10 Mythen über Schlaf
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10 Mythen über Schlaf

„Ältere schlafen weniger“, „Schlaf vor Mitternacht ist der gesündeste“ – es gibt viele Mythen über gesunden Schlaf. Manche davon haben einen wahren Kern, andere sind schlicht Märchen.

Autor: Reader's Digest Book

Abends sanft einschlummern, süß träumen und morgens dann frisch und erholt aus dem Bett springen: So stellen sich die meisten Menschen guten Schlaf vor. Mit der Wirklichkeit hat das allerdings nicht immer viel zu tun. Schlaf ist anders, als die meisten sich die Nachtruhe vorstellen.
Dies sind die 10 häufigsten Mythen über Schlaf.

  1. Nur durchschlafen heißt gut schlafen
    Tatsächlich schläft kein Mensch die ganze Nacht. Selbst Menschen mit dem bestmöglichen Schlaf wachen bis zu 30 Mal pro Nacht auf, für jeweils etwa 3 Minuten. Doch die Wachphasen sind so kurz, dass wir es nicht bemerken und haben auf die nächtliche Erholung keinen Einfluss. Erst wenn wir uns der Wachphasen wiederholt bewusst werden und nicht wieder einschlafen können, entsteht ein Problem.

  2. Es müssen 8 Stunden pro Nacht sein
    Jeder Mensch hat sein eigenes Schlafbedürfnis. Ausgeprägten Kurzschläfern reichen 5 Stunden, Langschläfer brauchen bis zu 9 Stunden Schlaf. Die Schlafforschung geht davon aus, dass die Neigung zu Kurz- oder Langschläfern erblich bedingt ist. Für die Schlafdauer gibt es keine objektive Empfehlung. Allerdings lässt sich ein Durchschnitt ermitteln. Danach schlafen die meisten Deutschen zwischen 6 und 8 Stunden pro Nacht. Übrigens: Das Schlafbedürfnis verändert sich mit dem Alter.

  3. Schlaf vor Mitternacht ist der beste
    Nicht das zeitliche Mitternacht, sondern das biologische Leistungstief ist ausschlaggebend für tiefen, erholsamen Schlaf. Für die Mehrzahl der Menschen liegt es zwischen 3 und 4 Uhr morgens. Vorher sollte der Durchschnittsschläfer zwischen 4 und 5 Stunden geschlafen haben. Das erhöht den Anteil sogenannter Tiefschlafphasen vor dem Tiefpunkt – und das ist wichtig für die Schlafqualität. Denn in diesen Tiefschlafphasen funktionieren die nächtlichen Erholungsprozesse besonders effektiv.

  4. Ältere Menschen brauchen deutlich weniger Schlaf
    Die Regel bei älteren Menschen ist eine Verschiebung der Schlaf- und Wachzeiten, nicht eine verkürzte Schlafdauer. Schon ab dem 30. Lebensjahr wachen wir nachts vermehr auf. Und die Schlafqualität wird insbesondere von Menschen jenseits des 60. Lebensjahres häufiger als weniger erholsam erlebt. Der Grund: Ältere Menschen sind messbar pro Nacht häufiger in Schlafstadien aus denen sie leichter aufwachen.

  5. Der Schlaf ist eine Zeit der Ruhe
    Betrachtet man einen Schlafenden im Zeitraffer wir klar: Schlaf ist alles andere als eine Zeit der ungestörten Ruhe. Nahezu jeder Mensch wechselt pro Nacht bis zu mehrere Dutzend Mal die Schlafposition. Wir zucken mit Armen und beinen und werfen den Kopf hin und her. Der menschliche Körper schaltet im Schlaf nicht aus, sondern wechselt den Betriebsmodus und verbrennt in der Nacht fast so viele Kalorien wie am Tag.

  6. Ein bisschen Alkohol tut gut.
    Alkohol entspannt und kann beim Einschlafen helfen. Aber es mindert die Schlafqualität: Beim Abbau des Alkohols reagiert unser Gehirn auf die abnehmende Blutalkoholkonzentration mit Weckimpulsen.

  7. Im Schlafzimmer muss es kalt sein
    Die Raumtemperatur im Schlafzimmer sollte etwa 18 Grad betragen. Es sollte keinesfalls so kalt sein, dass Sie frieren. Gegen kalte Füße hilft eine Wärmflasche. Wichtig ist außerdem, gut zu lüften. Verbrauchte, sauerstoffarme Luft behindert die Erholung, denn Sauerstoff ist das wichtigste Element im menschlichen Stoffwechsel – und der ist in der Nacht sehr aktiv.

  8. Vollmond stört den Schlaf
    Schlafmediziner haben festgestellt, dass es keinen objektiven Zusammenhang zwischen Vollmond und Schlafproblemen gibt. Fast 40 Prozent der Deutschen glauben jedoch laut einer Umfrage des Allendbach-Instituts, der Vollmond habe Einfluss auf ihren Schlaf.

  9. Sport am Abend fördert den Schlaf
    Das Gegenteil ist der Fall: Bewegung regt den Organismus an und das ist gutem Schlaf eher abträglich. Etwa 2 Stunden vor dem Zubettgehen sollten Sie Ihrem Körper Ruhe gönnen. Der Körper braucht einfach zeit, um abzuschalten. Der optimale zeitliche Abstand zwischen körperlicher oder geistiger Betätigung und Schlaf beträgt 4 bis 6 Stunden.

  10. Fernsehen fördert das Einschlafen
    Tatsächlich stört der Fernseher den Schlaf. Das flackernde Licht und der Ton erreichen das Hirn auch im Schlaf und sorgen so dafür, dass der Schlaf nicht wirklich fest werden kann.

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