Geheimnisvolle Osterinsel
© iStockfoto.com / RachelKramer
Aus der
aktuellen
Ausgabe

Ostern Urlaubsziele

Geheimnisvolle Osterinsel

Mit durchdringend scharfen Blicken starren sie unablässig geradeaus über die Weiten des Südpazifik vor der Kuste Chiles – als ob sie nach einem Besucher Ausschau hielten, der allerdings nicht vom Meer, sondern vom Himmel kommen müsste.

Autor: Reader's Digest Book

Wie lange stehen sie wohl schon da und warten, diese Wachposten einer geheimnisvollen Welt? Seit Jahrhunderten, so viel steht fest, die ältesten sind vermutlich über 1000 Jahre alt. Diese zeitlosen langgezogenen Gesichter aus Stein: Sind es Götter, Ahnen oder Häuptlinge? Es fällt schwer zu glauben, dass sie Menschen darstellen. Doch selbst wenn die Archäologie eines Tages alles über sie herausfinden sollte, wäre man wohl versucht, ihr Geheimnis zu bewahren – hat es doch nicht geringen Anteil am Zauber dieser Figuren. Das Faszinierendste aber sind die Blicke: Tiefrote oder schwarze Pupillen aus Tuffstein inmitten weißer Augen aus Korallenkalk machen die Gestalten geradezu beunruhigend lebendig.

Als der niederländische Kapitän Jacob Roggeveen an Ostern 1722 die Insel entdeckte, staunte er über die seltsamen Steinbildnisse. Alle, die auf dem verlorenen Eiland an Land gingen, bewunderten schaudernd die Kolosse mit den leuchtenden Augen. Die Statuen interessierten sie viel mehr als das Schicksal der Ureinwohner, die mörderische Konflikte zwischen ihren Clans und die Versteppung der kahl gerodeten Insel überlebt hatten und von den neuen Herren bald in die Guanolagerstätten Perus verschleppt wurden. Die Moais haben ihren Ursprung in zwei Steinbrüchen, wo viele von ihnen bis heute unvollendet ruhen. Mehrere 100 sind entlang der Küsten aufgereiht; sie sind 4 bis 10 m hoch und durchschnittlich rund 20 t schwer. Etwa 60 von ihnen tragen einen gewaltigen Zylinder aus rotem Tuffstein auf dem Kopf, der zuweilen über 10 t wiegt.

Transportiert wurden die Standbilder wohl auf Holzschienen, aufgerichtet mit Hilfe von ebenfalls hölzernen Gerüsten und mächtigen Hebeln. Die Moais bewahren noch manches Geheimnis, doch damit sind sie nicht allein: Denn was weiß man wirklich über die 300 Heiligtümer mit ihren Terrassen und Podesten, den Ahus? Oder von der Kultstätte Orongo, einem kleinen Dorf mit halb in den Boden eingegrabenen Häusern? Wer kann den Zweck der Türme oder der bootsförmigen Häuser deuten?


Mehr zu diesem Thema

Aus der
aktuellen
Ausgabe

Ostern Quiz

Was ist der leckerste Teil des Schoko-Osterhasen? Warum heißt die Osterinsel Osterinsel? Werden Osterhasen aus eingeschmolzenen Nikoläusen gefertigt? Finden Sie ...

...mehr
Aus der
aktuellen
Ausgabe

Ostern Familie & Leben

Rumpelnde Eier, Osterreiter, brennende Eichenräder – in manchen Gegenden Deutschlands werden Traditionen begangen, die kaum jemand kennt...

...mehr
Aus der
aktuellen
Ausgabe

Ostern Familie & Leben

Wir geben Ihnen Tipps, wie Ihr Osterbrunch gelingt, so dass Sie am Ostermorgen ohne Hektik und Stress mit der Familie in den Tag starten können.

...mehr
Aus der
aktuellen
Ausgabe

Ostern Familie & Leben

Wir erklären Ihnen, warum es diese unterschiedlichen Oster-Termine gibt...

...mehr
Aus der
aktuellen
Ausgabe

Ostern Familie & Leben

Osterausflüge sind nicht nur eine deutsche Tradition. Wie feiern eigentlich die anderen Nationen Ostern? Wir haben über die Grenzen geschaut und Witziges, ...

...mehr
Aus der
aktuellen
Ausgabe

Ostern Familie & Leben

An Ostern steht das Ei im Mittelpunkt der volkstümlichen Tradition...

 

...mehr
Aus der
aktuellen
Ausgabe

Ostern Familie & Leben

Gesucht: Feldhase, schlanker Mümmelmann, kräftige Hinterläufe, rotbraunes haar. Typische Merkmale: Einzelgänger mit langen Ohren Schlägt Haken und jobbt ...

...mehr

 

RD Abbinder
RD Abbinder
RD Abbinder

Reader's Digest Deutschland: Verlag Das Beste GmbH - Vordernbergstraße 6, 70191 Stuttgart