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8 Coronavirus-Mythen, die Sie nicht glauben sollten

Lernen Sie, Fakten von Fiktion zu trennen, wenn es um COVID-19 geht. Wir haben Experten zu den häufigsten Mythen über den weltweiten Ausbruch des Coronavirus befragt.

Autor: Reader’s Digest Canada / Jenn Sinrich, thehealthy.com

Das Coronavirus hat sich rasch auf Länder und Gebiete auf der ganzen Welt ausgebreitet. Diese Familie von Viren ist nicht neu. Andere Typen oder Stämme des Coronavirus kommen bei Tieren häufig vor und sind dafür bekannt, dass sie bei Menschen erkältungsähnliche Symptome hervorrufen. Der aktuell grassierende, spezielle Stamm des Coronavirus COVID-19 ist jedoch neuartig. Als 2019 die ersten Fälle aus Wuhan (China) gemeldet wurden, wusste man nicht, was diesen neuartigen Virus ausmacht. Klar ist: Es gibt keine Immunität in der Bevölkerung. Jeder ist grundsätzlich anfällig dafür.

Wie hoch sind Ihre Chancen, das Coronavirus zu bekommen? Es gibt eine Menge Mythen über das Coronavirus. Wir haben medizinische Experten gebeten, die Dinge richtig zu stellen, und uns zu helfen, die Coronavirus-Mythen zu entlarven.

 

 

  • 1. Mythos: Coronavirus ist das gefährlichste und tödlichste Virus aller Zeiten

    1. Mythos: Coronavirus ist das gefährlichste und tödlichste Virus aller Zeiten

    „Viele andere Viren haben eine höhere Sterblichkeitsrate als das Coronavirus. Sogar die Grippe gilt als gefährlicher, weil jedes Jahr so viel mehr Menschen an ihr erkranken. Ebenso hat das Ebola-Virus eine viel höhere Sterblichkeitsrate im Vergleich zum Coronavirus, das bisher eine ein bis zwei Prozent höhere Sterblichkeitsrate bei schwerer Infektion zu haben scheint“, so Ashish Sharma, Spezialistin für Krankenhausmedizin am Yuma Regional Medical Center in Arizona.
    Die Sterblichkeitsrate bei Grippe wird mit etwa 0,1 Prozent niedriger eingeschätzt als die des Coronavirus. Während die Sterblichkeitsrate beim Coronavirus noch nicht klar ist (Schätzungen reichen von 0,7 bis vier Prozent, wobei etwa 2,3 Prozent am häufigsten genannt werden), ist es nach Angaben der WHO und anderer Gesundheitsorganisationen immer noch einen Versuch wert, das Virus einzudämmen, damit es weniger Menschen bekommen. Die Mehrheit der Menschen, die das Virus bekommen, haben jedoch vermutlich leichte Symptome.

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  • 2. Mythos: Das Coronavirus entstand durch den Verzehr von Fledermaussuppe

    2. Mythos: Das Coronavirus entstand durch den Verzehr von Fledermaussuppe

    Nach Ansicht von Experten gibt es keine Beweise für dieses Gerücht. Es ist wahr, dass das Coronavirus in Fledermäusen gefunden werden kann. Dr. Sharma erklärt jedoch, dass es wohl von Tier zu Mensch über den Meeresfrüchte- und Fleischverkaufsmarkt in Wuhan verbreitet wurde.
    "Es gibt verschiedene Spekulationen, aber die vom Virus, das sich über Fledermaussuppe konsumierende Menschen ausbreitet, hat sich nicht bestätigt. Das Gerücht geht auf ein Video aus dem Jahr 2016 zurück, in dem jemand "Fledermaussuppe" isst und das nach dem Ausbruch des Coronavirus wieder in Umlauf gebracht wurde. Das Video wurde nicht in Wuhan gefilmt, wie einige Leute irrtümlich berichteten, sondern auf der Südpazifikinsel Palau“, sagte sie gegenüber News Corp Australia.

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  • 3. Mythos: Das Tragen einer chirurgischen Maske schützt vor dem Coronavirus

    3. Mythos: Das Tragen einer chirurgischen Maske schützt vor dem Coronavirus

    Bestimmte Modelle professioneller, eng anliegender Atemschutzmasken können das Gesundheitspersonal bei der Versorgung infizierter Patienten schützen, aber das Tragen leichter Einweg-Operationsmasken gehen nicht weit genug, wenn es um den Schutz der Allgemeinheit geht, sagt Nikhil Bhayani, Spezialist für Infektionskrankheiten bei Texas Health Resources in Bedford, Texas.
    "Sie bieten zwar einen gewissen Schutz vor großen Tropfen, Sprays oder Spritzern, aber da sie nicht eng anliegen, können winzige infizierte Tröpfchen in Nase, Mund oder Augen gelangen", sagt er. "Auch Menschen mit dem Virus an den Händen, die ihr Gesicht unter einer Maske berühren, könnten sich infizieren. Zu den aktuellen Empfehlungen zum Selbstschutz gehören das Waschen der Hände und die Vermeidung von Berührungen des Gesichts.“

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  • 4. Mythos: Es gibt ein Medikament, mit dem das Coronavirus behandelt werden kann

    4. Mythos: Es gibt ein Medikament, mit dem das Coronavirus behandelt werden kann

    Alle Viren, auch die Grippe, können nicht mit Antibiotika behandelt werden - und das Coronavirus ist nicht anders. Zudem wirkt keines der Antivirenmittel, die zur Behandlung anderer Viruserkrankungen eingesetzt werden, auf das Coronavirus. Wenn Ihnen ein Medikament gegen Corona angeboten wird - egal, ob via Internet oder auf anderem Wege: Lassen Sie die Finger davon! Das kann aktuell (April 2020) nur unseriöse Abzocke sein!
    Was bei Erkältungssymptomen und mildem Verlauf von Corona funktioniert, erklärt Sharon Nachman, Leiterin der Abteilung für pädiatrische Infektionskrankheiten am Stony Brook Children's Hospital: Viel Flüssigkeit zu sich nehmen, sich ausruhen und zu Hause zu bleiben, um Freunde und Nachbarn nicht anzustecken.

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  • 5. Mythos: Wer sich mit Alkohol oder Desinfektionsmitteln besprüht, kann eine Coronavirus-Infektion verhindern.

    5. Mythos: Wer sich mit Alkohol oder Desinfektionsmitteln besprüht, kann eine Coronavirus-Infektion verhindern.

    Einige Menschen glauben, sich mit Desinfektionsmitteln einzusprühen würde sie vor dem Coronavirus schützen. Dies ist laut Frederick Davis, stellvertretender Vorsitzender der Notfallmedizin am Northwell Health, Long Island Jewish Medical Center, nicht wahr.
    "Das Coronavirus gelangt durch Schleimhäute wie Mund und Nasen in den Körper. Das Besprühen des Körpers mit Alkohol, Chlor oder anderen Oberflächendesinfektionsmitteln kann Infektionen somit nicht verhindern", sagt er. "Diese Substanzen können zwar ein wirksames Mittel sein, um Oberflächen zu desinfizieren und die Übertragung von Viren zu verhindern, aber auf der Haut können die Chemikalien für eine Person schädlich sein. Sie sollten nicht auf diese Weise angewendet werden".

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  • 6. Mythos: Das Essen in chinesischen Restaurants verbreitet das Virus

    6. Mythos: Das Essen in chinesischen Restaurants verbreitet das Virus

    Es besuchen kaum mehr Gäste chinesische Restaurants. Experten sagen jedoch, dass es absolut keinen Grund gibt, nicht mehr zu seinen Lieblingsrestaurants zu gehen. "Das Virus ist nicht rassistisch, und Sie sollten es auch nicht sein", sagt Caesar Djavaherian, Arzt in der Notaufnahme von San Francisco. "Das Coronavirus infiziert Menschen aller ethnischen Gruppen, nicht nur die asiatische Gemeinschaft.

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  • 7. Mythos: Das Bestellen oder Kaufen von Produkten, die aus anderen Ländern geliefert werden, kann krank machen

    7. Mythos: Das Bestellen oder Kaufen von Produkten, die aus anderen Ländern geliefert werden, kann krank machen

    Forscher untersuchen das neue Coronavirus, um mehr darüber zu erfahren, wie es Menschen infiziert. Die meisten Viren, auch Corona, bleiben auf Oberflächen nicht über längere Zeit am Leben, erklärt Dr. Bhayani. "Es ist unwahrscheinlich, dass Sie sich mit COVID-19 aus einem Paket anstecken, das tage- oder wochenlang unterwegs war", sagt er. "Die Krankheit wird höchstwahrscheinlich durch Tröpfchen vom Niesen oder Husten einer infizierten Person übertragen".

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    Wichtig ist es, immer auf die Hygiene zu achten: Bedecken Sie Ihren Mund, wenn Sie husten oder niesen, und waschen Sie sich häufig die Hände, um die Ausbreitung der Infektion auf andere zu verhindern.

    Das Robert-Koch-Institut stellt tagesaktuell die Fallzahlen, betroffene Länder und Informationen zu internationalen Risikogebieten zusammen. Auch für Deutschland finden Sie dort die Zahlen der Fälle. Sie werden aufgeschlüsselt nach Bundesländern und Landkreisen grafisch dargestellt.

    Lesen Sie hier den Artikel über Corona-Mythen in Englisch von Reader‘s Digest Kanada.

     


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