Neue Erkenntnisse über den Geruchssinn dank Covid-19
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Neue Erkenntnisse über den Geruchssinn dank Covid-19

Eine Erkrankung mit Covid-19 kann dazu führen, dass der Geruchssinn verloren geht. Betroffene erleben, wie wichtig die Fähigkeit zu riechen ist und der Geruchssinn erfährt eine neue Wertschätzung.

Ausgabe: Mai 2021 Autor: Lisa Fields

Im Jahr 2018 befragte das britische Meinungsforschungsinstitut YouGov knapp 20. 000 US-amerikanische Erwachsene, welchen ihrer fünf Sinne sie am meisten vermissen würden, sollten sie ihn verlieren. 70 Prozent der Befragten antworteten: das Sehen. Es folgten Hören, Schmecken und Tastsinn. Der Geruchssinn war das Schlusslicht mit gerade einmal 2 Prozent. Hätte man die Studie nach der Pandemie durchgeführt, wären die Ergebnisse womöglich anders ausgefallen, denn viele Erkrankte litten unter Anosmie (Verlust des Geruchssinns). Als eine neu gegründete Gruppe von Spezialisten (das Global Consortium for Chemosensory Research, GCCR) Tausende von Covid-19-Patienten aus 40 Ländern untersuchte, wurde die Verbindung zwischen Covid-19 und Anosmie klarer, schrieb Brooke Jarvis im Januar in einem Artikel in der Zeitschrift New York Times Magazine. Die untersuchten Patienten hatten ihren Geruchssinn plötzlich verloren, viele von ihnen konnten auch nichts mehr schmecken.

GCCR-Umfragedaten belegten, dass Geruchs- und Geschmacksveränderungen oft schon wenige Tage nach der Infektion auftraten. Die Ergebnisse wurden im Oktober 2020 in der Zeitschrift Nature veröffentlicht. Die Wissenschaftler kamen zu dem Schluss, dass die Berichte der in Frankreich befragten Personen über Geruchs- und Geschmacksveränderungen frühere Anzeichen sind für die Ausbreitung der Infektion als offizielle Kennzahlen. Es zeigte sich zudem, dass viele, die ihren Geruchssinn verloren hatten, auch nicht in der Lage waren, die kühlenden oder brennenden Empfindungen von Stimulanzien wie Menthol oder Chilischoten wahrzunehmen. Kehrte der Geruchssinn zurück, roch für manche Menschen alles ranzig, selbst Wasser konnte ekelhaft riechen.

Dieser Zustand kann gefährlich sein, denn Menschen mit Anosmie erkennen verdorbene Lebensmittel oder Rauch seltener. Sie werden doppelt so häufig Opfer von Lebensmittelvergiftungen und von Bränden wie gesunde Personen. Dank der neuen Aufmerksamkeit wird der bisher als entbehrlich empfundene Sinn nun mehr geschätzt.


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