13 Ursachen von Demenz
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13 Ursachen von Demenz

Was genau passiert im Gehirn, wenn ein Mensch sein Gedächtnis und seine Fähigkeit zu lernen verliert?

Autor: Reader's Digest Book

Bei einer Demenz werden Nervenzellen und Zellkontakte für die Signalübertragung zerstört. Lernfähigkeit, Orientierung, Auffassungsgabe, Erinnerung, Urteilsvermögen und Sprache gehen verloren.Die Persönlichkeit verändert sich. Eine primäre Demenz liegt vor, wenn das Gehirn direkt, also primär, betroffen ist. Diese Form der Demenz ist nicht heilbar und tritt in 2 Formen auf: Bei der neurodegenerativen Erkrankung Alzheimer-Demenz sterben die Nervenzellen im Gehirn. Die andere Form ist die vaskuläre Demenz, die durch Durchblutungsstörungen des Gehirns hervorgerufen wird. Oft gibt es auch Mischformen. Bei den sekundären Demenzen ist das Gehirn als Folge einer anderen Erkrankung, wie Stoffwechselkrankheiten, Mangelzustände, Hirntumor etc. Indem diese Krankheit behandelt wird, kann auch die Demenz gemildert oder geheilt werden.

Klicken Sie dazu einfach nacheinander die 13 Mini-Fotos unten an.

  • 1. Amyloidablagerungen im Gehirn:

    1. Amyloidablagerungen im Gehirn:

    Typisch für die Alzheimer-Demenz sind spezielle Ablagerungen im Hirngewebe. Diese finden sich in einem Nucleus basalis Meynert genannten Hirngebiet, wo der Nervenbotenstoff Acetylcholin in größeren Mengen gebildet wird. Durch die Schädigung steht dieser wichtige Neurotransmitter immer weniger zur Verfügung. Das Gehirn schrumpft.
  • 2. Bildung von Neurofibrillen:

    2. Bildung von Neurofibrillen:

    Ein weiteres Merkmal einer Demenz vom Alzheimer-Typ ist das Entstehen von Eiweißfasern. Dabei verdrehen sich in den Nervenzellen des Gehirns Eiweißstoffe zu Faserbündeln (Neurofibrillen) und der Nährstofftransport bricht zusammen. Die Nervenverknüpfungen sind nicht mehr funktionsfähig, Informationen können nicht weitergeleitet werden. Die Veränderungen beginnen im Schläfenlappen (wo das Riechhirn liegt) und im Scheitellappen. Riecht Ihr Angehöriger immer schlechter, kann das ein Anzeichen für eine Alzheimer-Erkrankung sein.
  • 3. Botenstoffe im Ungleichgewicht:

    3. Botenstoffe im Ungleichgewicht:

    Nervenzellen im Gehirn produzieren verschiedene Botenstoffe für die Signalübertragung im Gehirn. Der Botenstoff Acetylcholin leitet Signale für Gedächtnis, Lernen und Aufmerksamkeit weiter. Da bei einer Demenz diese Strukturen zerstört werden und die Konzentration des Acetylcholin sinkt, treten beim Betroffenen Lern- und (Kurzzeit-)Gedächtnisprobleme auf. Auch Glutamat ist für Gedächtnisfunktionen verantwortlich. Seine Freisetzung und Aufnahme ist bei Demenz vom Alzheimer-Typ gestört, sodass im Gehirn zu viel davon vorhanden ist. Die Nervenzellen sind ständig überreizt und verlieren ihre Funktion. Serotonin reguliert die Stimmung und hilft dabei, Impulse zu kontrollieren. Fehlt Serotonin, können Depression, Angst oder Unruhe auftreten. Noradrenalin reguliert ebenfalls die Stimmung; zu wenig Noradrenalin führt zu Depression, zu viel macht reizbar und ruft unangemessene heftige Reaktionen hervor.
  • 4. Verknüpfungen gehen verloren:

    4. Verknüpfungen gehen verloren:

    Die Bildung von Plaques und Neurofibrillen hat zur Folge, dass Synapsen (Kontaktstellen) zwischen Nervenzellen verloren gehen und nicht mehr miteinander kommunizieren können. Das Gehirn kann solche Verluste nur in einem bestimmten Ausmaß ausgleichen. Dann machen sich Gedächtnisstörungen und viele andere demenzielle Ausfälle bemerkbar.
  • 5. Durchblutungsstörungen verhindern Sauerstofftransport:

    5. Durchblutungsstörungen verhindern Sauerstofftransport:

    Bei Störungen im Fettstoffwechsel, wie bei Diabetes, bildet sich an den Wänden der Blutgefäße Arteriosklerose (Arterienverkalkung). Vor allem in den kleinsten Gefäßen ist dadurch der Blutfluss behindert und die betroffenen Bereiche erhalten nicht mehr genügend Sauerstoff und Traubenzucker. Die Ablagerungen können sich ablösen und mit dem Blut ins Gehirn gespült werden. Verstopfen sie dort kleinste Gefäße, kommt es (manchmal unbemerkt) zu einem Hirninfarkt. Ein Teil des Gehirns wird nicht mehr durchblutet, und Gehirnzellen sterben ab.
  • 6. Zu wenig Schilddrüsenhormone:

    6. Zu wenig Schilddrüsenhormone:

    Als Folge einer Schilddrüsenunterfunktion tritt ein Mangel an Schilddrüsenhormonen auf. Die geistige Leistungsfähigkeit, wie Aufmerksamkeit, Gedächtnis und Sprache, nimmt langsam ab. Eine Behandlung mit Schilddrüsenhormonen wirkt dieser Ursache für die Demenzerscheinungen entgegen und kann die Störungen rückgängig machen.
  • 7. Vitamin-B12-Mangel:

    7. Vitamin-B12-Mangel:

    Ist die Aufnahme des Vitamins B12 im Darm gestört, können Demenzsymptome auftreten. Zuständig für die Aufnahme des Vitamins ist der Intrinsic Factor, eine Substanz, die im Magen hergestellt wird. Bei Magen- Darm-Erkrankungen wie Morbus Crohn steht der Intrinsic Factor nicht in ausreichendem Maß zur Verfügung, sodass Vitamin B12 nur unzureichend aus der Nahrung aufgenommen wird. Weitere Gründe für einen Vitamin-B12-Mangel können eine streng vegetarische oder eine Mangel-Ernährung sein.
  • 8. Alkoholmissbrauch:

    8. Alkoholmissbrauch:

    Exzessiver Alkoholmissbrauch, der regelmäßig und über mehrere Jahre stattfindet wirkt sich auch auf das Gehirn aus. Ist die Hirntätigkeit massiv eingeschränkt, spricht man von einer Alkoholenzephalopathie. Es treten Störungen auf, die den Alzheimer-Symptomen ähneln, wie Beeinträchtigung von Gedächtnis, Denkvermögen, Aufmerksamkeit und der räumlichen Orientierung. Auch ein Vitamin-B1-Mangel, an dem alkoholkranke Menschen häufig leiden, kann eine Ursache für Verwirrtheitszustände sein.
  • 9. Hirntumore und Schädel-Hirn-Verletzungen:

    9. Hirntumore und Schädel-Hirn-Verletzungen:

    Jede Art von Hirntumor (bösartige und gutartige), kann zur Demenz führen. Weitere Ursachen für geistige Leistungsschwächen und Demenz können schwere Hirnverletzungen oder Hirnblutungen sein.
  • 10. Ungesunde Lebensführung:

    10. Ungesunde Lebensführung:

    Risikofaktoren für Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Fettstoffwechselstörungen, ein zu hoher Cholesterinspiegel im Blut, Bluthochdruck, Bewegungsmangel, Übergewicht und Rauchen erhöhen das Risiko, eine vaskuläre Demenz zu entwickeln.
  • 11. Diabetes mellitus:

    11. Diabetes mellitus:

    Diabetes mellitus und seine Begleitkrankheiten wie Bluthochdruck, Fettstoffwechselstörungen, Übergewicht und Depression tragen insbesondere zu einer Schädigung der Blutgefäße bei und greifen daher auch die Hirngefäße an. Diabetiker erkranken dadurch etwa viermal häufiger als Gesunde an einer vaskulären Demenz, aber auch das Risiko für eine Alzheimer-Demenz ist etwa doppelt so hoch.
  • 12. Vorübergehende Ursachen:

    12. Vorübergehende Ursachen:

    Verwirrung, Gedächtnisverlust und fehlende Orientierung können auch durch starken Flüssigkeitsverlust, etwa im Rahmen eines Magendarminfekts auftreten. Das Gleiche gilt für Menschen, deren Kochsalzkonzentration im Blut zu stark abgesunken ist. Störungen von Mineralstoffen im Blut, etwa Kalzium, können ebenfalls Beschwerden bedingen, die wie eine Demenz wirken. Auch Personen, die abhängig von Beruhigungs- oder Schlafmitteln sind, können ähnliche Symptome entwickeln.
  • 13. Eher selten: Vererbung

    13. Eher selten: Vererbung

    Bei den meisten Demenzerkrankungen spielen genetische Veranlagungen offenbar keine Rolle. Nur 2 % aller Demenzen vom Alzheimer-Typ sind erblich bedingt, d. h. es finden sich genetische Ursachen. Die Betroffenen haben Mutationen (genetische Veränderungen) auf bestimmten Chromosomen und erkranken weit vor dem 60. Lebensjahr an Demenz.
  • 1. Amyloidablagerungen im Gehirn:
  • 2. Bildung von Neurofibrillen:
  • 3. Botenstoffe im Ungleichgewicht:
  • 4. Verknüpfungen gehen verloren:
  • 5. Durchblutungsstörungen verhindern Sauerstofftransport:
  • 6. Zu wenig Schilddrüsenhormone:
  • 7. Vitamin-B12-Mangel:
  • 8. Alkoholmissbrauch:
  • 9. Hirntumore und Schädel-Hirn-Verletzungen:
  • 10. Ungesunde Lebensführung:
  • 11. Diabetes mellitus:
  • 12. Vorübergehende Ursachen:
  • 13. Eher selten: Vererbung

 

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