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James-Bond-Darsteller Daniel Craig: Ein richtig netter Typ
© dieses Foto und FIlmplakat unten: MGM, Universal Pictures International
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aktuellen
Ausgabe

Stars im Interview

James-Bond-Darsteller Daniel Craig: Ein richtig netter Typ

Darauf haben James Bond-Fans lange gewartet: Endlich kommt der neue - und vermutlich letzte - James Bond-Film mit Daniel Craig in die Kinos. Wir haben ihn vorab interviewt.

Ausgabe: April 2020 Autor: Rüdiger Sturm

Daniel Craig lacht. Immer wieder. Das allein ist ein bemerkenswertes Erlebnis. Früher konnte der Darsteller des legendärsten Agenten aller Zeiten richtig verbiestert wirken. Jetzt aber, vor dem Start seines letzten Bond-Abenteuers, Keine Zeit zu sterben, wirkt der 52-Jährige richtig gelöst. Liegt das am endgültigen Ausstieg aus der Serie, an seinem glücklichen Familienleben oder einfach am Älterwerden?

 

Reader’s Digest: Sie haben James Bond jetzt fünfmal gespielt. Können Sie sich noch in dieser Rolle sehen?
Daniel Craig:
Oh nein, ich hasse es.

 

Wie bitte?
Das gilt nicht nur für Bond. Wenn ich einen Film gedreht habe, dann ist er für mich erledigt. Es mag sein, dass ich mir selbst in bestimmten Szenen nicht gefalle – was soll ich dann machen? Vielleicht schaue ich mir einen Film einmal bei der Premiere an, aber das war’s dann auch.

 

Haben Sie eigentlich etwas mit James Bond gemeinsam?
Nur das, was wir alle mit ihm gemeinsam haben: Ich habe einen ausgeprägten Gerechtigkeitssinn, mag schöne Dinge. Aber sonst gibt es wohl kaum Parallelen. Er ist eine extrem gewalttätige Person, ein einsamer Wolf. Und ich bin da ganz anders veranlagt – für mich stehen meine Familie und meine Freunde an oberster Stelle. Deshalb ist es auch schlimm, wenn ich durch die Drehs von ihnen getrennt bin und kaum Zeit für sie habe.

 

Auch wenn Sie keine großen Gemeinsamkeiten sehen – Sie müssen Widerstandskraft besitzen. Sie verließen die Schule mit 16, um sich als Schauspieler durchzuboxen.
Ich habe einfach überlebt, als 16-Jähriger ist dir vieles egal. Du kannst überall schlafen. Ich hatte den Traum, Schauspieler zu werden, wollte damit auch Geld verdienen. Mit Hängen und Würgen hat das geklappt. Für den Notfall hatte ich noch meinen Dispo bei der Bank.

 

Haben Sie nie die Hoffnung verloren?
Nein, nie. So etwas wie echte Verzweiflung kenne ich nicht. Ich würde Sie anlügen, wenn ich das Gegenteil behaupten würde. In meinem Leben gab es nie schlimme Situationen. Ich bin da glücklich dran – meine Großväter dagegen, die kämpften im Zweiten Weltkrieg, die haben so schreckliche Dinge erlebt, dass sie nie davon sprechen wollten.

 

Eines der Themen Ihrer Filme ist der Kampf gegen das Böse. Haben Sie Menschen getroffen, die Sie so beschreiben würden?
Manche Leute glauben, dass ich Journalisten für böse halte. Das ist ein Irrtum – selbst wenn das eine gute Schlagzeile ergeben würde. Aber um Ihre Frage zu beantworten, Nein. Es gibt Leute, die mir Angst machen. Und Leute, die Unheil anrichten, weil sie von Macht korrumpiert sind. Das passiert, weil sie schwach sind. Aus dem Grund werden sie zu schlechten Politikern und Führern.

 

Was für Leute machen Ihnen denn Angst?
Das möchte ich lieber nicht zitiert haben. Denn so etwas bleibt an mir kleben. „Daniel Craig hat Angst vor ...“

 

Können Sie zumindest verraten, was Sie in den Wahnsinn treibt?
Soziale Medien verstehe ich nicht – und will ich auch nicht verstehen. Aber was ich dazu sage, ist eh allen egal. Ich weiß, ich bin nur ein alter Mann, der ein bisschen ausflippt.

 

 

Zur Person: Daniel Craig

Daniel Craig wurde am 2. März 1968 im englischen Chester geboren. Nach seiner Schauspielausbildung erhielt er schnell erste Film- und Fernsehrollen. Auf künstlerische Erfolge wie Die Mutter oder Layer Cake folgte die Rolle seines Lebens: 2005 wurde er als neuer James Bond besetzt, den er fünfmal darstellte. Außerdem drehte er mit Starregisseuren wie Steven Spielberg oder David Fincher. Craig ist zum zweiten Mal verheiratet – mit Kollegin Rachel Weisz – und hat aus beiden Ehen jeweils eine Tochter.

 

 

 

Hinweis: Auf dem Filmplakat steht "April 2020". Der Filmstart wurde jedoch aufgrund der Corona-Pandemie auf den 30.9.2021 verschoben.

 

 

 

 

 

 

 


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