Gut zu Fuß – die Wahl des richtigen Wanderschuhs
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Gut zu Fuß – die Wahl des richtigen Wanderschuhs

Wandern ist gesund und liegt im Trend. Unentbehrlich ist dabei vor allem eins – der richtige Schuh!

Ausgabe: August 2018 Autor: Barbara Erbe

Eine Frage des Geländes

Wer im gut sortierten Fachgeschäft nach einem neuen Wanderschuh sucht, steht buchstäblich vor einer Wand voller verschiedener Modelle. Was Sie brauchen, hängt davon ab, ob Sie lieber auf gut präparierten Wegen oder querfeldein unterwegs sind, sich für Spaziergänge oder längere (Berg-) Touren begeistern. Gehören Sie zum Typ Spaziergänger oder Nordic Walker, sind All-Terrain oder Multifunktionswanderschuhe eine gute Wahl. Sie sind leicht, haben einen niedrigen Schaft und eine biegsame Sohle, die das natürliche Abrollen der Füße unterstützt. „Durchstreifen Sie hingegen eher bergiges und auch mal unwegsames Gelände, bietet ein Leichtwander- oder Hikingschuh mit knöchelhohem Schaft mehr Halt“, erklärt Jens Kuhr vom Deutschen Wanderverband. „Je wilder das Gelände, desto fester sollte auch die Sohle sein und desto gröber ihr Profil, damit Ihr Fuß nicht rutscht.“ Für anspruchsvollere und längere Bergwanderungen empfiehlt der Experte solide Wanderstiefel beziehungsweise Trekkingschuhe. Diese haben einen hohen Schaft, sind besonders stabil, haben steife Sohlen und bieten in schwierigem Gelände bestmöglichen Halt. Allerdings sind sie auch vergleichsweise schwer.
Heute haben Sie bei allen Arten des Wanderschuhs die Wahl zwischen Goretex und Leder. Schuhe mit Gore-tex-Membran haben den Vorteil, dass sie leicht und atmungsaktiv sind, bei einem Regenguss keine Feuchtigkeit nach innen durchlassen und außen schnell wieder trocknen. Lederschuhe sind schwerer, bieten deshalb aber auch festeren Halt. Wird es nass, trocknet Leder allerdings langsamer als Synthetik, und es muss regelmäßig eingewachst oder eingesprüht werden, um geschmeidig zu bleiben.

Die perfekte Form

Nehmen Sie sich beim Kauf genug Zeit. Nichts ist beim Wandern schlimmer als ein Schuh, der drückt oder reibt! Am besten legen Sie die Anprobe auf den Nachmittag, denn Füße werden im Lauf des Tages größer. Achim Oberle, Mitglied des Zentralverbands Orthopädieschuhtechnik, empfiehlt ein Fachgeschäft aufzusuchen. „Dort gibt es fast immer Testrampen, auf denen Sie auf unterschiedlichem Untergrund auf- und abwärts gehen können, um herauszufinden, ob der Schuh wirklich optimal sitzt“, sagt er. Ihre Ferse sollte nicht oder nur sehr wenig rutschen und Ihr Fußballen flach und angenehm im Fußbett liegen. Zugleich benötigen Ihre Zehen genug Spielraum, damit sie beim Abrollen – und in steilem Gelände beim Abwärtsgehen – nicht vorne anstoßen. Seitlich muss der Schuh festen Halt geben. Haben Sie besonders schmale oder breite Füße, fragen Sie nach Modellen mit solchen Leisten.
Die meisten namhaften Hersteller bieten inzwischen auch Spezialausführungen an, erklärt der Experte. „Das sind Schuhe, die so geformt sind, dass sie sich an besondere Fußformen, wie beispielsweise einen Hallux, anpassen, aber auch an den Fersen gepolsterte Modelle für Menschen mit Fersenproblemen oder Schuhe mit einer sogenannten ‚Naturform-Spitze‘, um empfindliche Zehen vor Druck zu schützen.“ Fragen lohnt sich!

Die richtige Pflege

Glattlederschuhe sollten Sie vor Gebrauch mit Sportwachs imprägnieren und pflegen. Für Nubuk- und Velourleder sowie synthetisches Material empfiehlt sich ein Spezialspray. Diese imprägnieren und pflegen, ohne die Membran zu verkleben, die für den Luft- und Feuchtigkeitsaustausch sorgt. Besonders wichtig ist die Pflege nach dem Wandern. Lassen Sie Lehm und Erde gar nicht erst eintrocknen, sondern entfernen Sie sie so bald wie möglich mit einem feuchten Tuch oder einer Bürste. Nehmen Sie nach jedem Gebrauch das Fußbett aus den Schuhen und lassen Sie sie bei Zimmertemperatur gut austrocknen. Sind sie richtig nass geworden, geht dies schneller, wenn Sie die Schuhe mit Zeitungspapier ausstopfen.
Trocknen Sie Ihre Wanderschuhe niemals auf dem Heizkörper. Direkte Hitze macht Material und Verklebungen porös und spröde. Auf die sauberen, trockenen Schuhe tragen Sie dann wiederum Pflegemittel auf. Für die Lagerung empfiehlt sich ein luftiger, nicht allzu warmer Ort.

Schutz vor Blasen

Neue Schuhe laufen Sie am besten auf mehreren kürzeren Strecken ein, bevor Sie zu längeren Touren aufbrechen. Speziell gepolsterte Wandersocken und sorgfältiges Eincremen der Füße schützen vor Blasenbildung. Ziehen Sie bei längeren Pausen Schuhe und Socken aus, und gönnen Sie Ihren Zehen und Fußsohlen zwischendurch frische Luft. Spüren Sie an irgendeiner Stelle einen unangenehmen Druck, kleben Sie vorsorglich ein Blasenpflaster auf – noch bevor sich ein echtes Problem entwickelt.

 

 


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