Eine junge Frau wächt sich die Hände am Badezimmer-Waschbecken.
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Das ABC des Händewaschens

Viele Menschen haben im Laufe ihres Lebens eine der elementarsten Ermahnungen ihrer Mütter vergessen: Wasch dir die Hände! Das gilt vor allem jetzt, wo eine mögliche Ansteckung mit dem Coronavirus besondere Disziplin bei Hygienemaßnahmen erfordert.

Autor: Reader‘s Digest Book

Zwar behaupten rund 95 Prozent aller Erwachsenen, dass sie sich die Hände nach jedem Gang zur Toilette waschen, aber Forscher fanden heraus, dass nur 67 Prozent dies wirklich tun. Es mag auf den ersten Blick vielleicht etwas übertrieben erscheinen, dass sich seriöse Wissenschaftler mit einer Banalität wie dem Händewaschen befassen, aber dieses Thema ist alles andere als nebensächlich: Wenn Sie zum Beispiel krank sind und sich nicht oft genug die Hände waschen, wird die warme Feuchtigkeit in Ihren Handinnenflächen zur idealen Brutstätte für verschiedene Krankheitskeime, die ganz leicht auf andere Menschen beziehungsweise Gegenstände übertragen werden können.

Sie haben es in der Hand:

Wichtig zu wissen ist, dass einige ernste Krankheiten wie beispielsweise Hepatitis A, Hirnhautentzündung oder infektiöser Durchfall leicht vermieden werden können, indem man sich regelmäßig die Hände mit Seife wäscht. Denn mit Seife und warmem Wasser lässt sich die Ansteckungsgefahr weitgehend beseitigen.
Jeder weiß, dass man sich die Hände waschen sollte, wenn sie schmutzig sind. Aber genauso wichtig ist das Händewaschen auch nach dem Husten, Niesen oder Naseschnäuzen sowie nach dem Rauchen, dem Gang zur Toilette und dem Windelwechseln, wenn Sie Hausputz gemacht, Tiere gestreichelt oder gekocht haben. Denn wie einige Studien belegt haben, kann Händewaschen die Übertragung von krankheitserregen­ den Keimen erheblich verringern.

 

So fördern Sie Gesundheit und Wohlbefinden

Richtiges Händewaschen ist wirksamer und schützt besser vor Ansteckung, als wenn Sie sich die Hände lediglich kurz anfeuchten.


1. Nehmen Sie warmes Wasser

Wasser zwischen 38 und 42 Grad (also wenn es sich angenehm warm anfühlt) beseitigt Keime viel wirksamer, als kaltes Wasser.

 

2. Legen Sie Ihren Schmuck ab

Im Rahmen einer Studie analysierte man Bakterien an den Händen. Eine Testgruppe bestand aus Ringträgern, während die Personen der anderen Gruppe keine Ringe trugen. Dabei stelle sich heraus, dass die Ringträger sowohl vor als auch nach dem Händewaschen mehr Staphylokokken (Eitererreger) an den Händen hatten als die Personen in der Gruppe ohne Ringe. Das Händewaschen senkte die Zahl der Staphylokokken um 46 Prozent bei den Menschen, die keinen Ring trugen, dagegen aber nur um 29 Prozent bei den Ringträgern. Legen Sie also vor dem Waschen möglichst Ihren Schmuck ab, und waschen Sie nicht nur Ihre Hände, sondern auch Ihren Schmuck.

 

3. Nehmen Sie die richtige Seife

Verwenden Sie lieber nicht ausschließlich antibakteriellen Reinigungslotionen. Nehmen Sie stattdessen eine milde, feuchtigkeitsregulierende Seife. An öffentlichen Plätzen ist ein Flüssigseifenspender besser geeignet, da auch Seife keimbelastet sein kann. Wichtig ist, dass man sich die Hände gründlich wäscht. Wenn Sie möchten, können Sie dann zusätzlich die Hände mit antibakterieller Lotion behandeln. Besonders dann, wenn Sie oder Ihre Familienmitglieder krank sind oder ein geschwächtes Immunsystem haben.

 

4. Lassen Sie sich Zeit

Wenn Sie Ihre Hände einseifen, nehmen Sie sich dafür Zeit! In einer Studie wurde nachgewiesen, dass eine Fünf-Sekunden-Spülung ohne Seife den Bakterien an den Fingerspitzen nicht viel anhaben kann, während eine gründliche 30-Sekunden-Wäsche mit Seife alle Keime beseitigte. Wenn Sie keine Uhr haben, waschen Sie die Hände etwa so lange, wie es dauert, einmal langsam das ABC aufzusagen. Wichtig ist ferner, dass Sie die Handrücken, Handinnenflächen sowie die Zwischenräume zwischen den Fingern und unter den Fingernägeln sorgfältig waschen.

 

5. Spülen Sie gründlich

Zum Abspülen genügt kaltes Wasser. Es entfernt nach dem Waschen Seife, Schmutz sowie Bakterien.

 

6. Nehmen Sie Papiertücher

Trocknen Sie die Hände mit einem Papiertuch etwa zehn Sekunden lang ab, da das Rubbeln die meisten der noch verbliebenen Keime entfernt. Ein Test ergab, dass jene Per­sonen, die mit gewaschenen, aber noch nassen Händen Haut und Nah­rung berührten, über 60.000 Keime auf die Haut beziehungsweise mehr als 30.000 Keime auf Speisen übertrugen.

 

 


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RD Abbinder
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