Was ist eine Fibromyalgie?
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Was ist eine Fibromyalgie?

Eine unterschätzte Erkrankung.

Ausgabe: November 2018 Autor: Samantha Rideout

Wer unter Fibromyalgie leidet, hat Schmerzen, die sich über Muskeln, Skelett und Bindegewebe erstrecken. Rund 2-3 Prozent aller Erwachsenen weltweit sind davon betroffen. Die chronische Erkrankung gibt Ärzten nach wie vor Rätsel auf. Meist werden die Schmerzen als dumpf und andauernd beschrieben, ohne offensichtliche Ursache. Betroffene leiden häufig unter Muskelsteife, Kopfschmerzen, Müdigkeit und einem benebelten Gefühl.


Bei den meisten Patienten wird die Diagnose im mittleren Alter gestellt. Da es keine speziellen Tests gibt – lediglich Verfahren, um andere Erkrankungen wie rheumatoide Arthritis oder Multiple Sklerose auszuschließen – dauert es bis zur Diagnose im Schnitt zwei Jahre. Die genaue Ursache einer Fibro­myalgie ist nicht bekannt. Eine gängige Theorie besagt, dass es sich um eine Störung des zentralen Nervensystems handelt. Eine Fehlfunktion im Gehirn stört die Weiterleitung der Schmerzsignale durch die Nerven. Darüber hinaus untersuchen Wissenschaftler, ob auch der Hormonspiegel oder ein anormaler Schlafrhythmus eine Rolle spielen könnte.


Da Betroffene wenige oder keine äußerlichen Symptome zeigen, halten manche Ärzte ihre Patienten für Simulanten. Immer mehr Studien belegen jedoch das gehäufte Auftreten von Fibromyalgie. Gesundheitsbehörden wie die Weltgesundheitsorganisation (WHO) erkennen die Krankheit an.
Bislang ist die chronische Erkrankung unheilbar, die Behandlung zielt allein auf die Linderung der Symptome ab. Ärzte raten ihren Patienten, Muskelrelaxantien und Schmerzmittel nur bei Bedarf zu nehmen.


,,Die effektivste Methode besteht in regelmäßigem Sport, zunächst moderat und dann allmählich steigernd“, erklärt Dr. Gary Macfarlane, Hauptautor des Fibromyalgie-Leitfadens der European League Against Rheumatism. Den meisten Betroffenen bringt Bewegung eine Erleichterung – vermutlich durch die Ausschüttung von Endorphinen. Sie reduzieren Stress, verbessern die Durchblutung der Muskeln und den Schlaf. Eine weitere Behandlungsmethode ist die kognitive Verhaltenstherapie. Sie schaltet den Schmerz zwar nicht aus, die Patienten lernen aber, damit umzugehen und selbst an Tagen mit besonders ausgeprägten Symptomen aktiv zu bleiben. Betroffene sollten akzeptieren, dass selbst im optimalen Fall nur eine Linderung zu erwarten ist. „Um Fibro­myalgie besser zu verstehen und die Patienten bestmöglich behandeln zu können, ist noch viel Forschung nötig“, sagt Dr. Macfarlane.


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