So geht's ja nicht! So machen Sie Ihrem Ärger Luft
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Familie & Leben

So geht's ja nicht! So machen Sie Ihrem Ärger Luft

Regen Sie sich über schlechten Service auf? Dann machen Sie Ihrem Ärger Luft! So wie diese Leute "Ich will mich ja nicht beschweren, aber..." Na gut, im Grunde will ich mich beschweren. Und ich bin nicht der Einzige, das geht uns doch allen ab und zu so. Der aufgestaute Zorn kann uns derart auf den Magen schlagen, dass uns sprichwörtlich "die Galle überläuft", wenn wir ihn nicht rauslassen. Anlass, sich zu ärgern und umgehend zu beschweren, findet sich schnell: Mal ist das Essen kalt oder das Wetter zu nass, mal ist der Nachbar zu laut. So verschieden die Ursachen sind, die uns an die Decke gehen lassen, so unterschiedlich sind auch die Formen der Beschwerde. Vielleicht erkennen Sie sich ja auf den folgenden Seiten wieder.

Ausgabe: Juli 2014 Autor: Andy Simmons

Schlecht Bedient

Ein Mann war nach einem Überfall auf die Essensausgabe eines Take-away-Restaurants im US-amerikanischen Atlanta so erbost über seine klägliche Beute, dass er die Filiale gleich zweimal anrief, um sich zu beschweren. Damit hat er allerdings noch nicht das Niveau von Arthur Bundrage erreicht, der von einem Bankangestellten in der Stadt Syracuse im US-amerikanischen Bundesstaat New York 20_000 Dollar gefordert hatte. Zu Hause angekommen stellte der Bankräuber fest, dass man ihm viel weniger ausgehändigt hatte. Wutentbrannt stürmte er zurück zur Bank, um sich über den schlechten Service zu beschweren. Und lief direkt den Polizeibeamten in die Arme.

Quelle: Associated Press

Leicht Pikiert

Eine Urlaubsreise kostet einen Haufen Geld – da darf man doch wohl Perfektion verlangen, oder? Zumindest war das der Standpunkt der hier zitierten Reisenden. Und das mussten sich Reisebüromitarbeiter anhören:

  • "Bei meiner Reise nach Indien musste ich zu meinem Entsetzen feststellen, dass fast jedes Restaurant Currygerichte servierte. Ich kann stark gewürzte Speisen nicht ausstehen!"
  • Ein Profifußballer war von seinem Zimmer mit Meerblick im australischen Manly begeistert – allerdings beschwerte er sich am nächsten Morgen darüber, er habe wegen der Meeresbrandung die ganze Nacht kein Auge zugetan.
  • Den Besuch eines berühmten Freizeitparks behielt eine Besucherin nicht in bester Erinnerung: die Sonne sei so heiß gewesen, dass ihr das Eis in der Waffel geschmolzen sei!
  • Eine Flugreisende fand die Wolken am Himmel unmöglich – sie ruinierten ihren Kindern den Spaß am Spiel "Ich sehe was, was du nicht siehst".

Quellen: Toronto Star, www.telegraph.co.uk

Süffisanter Kommenter

Ein wenig begeisterter Hotelgast schickte einem britischen Etablisse-ment folgenden Kommentar zur Einrichtung: "Der Stil der 70er-Jahre scheint tatsächlich wieder im Trend zu liegen! Die Tatsache, dass Ihr Haus voller Originale aus jener Zeit steht, verleiht der Einrichtung eine besondere Authentizität ... Auch die Beleuchtung war hervorragend – und ausgesprochen hell. Was soll schließlich ein exquisites Interieur, wenn man es im Schummerlicht kaum erkennen kann. Und außerdem weiß man ja nie, ob man nicht mal eben zwischendurch eine komplizierte Herz-Operation zu bewältigen hat. Da sollte man, was das Licht betrifft, auf jeden Fall auf der sicheren Seite sein, finde ich."

Nach einer Null-Sterne-Mahlzeit an Bord einer Maschine der Virgin Atlantic Airlines schickte ein Passagier folgenden Brief (zusammen mit den entsprechenden Fotos) an Firmenchef Richard Branson: "Links sehen wir ein Stück Brokkoli und ein paar Paprikastücke in einem braunen, klebstoffartigen Öl, rechts davon hat der Küchenchef etwas Kartoffelpüree platziert. Ganz offensichtlich hatte der Kartoffelstampfer seinen Dienst aufgegeben, weshalb als nächstbeste Lösung entschieden wurde, die Kartoffeln durch den Verdauungstrakt eines Vogels zu schicken ..."

Aus: www.dearcustomerrelations.com

Nachbarschafts-Streit 2.0

Haben sich Nachbarn im 20. Jahrhundert noch am Gartenzaun gestritten, können sie heutzutage ihrem Ärger durch eine entsprechende Benennung ihrer WLAN-Netze Ausdruck verleihen. Laut einem Bericht des britischen Nachrichtensenders BBC News tragen längst nicht mehr alle kabellosen Internetzugänge unverfängliche Namen wie "Wireless1". Nicht selten trifft ein Nachbar bei der Netz-Suche auf Namen wie "Lass die Finger von unserem WLAN" oder "Hör auf, mit den Türen zu knallen!"

Zuflucht zu Verwünschungen

Nein, nicht die Comic-Variante ÷ la "@#$%", sondern die Kategorie "Fluchlitanei". Zu dieser Ausdrucksform griff der Kabarettist Eugene Mirman in einem Brief, den er als Anzeige in der Tageszeitung New York Times veröffentlichte. Er war an die Führungskräfte der Kabelfernseh-gesellschaft Time Warner Cable gerichtet, nachdem diese seinem Programm eine Absage erteilt hatten.

Der Brief enthielt Verwünschungen wie diese: "Das Handy eines jeden Aufsichtsratsmitglieds [soll] laut klingeln [und] das Körpergewicht des Besitzers verkünden. Ihr Zweitgeborener soll nach heißem Popcorn riechen. Anfangs scheint das nicht so schlimm, aber mit der Zeit macht einen der Geruch garantiert wahnsinnig."

Einfach unglaublich

Der Schriftsteller Philip Roth äußerte in einem Beitrag im Wochen-magazin The New Yorker seine Verwunderung angesichts seiner Erfahrung, dass eine bekannte Internet-Enzyklopädie ihn nicht als Fachmann für die Werke eines gewissen Philip Roth betrachtete.

"Unlängst ergab es sich, dass ich erstmals den Wikipedia-Eintrag zu meinem Roman Der menschliche Makel lesen musste. Der Text enthält eine gravierende Falschdarstellung, die ich gerne [...] getilgt sehen wollte. Das betreffende Informationsbruchstück war nicht aus der Welt der wahren Fakten in die Wikipedia gelangt, sondern aus den Sümpfen des literarischen Klatsch und Tratsch – es ist gänzlich unwahr. Als ich jedoch [...] an Wikipedia die Bitte richtete, die Falschdarstellung zu löschen [...] [sagte man mir], ich sei keine glaubwürdige Quelle: 'Ich verstehe Ihre Ansicht, dass der Autor der kompetenteste Experte für sein eigenes Werk ist', schrieb der Wikipedia-Mitarbeiter. 'Trotzdem ist die Angabe einer zweiten Quelle unumgänglich.'"

Beschwerde eines Tierfreunds

Der berühmte irische Dramatiker George Bernard Shaw (1856-1950) erlebte einen wenig genussvollen Opernbesuch, als sich auf dem Sitz vor ihm eine Frau mit einem federgeschmückten Ungetüm auf dem Kopf niederließ. Der fassungslose Shaw griff daraufhin zum Stift und schrieb den folgenden Leserbrief an die Tageszeitung London Times:

"Um neun Uhr (die Oper hatte um acht Uhr angefangen) betrat eine Dame den Saal und setzte sich unübersehbar in meine Sichtlinie. Dort blieb sie bis zum Beginn des letzten Aktes sitzen. Ich will mich nicht darüber beklagen, dass sie später kam und früher ging. Im Gegenteil, ich wünschte, sie wäre noch später gekommen und noch früher gegangen. Denn am Kopf dieser Dame war über dem rechten Ohr der Leichnam eines erbarmungswürdigen, großen weißen Vogels befestigt, der allem Anschein nach durch die Einwirkung von trampelnden Füßen zu Tode gekommen war, woraufhin man ihn der Dame an die Schläfe genagelt hatte, selbige offensichtlich stabil genug, dieser Prozedur zu widerstehen. Ich möchte von mir behaupten, dass ich keinesfalls ein Mensch unbotmäßig zimperlichen Gemüts bin. Doch dieser Anblick löste Übelkeit in mir aus."

Aus: www.lettersofnote.com


 

RD Abbinder
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