Ihren Gelenken zuliebe
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aktuellen
Ausgabe

Körper & Psyche

Ihren Gelenken zuliebe
Millionen Menschen leiden unter Arthrose. Die gute Nachricht: Es gibt wirksame Hilfe!
Ausgabe: Oktober 2015 Autor: Ute Wegner

Als das Brennen in der linken Leiste einsetzt, liegt Dietmar Zimmermann* gerade im Bett. Die Beschwerden halten die ganze Nacht an. Ein paar Tage später strahlt das Brennen bereits bis ins linke Schienbein aus. „Das fühlte sich wie ein schwerer Muskelkater an“, erzählt der 76-jährige gebürtige Altmärker. Er reibt linke Leiste und Bein mit Latschenkiefernöl ein. Vergebens – die Beschwerden plagen ihn bald auch tagsüber. Der ehemalige Lkw-Fahrer wechselt zu einem Schmerzgel, dazu nimmt er regelmäßig heiße Bäder. Als auch das nichts nützt, greift er zu einem Schmerzmedikament. Doch das Brennen und Ziehen wird immer schlimmer. Nachts dreht sich Zimmermann ruhelos von einer Seite auf die andere. Um seine Frau nicht zu stören, zieht er aus dem Ehebett aus. Wenn die Schmerzen unerträglich werden, steht er auf und läuft durch die Wohnung, dann lassen sie nach. Vier Monate vergehen, bis der Rentner sich für die Sprechstunde im Centrum für Muskuloskeletale Chirurgie an der Charité Berlin einen Termin geben lässt.

Abnutzung des Gelenkknorpels

Wenig später zeigt ihm ein Facharzt dort Röntgenbilder seiner linken Hüfte. „Da reibt Knochen auf Knochen“, erklärt der Arzt. Die Diagnose lautet: Arthrose. So heißt der Gelenkverschleiß, bei dem der Knorpel im Gelenk zerstört wird. Als der Arzt ihm einen Operationstermin vier Wochen später anbietet, lehnt Zimmermann ab. Bevor er sich ein künstliches Hüftgelenk einsetzen lässt, will er noch mit seiner Frau eine lange geplante Busreise nach Köln antreten. „Zwei Tage später habe ich dann doch gefragt, ob der Termin noch frei ist“, erzählt er. „Ich habe es vor Schmerzen einfach nicht mehr ausgehalten.“

Dietmar Zimmermann ist einer von gut 15 Millionen Menschen, die in Deutschland und Österreich an Arthrose leiden: Betroffen sind rund zwei Drittel der über 65-Jährigen, aber auch immer mehr jüngere Menschen. Meist schmerzen Hüfte und Knie, aber auch Finger- und Fußgelenke, Wirbelsäule, Schulter und Ellenbogen bereiten Beschwerden. Die Ursachen der Gelenkerkrankung sind noch nicht völlig geklärt. „Die Wissenschaftler vermuten, dass der Gelenkknorpel vor allem durch zu starke Belastung, Fehlstellungen oder Verletzungen mit den Jahren immer dünner und weniger elastisch wird“, erklärt Professor Frank Buttgereit, Leitender Oberarzt der Medizinischen Klinik mit Schwerpunkt Rheumatologie und Klinische Immunologie der Charité. Der Knochen darunter verdichtet und verhärtet sich, Knorpelpartikel gelangen in die Gelenkhöhle, die Gelenkinnenhaut schwillt an und entzündet sich. Welcher Prozess die Arthrose anstößt, ob sie also vom Knochen, dem Knorpel oder der Gelenkschleimhaut ausgeht, wird noch erforscht.

Die Risikofaktoren

Klar ist aber: Erbliche Vorbelastung, Übergewicht, Gelenkverletzungen oder eine angeborene Fehlstellung erhöhen das Risiko, an Arthrose zu erkranken. So war es auch bei Dietmar Zimmermann. Er weist eine Hüftdysplasie auf: Sein Oberschenkelkopf ist so groß, dass er nicht korrekt in die Hüftpfanne passt. Belastungen im Alltag strapazierten das Gelenk zusätzlich. „Ich habe 45 Jahre lang Lkws beladen und durch die DDR gefahren“, sagt Zimmermann. „Die Wagen hatten Polstersitze. Jedesmal wenn eine Bodenwelle kam, flog ich hoch, weil die halt mitfederten.“ Trotzdem: „Ich war eigentlich nie krank“, erzählt der 76-Jährige. Bis zu dem Tag, an dem die Schmerzen schlagartig einsetzten.

Bei den meisten Betroffenen allerdings machen sich die Beschwerden allmählich bemerkbar – etwa auf Wanderungen oder auch nur bei Spaziergängen. „Typisch ist auch, dass die Gelenke nach einer Ruhephase, wenn man wieder loslaufen möchte, wehtun, beispielsweise morgens beim Aufstehen“, sagt Professor Carsten Perka, Ärztlicher Direktor am Berliner Charité-Centrum für Muskulo-skeletale Erkrankungen und Leiter der Klinik für Orthopädie. Die Schmerzen klingen anfangs oft nach wenigen Schritten wieder ab. „Bis sie schlimmer werden, dauert es bei manchen Patienten Monate, bei anderen fünf bis zehn Jahre“, erläutert der Experte. „Das hängt von vielen Faktoren ab: der Belastung, der individuellen Schmerzwahrnehmung, von genetischen Faktoren, aber auch vom richtigen Umgang mit der Krankheit.“ Bewegung tut gut.

 


 

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