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16 spannende Fakten zum Eurovision Song Contest
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Familie & Leben

16 spannende Fakten zum Eurovision Song Contest

Hier sind 16 Fakten, die Sie vielleicht noch nicht über dieses beliebte, manchmal auch belächelte Spektakel kennen.

Ausgabe: Mai 2021 Autor: Lorraine Shah

Fans in Europa und auf der ganzen Welt freuen sich auf den Eurovision Song Contest im Mai, den größten internationalen Gesangswettbewerb, der im Fernsehen übertragen wird. Dieses Jahr findet er vom 18. bis 22. Mai 2021 in Rotterdam statt (bei Redaktionsschluss stand noch nicht fest, ob es auch ein Live-Publikum geben wird).

 

  1. Der Eurovision Song Contest (ESC) wird seit 1956 ausgetragen und ist damit der am längsten laufende Fernsehwettbewerb der Welt (die Veranstaltung 2020 musste aufgrund der Corona-Pandemie abgesagt werden). Bis 2001 hieß der Wettbewerb hierzulande noch „Grand Prix Eurovision de la Chanson“. Angeregt durch das Sanremo-Musikfestival, das es seit 1951 gibt, verfolgten die Initiatoren das Ziel, die europäischen Länder der Nachkriegszeit zusammenzubringen. Der ESC wird von der Europäischen Rundfunkunion (EBU) organisiert.

  2. Das grundlegende Format des ESC ist unverändert: Die Länder reichen Originalsongs ein, die live vorgetragen und aus einer Konzerthalle im Gastgeberland übertragen werden. Das Abstimmungssystem, das seit 2016 besteht, funktioniert wie folgt: Nachdem alle Beiträge vorgetragen wurden, geben die Zuschauer ihre Stimme für die Songs der anderen Nationen ab (sie können nicht für ihr eigenes Land stimmen). Diese Stimmen werden mit denen der von der EBU ausgewählten Jurys aus Profis der Musikbranche kombiniert, und der Song mit den meisten Punkten gewinnt. Die Sieger erhalten nur eine Trophäe – und das Prestige, gewonnen zu haben. Das erfolgreiche Land darf dann die Veranstaltung im folgenden Jahr ausrichten.
     
  3. Der erste ESC fand 1956 in Lugano, Schweiz, statt. Es nahmen sieben Länder teil, die jeweils zwei Lieder einreichten. Der Wettbewerb wurde von Lys Assia für das Gastgeberland gewonnen.
     
  4.  Zu Beginn des ESC ertönt immer das Präludium des Te Deum, das von Marc-Antoine Charpentier im 17. Jahrhundert komponiert wurde. Jeder teilnehmende TV-Sender ist verpflichtet, die Show komplett zu zeigen, nur das Pausenprogramm darf durch Werbung ersetzt werden. Einige der Künstler, die in der Pause auftreten, sind selbst berühmt geworden – am bekanntesten ist wohl die Bühnenshow Riverdance, die 1994 in Dublin gezeigt wurde.
     
  5.  Der ESC ist das größte Live-Musik-Event der Welt; 2019 verfolgten 182 Millionen Zuschauer den Wettbewerb in Tel Aviv. Die größte Live-Zuschauerzahl beim Eurovision Song Contest gab es 2001: fast 38 000 Menschen waren im Kopenhagener Parken-Stadion dabei.
     
  6. Insgesamt 52 Länder haben bislang teilgenommen. Darunter befanden sich auch außereuropäische Länder wie Australien und Marokko. Frankreich, Deutschland, Spanien, Italien und Großbritannien sind automatisch für das Finale qualifiziert, da sie die fünf größten Beitragszahler der EBU sind. Rumänien wurde 2016 wegen ausstehender Beiträge vom ESC ausgeschlossen.

  7. Die Songs dürfen nicht länger als drei Minuten sein. Das kürzeste Lied in der Geschichte des Wettbewerbs war der finnische Punktitel Aina Mun Pitää mit nur einer Minute und 27 Sekunden. Insgesamt wurden mehr als 1500 Lieder beim Eurovision Song Contest aufgeführt. Es würde fast 72 Stunden dauern, sie ohne Pause alle anzuhören!
     
  8.  Mit sieben Siegen ist Irland das erfolgreichste Land in der Geschichte des ESC. Es ist die einzige Nation, die dreimal in Folge gewonnen hat (1992–1994). Schweden hat sechsmal gewonnen, während Luxemburg, Frankreich, die Niederlande und Großbritannien jeweils fünfmal triumphiert haben. Auf dem letzten Platz? Norwegen hat insgesamt elfmal den letzten Platz belegt – viermal mit „null Punkten“.
     
  9. Im Jahr 1969 lagen vier Länder mit gleicher Punktzahl an der Spitze: Großbritannien, Spanien, die Niederlande und Frankreich. Da es keine sogenannte Tiebreak-Regel gab, mussten alle vier zum Sieger erklärt werden! Heute gewinnt bei Gleichstand der Song, der die meisten Punkte aus den Ländern erhält; die Wertungen der Jury bleiben außen vor.

  10.  Der deutsche Komponist Ralph Siegel hat insgesamt 24-mal teilgenommen, wobei seine Songs für fünf verschiedene Länder an den Start gingen: Deutschland, Luxemburg, Montenegro, San Marino und die Schweiz. Aus seiner Feder stammt der deutsche Siegerbeitrag "Ein bisschen Frieden", der 1982 von Nicole gesungen wurde.

  11. Zwischen 1978 und 1998 mussten alle Lieder in einer Sprache des Teilnehmerlandes vorgetragen werden. Jetzt singen die meisten Künstler teilweise oder ganz auf Englisch. Norwegens Siegerlied von 1995 enthielt nur 24 Wörter, begleitet von langen Geigensoli

  12. Der ESC ist für seine Toleranz gegenüber Transgender-Personen bekannt. 1998 gewann Dana International den Wettbewerb für Israel, während die bärtige Dragqueen Conchita Wurst 2014 für Österreich jubelte

  13. Die aktuellen Regeln verlangen, dass die Teilnehmer mindestens 16 Jahre alt sind. Vor 1990 gab es keine Altersgrenze, die jüngste Gewinnerin war Sandra Kim (13), die 1986 für Belgien antrat. Der älteste war Dave Benton, der 2001 im Alter von 50 Jahren und 101 Tagen für Estland gewann. Die jüngste Teilnehmerin aller Zeiten war die 11-jährige Nathalie Pâque, die 1989 Frankreich vertrat. Emil Ramsauer, Backgroundmusiker der Schweizer Band Takasa, war mit seinen 95 Jahren der bislang älteste Teilnehmer.

  14. Spaniens Beitrag La La La von 1968 enthielt 138-mal das Wort „La“

  15.  In den 1960er- und 1970er-Jahren weigerten sich die Niederlande, Frankreich, Monaco und Luxemburg, den Wettbewerb auszurichten, weil die Kosten für die Veranstaltung zu hoch waren – Großbritannien sprang jedes Mal ein. Der ESC in Aserbaidschan 2012 war die bisher teuerste Veranstaltung und kostete stolze 60 Millionen Euro

  16.  Der Wettbewerb war der Ausgangspunkt für manche Weltkarriere, zum Beispiel die der französisch-kanadischen Sängerin Céline Dion, die 1988 für die Schweiz mit einem Punkt Vorsprung gewann. Die Band ABBA ist wohl der berühmteste ESC-Sieger aller Zeiten. Und wer gewinnt dieses Jahr?




 

RD Abbinder
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