Ein Mann fotografiert vom Berg aus Hongkong mit seinem Smartphone.
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Fotografieren mit dem Smartphone

Wer ein Smartphone besitzt, hat eine Kamera immer dabei. Zwar genügen die meisten Modelle der unteren Preiskategorie nur bescheidenen Ansprüchen an Fotos, für einen schnellen Schnappschuss reichen sie aber aus.

Autor: Reader's Digest Book

Und den können Sie dann gleich direkt auf Facebook, Twitter oder eines der anderen sozialen Netzwerke hochladen. In den App-Stores von Apple, Google oder Microsoft finden Sie auch etliche Programme, mit denen Bilder verbessert, bearbeitet oder verfremdet werden können. Smartphones der oberen Preiskategorie warten teilweise mit Kameras auf, deren Qualität zumindest der einer Kompaktkamera entspricht. Und das Selfie, also das Selbstportrait zusammen mit Freunden oder vor einer interessanten Kulisse, ist sowieso die Domäne der Smartphones. Denn die verfügen immer über zwei Kameras: Eine Hauptkamera mit höherer Auflösung und Blitz in der Rückseite sowie eine Frontkamera, die eigentlich für Videotelefonie gedacht ist. Daher liefert das nach vorne gerichtete Objektiv meist auch eine deutlich geringere Auflösung als die Hauptkamera. Es gibt aber inzwischen auch Selfie-Smartphones, bei denen auch die Frontkamera bessere Bilder liefert und sogar mit einem eigenen Blitz ausgestattet ist.

Unterschiedliche Qualität

Es wird zwar sehr viel mit Smartphone und Tablet fotografiert, gute Bilder machen aber nur die wenigsten der kleinen Mobilrechner. In den flachen und leichten Gehäusen finden nur kleine Fixfokus-Objektive und entsprechend winzige Bildsensoren Platz. Speziell bei ungünstigen Lichtverhältnissen können so kaum wirklich gute Bilder entstehen.
Ordentliche Bilder auf dem Niveau von Kompaktkameras der unteren Mittelklasse liefern nur Oberklasse-Smartphones. Hier bauen die Hersteller auch hochwertige Objektive namhafter Hersteller ein und ergänzen diese durch optische Bildstabilisatoren, die für bessere Bilder in der Dämmerung oder in Innenräumen sorgen. Ein neuer Trend bei den Smartphones sind die Doppelkameras, die Objektive mit unterschiedlicher Brennweite verwenden. In der Kamera des Smartphones werden dann die Aufnahmen beider Kameras zu einem Bild mit besserer Qualität kombiniert. Beispiele sind etwa das Apple iPhone 7 Plus mit Weitwinkel und Teleobjektiv oder das Huawei-Modell P10 mit von Leica entworfener Kamera. Hier arbeiten eine 12-Megapixel-Farbkamera und eine 20-Megapixel-Schwarzweißkamera zusammen, um bei schlechter Beleuchtung Bilder mit weniger Rauschen zu produzieren. Zudem soll der Kontrast im Bild deutlich höher sein.

Fotografieren mit dem Smartphone - das brauchen Sie:

  • Smartphone
  • Internetzugang
  • Foto-Apps
  • Selfie-Stick

So geht’s:

Für genügend Speicherplatz sorgen Verfügt ihr Smartphone nur über einen kleinen internen Speicher, dann besorgen Sie sich eine Micro-SD-Karte als zusätzlichen Speicher. Informieren Sie sich vorher im Handbuch des Geräts, welche Speichergröße maximal unterstützt wird. Bei Smartphones ohne Speicherkartensteckplatz sollten Sie durch das Auslagern von Daten auf PC oder einen Speicher im Internet, eine so genannte Cloud, für genügend Platz sorgen. Dann können Sie die Fotos auf dem Smartphone löschen, um für neue Aufnahmen mehr Platz zu schaffen.

Linse reinigen
Wenn Sie Ihr Smartphone ohne eine die Kamera abdeckende Schutzhülle transportieren, reinigen Sie ab und an die Kameralinse vor dem Fotografieren mit einem weichen Stofftuch, um Verschmutzungen zu entfernen.

Kamera starten
Rufen Sie die Kamera-App Ihrer Wahl über das App-Menü von Android oder iOS auf. Diese ist als kleiner Fotoapparat zu sehen. Übrigens müssen Sie nicht erst Ihr Smartphone freischalten, um zur App zu gelangen. Die Kamera lässt sich im Schnellzugriff starten. Das ist praktisch vor allem für schnelle Schnappschüsse. Beim iPhone reicht es, im Sperrbildschirm einfach nach links zu wischen. Bei Android-Smartphones findet sich im Sperrbildschirm das Kamerasymbol, das nur gedrückt werden muss. Ist es nicht vorhanden, können Sie den Kameraschnellzugriff in den Einstellungen aktivieren, sodass das schnelle Starten der Kamera im gesperrten Zustand funktioniert.

Smartphone richtig halten
Halten Sie das Smartphone mit beiden Händen, um so verwackelte Bilder besser vermeiden zu können. Notwendige Einstellungen und das Auslösen können Sie mit den Daumen erledigen. Bei etlichen Smartphones kann auch eine der Lautstärketasten als Auslöser genutzt werden. Etliche Windows-Smartphones verfügen über eine eigene Kamera-Taste, die nicht nur als Auslöser fungiert, sondern auch die Kamera-App direkt aus dem Schlafmodus aufruft.

Fokus selbst setzen
In der Grundeinstellung sucht der Autofokus ein Objekt in der Bildmitte, um darauf scharf zu stellen. Sie können auch manuell einen anderen Fokus setzen, indem Sie auf dem Touchscreen dorthin ins Motiv tippen, wo Sie den Schärfepunkt setzen wollen.

Finger weg vom Digitalzoom
Der überwiegende Teil der Smartphones verfügt nur über ein Fixfokus-Objektiv ohne optischen Zoom. Der Digitalzoom, den Sie mit einem virtuellen Schieberegler oder per Geste auf dem Touchscreen aktivieren, nimmt nur eine Ausschnittvergrößerung vor und rechnet das Bild hoch. Dabei gehen Details verloren und die Schärfe leidet. Nutzen Sie ihn daher nicht und gehen Sie, wenn möglich, näher an die Motive heran, die Sie fotografieren wollen.

Blitzautomatik abschalten
Viele Smartphones schalten schon sehr früh den Blitz ein. Das führt zu im Vordergrund überstrahlten Bildern, bei denen die Details im Hintergrund verschwinden. Dazu trägt auch bei, dass die Geräte in der Regel nur über einen kleinen LED-Blitz verfügen. Schalten Sie den Blitz lieber manuell ab und setzen Sie stattdessen die Lichtempfindlichkeit (ISO) hoch. Das dadurch entstehende Bildrauschen kann nachträglich per Bildbearbeitung noch abgemildert werden.

Portraits mit Bokeh-Effekt
Sie kennen den Bokeh-Effekt sicher von professionellen Portraits oder auch Makro-Aufnahmen: Die Person oder das Objekt im Vordergrund ist scharf gezeichnet, der Hintergrund bewusst verschwommen. Mit gängigen Smartphone-Objektiven kann dieser Effekt nicht erzielt werden. Es gibt aber Foto-Apps mit Portrait-Modus, bei dem Bokeh elektronisch nachgebildet wird, etwa beim aktuellen iPhone. Zudem gibt es in den App-Stores viele Bokeh-Apps, die das nachträglich erledigen.

Selfies machen
Smartphones eignen sich vortrefflich für Selfies – schnelle Selbstportraits aus der Hand. Um dabei die Armeslänge zu verlängern, wurde der Selfie-Stick erfunden – eine Teleskopstange, die sich bis 100 cm und mehr ausziehen lässt. Das Hilfsmittel verfügt über eine Klemmhalterung fürs Handy mit Knickgelenk zur optimalen Winkeleinstellung.
Die Bilder werden über den Selbstauslöse-Button geschossen oder mittels Bluetooth-Fernbedienung. Daneben gibt es auch in die Stange integrierte Bluetooth-Auslöser oder einfachere Bildauslöser-Knöpfe, die über einen Klinkenstecker mit dem Audio-Ausgang des Smartphones verbunden sind. Wer mit Selfie-Stange fotografiert, braucht eine kräftige Armmuskulatur und eine ruhige Hand. Denn je länger das Gerät mit dem Mobiltelefon am Ende gehalten wird, desto mehr Schwingung und Unstabilität entwickelt sich und das Ergebnis ist unscharf.


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