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Ein Arzt untersucht den Rücken einer Patientin.
© istockfoto.com / Albina Gavrilovic
Aus der
aktuellen
Ausgabe

Körper & Psyche

Sanfte Hilfe für Ihren Rücken

Wissenschaftliche Erkenntnisse belegen: Es gibt gute Alternativen zu Schmerzmitteln und Operationen.

Ausgabe: Dezember 2020 Autor: Sari Harrar

Lassen sich Rückenschmerzen tatsächlich durch eine Veränderung der inneren Einstellung heilen? Die Vorstellung klingt verrückt. Immerhin sind Millionen von Menschen betroffen. Eine europaweite Umfrage im Jahr 2014 ergab, dass 40 Prozent der Befragten schon mindestens einmal an Rücken- oder Nackenschmerzen gelitten haben. Immer mehr Studien belegen, dass konventionelle Ansätze wie bildgebende Verfahren, Injektionen in die Wirbelsäule, Opioide und chirurgische Eingriffe oft nicht helfen, sondern die Schmerzen sogar verschlimmern können. Im März 2018 wurde im Journal of the American Medical Association die erste Studie zur Langzeitbehandlung von Rückenschmerzen mit Opioiden veröffentlicht. Diejenigen, die Opioide eingenommen hatten, berichteten ein Jahr später über stärkere Schmerzen als Teilnehmer, die Paracetamol oder nicht-steroidale

Entzündungshemmer wie Ibuprofen eingenommen hatten. „Die Langzeiteinnahme von Opioiden kann Schmerzen tatsächlich verschlimmern und zudem zur Abhängigkeit führen“, erklärt Dr. Xavier Jimenez von der Cleveland Clinic. (Siehe auch Sucht auf Rezept aus der Oktober-Ausgabe 2020). Jüngste Forschungsergebnisse von Schmerzexperten zeigen, wie wirksam Strategien mit wenig technischem Aufwand sein können. So wurden 2016 bei einer Studie der University of Washington, USA, 342 Personen mit chronischen Schmerzen im unteren Rücken in drei Gruppen unterteilt. Die Patienten der ersten Gruppe erhielten die Behandlung und Beratung, die ihre jeweiligen Ärzte regulär anboten. Die zweite Gruppe bekam neben der medizinisch notwendigen Therapie Unterricht in Achtsamkeitsmeditation und Yoga, während die dritte Gruppe acht Wochen lang an einer kognitiven Verhaltenstherapie teilnahm. Rund 44 Prozent der Probanden in der Meditations- und in der KVT-Gruppe bestätigten nach sechs Monaten einen deutlichen Rückgang der Schmerzen. In der Gruppe mit konventioneller Versorgung waren es nur 26 Prozent.

„Geist-Körper-Medizin und Physiotherapie wirken häufig ebenso gut oder besser als Operationen und Spritzen, zudem sind sie sicherer“, bestätigt Dr. Jimenez. Das gilt allerdings nicht für alle Rückenschmerzen. Für manche Schmerzarten sind invasive, sofort wirkende Behandlungen nötig. Treten neben Ihren Rückenschmerzen Darm- oder Blasenprobleme auf oder leiden Sie an fortschreitender Muskelschwäche in den Beinen, knicken beispielsweise Ihre Knie ständig weg, sollten Sie umgehend einen Arzt aufsuchen. „Auch wenn der Schmerz ins Bein ausstrahlt, ein Taubheitsgefühl oder Kribbeln auftritt, konsultieren Sie einen Arzt. Daran könnte eine eingeklemmte Nervenwurzel schuld sein“, erklärt Anthony Delitto, Rückenschmerzforscher und Professor am Institut für Physiotherapie an der University of Pittsburgh, USA. Rückenschmerzen, die zwölf Wochen oder länger andauern, gelten als chronisch. Falls es keinen erkennbaren Auslöser gibt wie einen Sturz oder einen Unfall, sollten die Symptome nicht einfach mit einem nicht-steroidalen Entzündungshemmer behandelt werden. Stattdessen muss die Ursache ärztlich abgeklärt werden. „Schmerzen können ein Anzeichen für fortschreitende Gewebe- oder Nervenschädigungen sowie Wirbelsäulenprobleme sein, die behandelt werden müssen“, erklärt die Schmerzforscherin Dr. Beth Darnall, außerordentliche Professorin am Institut für Anästhesiologie und Schmerzmedizin an der Stanford University, USA. Haben Sie erst seit Kurzem Rückenschmerzen, setzen Sie Ihre täglichen Aktivitäten fort, schonen Sie sich aber beim Sport. Meistens stellt sich innerhalb von drei Tagen eine Besserung ein.

 

Sport und Physiotherapie

Spaziergänge und andere Aktivitäten können die Rückengesundheit verbessern, indem sie Muskeln stärken, Stress abbauen, bei der Gewichtskontrolle helfen und die Ausschüttung von Wohlfühlhormonen fördern. Eine israelische Studie von 2013 begleitete Probanden im Alter von 18 bis 65 Jahren, die keinen Sport trieben und an Schmerzen im unteren Rücken litten.

 

 

Den vollständigen Artikel lesen Sie in der Dezember 2020-Ausgabe des Reader’s Digest Magazin. 

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