Tauchglocke an der Seebrücke von Sellin auf der Insel Rügen.
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Tauchen Sie mal ab!

In der Gondel von der Promenade im Ostseebad Zinnowitz bis zum Meeresgrund.

Ausgabe: daheim Autor: David Krenz
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Der Pfad zum eisernen Tintenfisch führt mitten übers Meer. Von der Promenade des Seebades Zinnowitz am Usedomer Ostseestrand verläuft ein 315 Meter langer Steg, an dessen Ende dieses große, glockenförmige Geschöpf lauert. Seine Haut ist aus Eisen und Glas. Das U-Boot Nautilus aus Jules Vernes Roman „20.000 Meilen unter dem Meer“ diente vielleicht als Inspitation. Im Innern führt aber nicht Kapitän Nemo das Kommando, sondern Eckbert Lieckfeldt. Bei der stählernen Glocke handelt es sich um eine Tauchgondel, mit der Touristen zum Grund der Ostsee reisen. „In der Hochsaison fahren wir täglich 15 Mal“, berichtet Lieckfeldt.

Nachdem alle eingestiegen sind, dreht er die Eingangsluke zu und wirft den Elektromotor an. Rumpelnd setzt sich der maritime Aufzug in Gang. Eben noch waren durch die sechs Zentimeter dicken Scheiben die Villen der Promenade und Strandkörbe zu sehen, nun verschwinden sie hinter den Wellen. Das grün-bläuliche Schimmern des Wassers lässt das Innere der Gondel leuchten. Sie ächzt hinab, Sauerstoffsäulen schießen blubbernd auf, über den Köpfen schlagen wild die Wellen umher. Im Kokon herrscht Staunen. Vier Meter unter der Wasseroberfläche stoppt die Fahrt, der Meeresgrund ist zum Greifen nah.

Vor neun Jahren ging die Zinnowitzer Gondel auf Jungferntauchfahrt, inzwischen gibt es Modelle vor Rügen, Zingst und Grömitz in Ostholstein. Geplant sind weitere, etwa in Waren an der Müritz. Das glasklare Wasser soll die Besucher dort bis zu 20 Meter weit sehen lassen. In der Zinnowitzer Gondel reicht der Blick selten mehr als zwei Meter weit. „Oft muss ich die Gäste aufklären, dass die grüne Wasserfärbung kein Schmutz ist, sondern Leben“, sagt Lieckfeldt. Es handelt sich dabei um Plankton, Nahrungsquelle für das Ökosystem Meer. Manchmal schwimmen Ostseegarnelen, Hornfische und Quallen vorbei. Im salzarmen Wasser der Ostsee fühlen sich auch Süßwasserfische wie Barsch und Zander wohl. Der beste Grund für die Fahrt bleibt der abenteuerliche Perspektivenwechsel. Abtauchen, sich die Wellen von unten ansehen. Nicht mal ein Handtuch ist danach nötig.

 


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