So schützen Sie sich vor Demenz
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So schützen Sie sich vor Demenz

Je älter man wird, desto höher wird das Risiko, an einer Demenz zu erkranken. So können Sie vorbeugen.

Autor: Reader's Digest Book

Die Furcht, das Leben nicht mehr selbstständig bewältigen zu können und pflegebedürftig zu werden, ist groß, denn mit zunehmendem Alter steigt auch das Risiko, an Demenz zu erkranken. Wir zeigen Ihnen, was Sie tun können.

Eine gesunde Ernährung unterstützt die geistige Fitness

Neue Untersuchungen zeigen, dass die Mittelmeerkost (mediterrane Kost) das Demenzrisiko senken kann, da sie Risikofaktoren wie erhöhten Cholesterinspiegel, Bluthochdruck und Diabetes verringert. Diese Speisen sollten täglich auf dem Speiseplan stehen:

  • frisches Obst wie Äpfel, Birnen oder Beeren und Gemüse wie Spinat, Brokkoli, Tomaten oder Paprika
  • Hülsenfrüchte (Linsen, Bohnen, Erbsen) und Nüsse
  • hochwertiges kaltgepresstes Olivenöl, auch hochwertiges Raps-,Lein-, Walnuss-, Weizenkeim- oder Sonnenblumenöl
  • hochwertige Getreideprodukte (Brot, Teigwaren, Nudeln, Reis, Couscous, Polenta), möglichst aus Vollkornmehl.
  • fettarme Milchprodukte (Milch, Joghurt)
  • zwei bis drei Fischmahlzeiten pro Woche und nur eine Fleischmahlzeit

Die das Demenzrisiko verringernden Substanzen, sind mehrfach ungesättigte Fettsäuren wie Omega-3-Fettsäuren (in allen Nüssen, in Tofu, Raps-, Soja-, Leinsamen- und Walnussöl sowie im Fett von Fischen wie Lachs, Makrele, Forelle, Hering und Thunfisch), Folsäure (in Orangen, Pilzen, Brokkoli, Spinat, Blumen-, Grün- und Rosenkohl, Spargel, Tomaten, Eigelb, Roggenvollkorn, Weizenkeimen, Erdnüssen, Hefe und Leber) und Vitamin A und E sowie B-Vitamine. Gleichzeitig ist die Aufnahme der ungesunden gesättigten Fettsäuren verringert, da wenig tierische Produkte vorgesehen sind.

Vitamin E und C verringern den sogenannten oxidativen Stress der Gehirnzellen. Dieser bildet sich durch sogenannte freie Radikale, die während des Stoffwechsels der Zellen entstehen. Zu viele freie Radikale erzeugen Zellschäden; diese wiederum können auch Demenz beschleunigen. Vitamin E ist in Nüssen, Milch und pflanzlichen Ölen enthalten, Vitamin C in Gemüse und Obst.

Flavonoide sind neben Vitaminen in Obst und Gemüse enthalten. Sie wirken als Antioxidantien und schützen vor Demenz, wie neue Studien zeigen. Koffein unterstützt die Informationsverarbeitung im Gehirn und hat deshalb eine schützende Wirkung. Neue Untersuchungen zeigen, dass regelmäßiger Kaffeekonsum das Demenzrisiko senken kann.

Chronische Grunderkrankungen behandeln

Erhöhte Blutdruck- und Cholesterinwerte, Diabetes sowie Depressionen sollten unbedingt behandelt werden, um Ihr persönliches Risiko für eine Demenz-Erkrankung zu senken.

Bewegen Sie sich!

Körperliche Aktivität schützt auch das Gehirn! Wer sich zwischen 30 und 60 Jahren viel bewegt hat, hat ein geringeres Risiko, an Demenz zu erkranken. Bereits dreimal pro Woche 30 Minuten Bewegung senken Ihr Demenzrisiko um ein Drittel. Insbesondere Aktivitäten, die die Ausdauer trainieren, wirken sich positiv auf die geistige Fitness aus. Geeignet sind Wandern, Nordic Walking, ein zügiger Spaziergang, Joggen, Radfahren, Schwimmen, Yoga, Tennis, Fußball, Golf, Tischtennis, Squash, Volleyball, Basketball, Tanzen, Kegeln. Wichtig ist, dass die Bewegung Spaß macht.

Bleiben Sie neugierig und lernen Sie!

Lebenslanges Lernen hält das Gehirn auf Trab, denn es ist auf lebenslanges Lernen ausgelegt und auf ständige Anreize angewiesen, um gesund und leistungsfähig zu bleiben. Für die Leistungsfähigkeit scheint neben der Anzahl der Nervenzellen, die durch das Hirnvolumen bestimmt und angeboren ist, auch das Ausmaß ihrer Verknüpfungen eine Rolle zu spielen. Sie schützen vor Demenz, indem sie Schäden durch Plaques und Fibrillen ausgleichen können, wie sie bei einer Alzheimer-Demenz auftreten. Diese Reserven lassen sich lebenslang ausbauen, weil sich das gesunde Gehirn ständig an die Umwelt anpasst und dabei immer neu verknüpft. Begegnen Sie neuen Situationen mit Neugierde, dann läuft das Gehirn auf Hochtouren. Das können Sie tun: Bücher und Zeitungen lesen, ins Theater gehen, eine neue Sprache lernen, ehrenamtlich im Kindergarten aushelfen und vorlesen, neue Brettspiele von den Enkelkindern lernen, die eigene Familiengeschichte recherchieren.

Kontakte pflegen und knüpfen

Die Chance, auch im Alter geistig rege zu bleiben, steigt, je mehr Sie mit anderen zusammen sind. Neue Informationen und Eindrücke, die uns über die Sprache erreichen, müssen analysiert und vernetzt werden. Soziale Kontakte trainieren unser Kurzzeitgedächtnis, unsere Wahrnehmung und unser Gefühlszentrum. Unser Gehirn läuft auf Hochtouren. Wer sich häufig mit anderen Menschen trifft oder mit ihnen am Telefon plaudert, verfügt über deutlich bessere geistige Fähigkeiten als Menschen mit wenigen sozialen Kontakten – und das unabhängig vom Alter. Das können Sie tun: Konzerte besuchen, im Chor singen, Gruppenreisen unternehmen, Ehrenämter übernehmen, an Vereinsaktivitäten teilnehmen.

 


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