassotherapie (Meeresheilbehandlung) angeboten. Ein Seeklima, das sich je nach Jahreszeit und Wetter ändert, ist der Genesung besonders förderlich.

Was sind Mineral- und Moorheilbäder?

Dort werden Behandlungen vor allem auf der Basis natürlicher Mineral- oder Thermalquellen, Moor, Schlamm und Heilgasen vorgenommen, beispielsweise bei Bewegungsbädern, Wannen- und Sprühbädern, Packungen, Trinkkuren und Inhalationen.


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