Übergewicht: Fettpolster einfach „wegpflastern“
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Übergewicht: Fettpolster einfach „wegpflastern“

Übergewicht und Fettleibigkeit sind ein weltweites Phänomen und Ursache zahlreicher Folgeerkrankungen. Laut Weltgesundheitsorganisation sterben inzwischen mehr Menschen an Über- als an Mangelernährung.

Autor: Reader's Digest Book

Trotz Wissen und eigenem Leidensdruck gelingt es aber nur wenigen, mit Diäten und Sport Abhilfe zu schaffen. Ein neuer Forschungsansatz setzt darauf, „schlechtes“ (weißes) Speicherfett in „gutes“ Fett zu verwandeln. Bei letzterem handelt es sich um braune Fettzellen, die über biochemische Verbrennungsprozesse im Körper Wärme produzieren. Forscher der Nanyang Technological Universität, Singapur, haben auf dieser Basis im Tierversuch ein Pflaster entwickelt, das seine Wirkstoffe über hunderte von Mikronadeln freisetzt. Gefüllt sind sie mit dem Schilddrüsenhormon Trijodthyronin (T3) sowie einem Beta 3-Rezeptoragonisten. Von beiden Substanzen ist bekannt, dass sie weißes in braunes Fett umwandeln können. Das Pflaster wird zwei Minuten auf die Haut aufgedrückt. Dabei dringen die haarfeinen Nadeln schmerzfrei in die Haut ein, lösen sich dort auf und setzen ihre Wirkstoffe kontinuierlich in tiefere Gewebeschichten frei.

Innerhalb von fünf Tagen, so die beteiligten Wissenschaftler, wurde das Unterhautfettgewebe in braunes Fett umgewandelt. Dabei war die Wirkstoff-Dosierung deutlich niedriger, als dies bei oraler Gabe erforderlich gewesen wäre. So wird auch das Risiko von Nebenwirkungen klein gehalten. Für die gepflasterten Labormäuse bedeutete es: Sie wurden trotz fettreicher Nahrung nicht dicker, sondern verloren mehr als 30 % Fettmasse in vier Wochen.
Medikamente, die weißes in braunes Fett verwandeln, haben als Tablette oder Injektion Nebenwirkungen. Die Pflasterform könnte dagegen einen sicheren und wirksamen Ansatz zur Therapie von Übergewicht darstellen. „Meiner Ansicht nach ist es vielversprechend, nach Mitteln für die Adipositas-Bekämpfung zu suchen. Wenn es scheitert, dann scheitert es an den Nebenwirkungen“, so Tobias Fromme von der Technischen Universität München.


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