Peter Kraus: Das nächste Lied
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Stars im Interview

Peter Kraus: Das nächste Lied

Der Sänger und Schauspieler Peter Kraus beschenkte sich und seine Fans zu seinem 75. Geburtstag mit einer großen Abschiedstournee. Das Motto lautet: Das Beste kommt zum Schluss.

Ausgabe: März 2015 Autor: Reinhold Hönle und Alexander Vitolic

Doch die Energie und Musikalität des immer noch drahtigen Musikers sprechen nicht gerade dafür, dass er bald aufhören will. Beim Interview mit Reader's Digest sprudelt der Wahl-Tessiner denn auch nur so vor Anekdoten, dazu schnippt er immer mal wieder mit den Fingern oder wippt rhythmisch mit den Beinen, sodass man im Hintergrund Musik zu hören glaubt

Reader's Digest: Sie wirken sehr fit und gesund. Warum denken Sie ans Aufhören?
Peter Kraus:
Das will ich ja nicht wirklich! Zweieinhalb Stunden auf der Bühne zu stehen, ist ein Traum. Aber das Drumherum auf einer Tournee ist schrecklich – die Reiserei, die Hotels mit all diesen nervtötenden Kleinigkeiten. Meine Frau und ich müssen jeden Tag von Neuem herausfinden, wie man zwischen Duschen und Baden oder Kalt- und Warmwasser umschaltet, nur weil sich irgendein Designer wieder selber verwirklichen musste ...

Schön, dass sie nicht ernsthaft erkrankt sind!
(lacht) Ja, und das, obwohl der Kontakt mit den Fans eine gefährliche Sache geworden ist. Wenn du rausgehst, wollen die Leute nicht mehr ihre CD signieren lassen, sondern mit dir ein Foto machen. Und dabei gehen in der kalten Jahreszeit Hunderte Menschen mit dir auf Tuchfühlung oder husten dich an. Da braucht man gute Abwehrkräfte, um 50 Konzerte durchzustehen!

Und wie schützen Sie sich?
Ich schlucke schon seit Jahrzehnten ein pflanzliches Präparat mit Ananas- und Papaya-Enzymen. Jeden Abend werfe ich zehn bis 15 Kapseln ein und bin dann am nächsten Tag wieder fit. Einfach toll!

Sie stehen seit über 60 Jahren auf der Bühne. Erinnern Sie sich an Ihr erstes Mal?
(lacht) Ja, sicher, weil das eine sehr entscheidende Sache war. Ich bin damals bei einem Konzert in München aufgetreten und am nächsten Tag stand in der Zeitung: "Er kam, sang und siegte – Deutschland hat auch einen Elvis Presley."

Wie kamen Sie eigentlich ins Tessin?
Das war wegen des Films Conny und Peter machen Musik. Als der Produzent mir sagte, dass wir in der Sonnenstube der Schweiz drehen würden, bin ich voller Vorfreude in meinen Austin Healey gestiegen und runtergefahren. Und dann hat es sieben Tage lang so geregnet, dass wir nicht einmal drehen konnten ... Später habe ich mir ein Haus gemietet und das Mono-Wasserskifahren auf dem Luganersee genossen. Das war am Starnberger See bereits verboten.

Eine Leidenschaft, die Ihre Frau mit Ihnen teilt.
Ja, wir hatten das Glück, dass sie und ich dieselben Sportarten betreiben. So haben wir sehr viel gemeinsam gemacht. Nur bei Oldtimer-Rallyes fährt sie nicht mit – dabei geraten sich Paare garantiert in die Haare! (lacht)

Fährt Ihr Sohn mit Ihnen?
Auch nicht. Mike gehört zu der Generation, die in ein völlig verdrecktes Auto steigt, damit irgendwohin fährt und es dort wieder abstellt. Mich bringt keiner in ein Carsharing-Auto rein – da suche ich lieber eine halbe Stunde nach einem Parkplatz!

Sind Sie mit anderen prominenten Wahl-Tessinern befreundet?
Früher habe ich mich mit einigen wenigen Kollegen wie Peter Alexander und Vico Torriani getroffen, aber von ihnen lebt heute keiner mehr. Ich bin froh, wenn ich mich hier zurückziehen kann. Da kommt es mir entgegen, dass die Tessiner eher reserviert sind.

Aufgetreten sind Sie im Tessin nie?
Nein, das ist mein Zuhause, da tritt man nicht auf.

 


 

RD Abbinder
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