Monat für Monat mehr Geld
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Geld & Recht

Monat für Monat mehr Geld

Wer hätte nicht gern einen gut gefüllten Geldbeutel? Unser Finanzratgeber 2019.

Ausgabe: Januar 2019 Autor: Michael Brückner

Mit positiven Vorsätzen ins neue Jahr zu starten, ist gut. So lohnt es sich beispielsweise, einmal im Monat über seine Finanzen nachzudenken.

 1. Januar: Geld anlegen

Wohin mit dem Ersparten? Auf Tagesgeldkonto? Die betreffende Bank sollte unbedingt ihren Sitz in der EU haben – der sogenannten Einlagensicherung wegen. Durch sie sind Gelder, die Sie einer Bank anvertrauen bis zu einer Obergrenze von 100.000 Euro pro Person und Bank geschützt. Auch mit Festgeldkonten lassen sich momentan nur geringe Zinserträge erwirtschaften. Sie kommen infrage, wenn Sie sich  von Ihren Ersparnissenfür 3, 6 oder 12 Monate trennen können. Die Zinshöhe ist während dieser Zeit garantiert. Aktuelle Zinsvergleiche finden Sie im Internet. Möchten Sie Ersparnisse mittel- bis langfristig anlegen, also für mindestens fünf Jahre, könnte ein offener Immobilienfonds etwas für Sie sein. Mit dem Geld der Anleger kaufen die Fondsmanager Immobilien. Die Rendite der Anleger resultiert vor allem aus Mieteinnahmen und Verkaufserlösen, sofern sich das Fondsmanagement mit Gewinn von Objekten trennt. Bei überschaubarem Risiko liegt die Rendite deutlich höher als bei Sparprodukten. Der Nachteil: In Deutschland gilt eine Ersthaltefrist von 2 Jahren. Wenn Sie also am 1. Januar 2019 Fondsanteile kaufen, können Sie diese frühestens am 1. Januar 2021 zurückgeben. Danach gilt eine Kündigungsfrist von einem Jahr.  

 

2. Februar: Rabatte für Frühbucher ausschöpfen

Draußen herrscht Schmuddelwetter? Denken Sie einfach an Ihren Sommerurlaub, und sichern Sie sich jetzt noch einen attraktiven Frühbucherrabatt. Nur wenige Veranstalter gewähren diesen Nachlass bis März. Abhängig vom Anbieter, der Fluggesellschaft, dem Wechselkurs sowie dem Zeitpunkt der Reise kann der Rabatt im günstigsten Fall zwischen 20 und 40 Prozent ausmachen! Doch Vorsicht: Touristikunternehmen und Airlines können die Preise bis 20 Tage vor Reiseantritt anheben. Steigen sie um 8 Prozent oder mehr, haben Sie jedoch das Recht, stornofrei von Ihrer Buchung zurückzutreten.

 

 

3. März: Beim Kauf von Medikamenten sparen

Noch ist die Erkältungssaison nicht vorbei. Falls Sie Arzneimittel benötigen, können Sie bei Versandapotheken eine Menge Geld sparen. Ein Blick auf Vergleichsportale wie www.medizinfuchs.de lohnt sich. Auf eine persönliche Beratung müssen Sie bei Bestellung allerdings verzichten. Kalkulieren Sie auch die Postlaufzeiten ein. Egal ob in der Apotheke im Internet, der vor Ort oder bei der Inanspruchnahme von individuellen Gesundheitsleistungen beim Arzt: Sammeln Sie die Zahlungsbelege. Zuzahlungen zu Heilmitteln, selbst getragene Rezeptkosten, Fahrtkosten zu Ärzten und Kliniken sowie Ausgaben für Brillen, Zahnersatz und Physiotherapie können Sie nämlich als außergewöhnliche Belastungen steuerlich geltend machen. Die Voraussetzung dafür: Ihre Ausgaben überschreiten die nach Einkommensstufen gestaffelte zumutbare Belastung.

 

4. April: Nebenkosten sorgfältig prüfen

Die Rechnungen der Energieversorger sind da, Zeit für die Nebenkostenabrechnung. Für Mieter gilt: Kontrollieren Sie sie sorgfältig, bevor Sie tief in die Tasche greifen. Fast jeder zweite dieser Bescheide ist nach Angaben des Deutschen Mieterbunds fehlerhaft. Häufig führen allein schon Formfehler zur Unwirksamkeit der gesamten Schlussrechnung. Der Vermieter ist verpflichtet, eine nachvollziehbare Abrechnung vorzulegen sowie den Umlageschlüssel und die Rechenwege darzulegen. Viele sachliche Fehler betreffen die Wartungskosten. Unter dieser Position werden Mieter oft zu Unrecht für Reparaturkosten zur Kasse gebeten. Bei Unklarheiten haben Sie als Mieter das Recht, Unterlagen wie etwa Originalrechnungen einzusehen und bei offenkundigen Fehlern die Zahlung der Nebenkosten zu kürzen oder ganz zu verweigern. Für Vermieter gilt: Achten Sie darauf, dass die Nebenkostenabrechnung transparent und nachvollziehbar ist, um unnötigen Ärger mit Ihrem Mieter und Zahlungsverzögerungen zu vermeiden.

 

5. Mai: Kredite günstig aufnehmen

Alles neu macht der Mai: Sie möchten sich eine neue Einrichtung oder ein neues Auto anschaffen und hierfür einen Kredit in Anspruch nehmen? Lassen Sie lieber die Finger vom vergleichsweise teuren Dispokredit auf Ihrem Girokonto. Besser ist der klassische Ratenkredit mit Laufzeiten zwischen 12 und 84 Monaten. Diesen können Sie jederzeit kündigen, etwa weil Sie anderweitig zu Geld kommen. Die Bank darf Ihnen dann zwar eine Vorfälligkeitsentschädigung berechnen, maximal allerdings 1 Prozent der Kreditsumme, bei Restlaufzeiten unter einem Jahr sogar nur 0,5 Prozent. Jenen, die sich ein neues Fahrzeug leisten wollen, bieten auch die Autohersteller eine Finanzierung an. Oft werben sie dabei mit „Null-Prozent-Zinsen“. Doch aufgepasst: Meist zahlen Sie als Käufer dennoch einen höheren Preis für das Fahrzeug. Wenn Sie bei Ihrer Bank einen Ratenkredit aufnehmen, können Sie beim Autohändler als Barzahler auftreten und einen günstigeren Preis aushandeln.

 

6. Juni: Bezahlen im Ausland

Sie verbringen Ihre Ferien im Ausland und fragen sich, wie Sie dort am günstigsten bezahlen können? Grundsätzlich sollten Sie immer etwas Bargeld in der jeweiligen Landeswährung dabeihaben. Achtung: In Schweden können Sie in manchen Hotels oder Restaurants inzwischen nicht mehr bar, sondern ausschließlich mit Karte zahlen. Das gilt überall dort, wo sich der Hinweis Cash free Hotel/Restaurant findet. Ihre Girocard, die früher EC-Karte hieß, können Sie weltweit einsetzen, um Rechnungen zu begleichen und sich – gegen Gebühren – mit Bargeld zu versorgen. Vorausgesetzt, es handelt sich um eine Karte mit dem Schriftzug Maestro auf der Vorderseite Ihrer Girokarte. Machen Sie im Inland Urlaub und möchten sich mit Bargeld versorgen, suchen Sie nach Möglichkeit einen Geldausgabeautomaten Ihrer Bankengruppe – also zum Beispiel einer Sparkasse oder Volksbank. „Fremdgehen“ kann Gebühren zwischen 1,95 und 7,99 Euro kosten!

 

7. Juli: Steuererklärung abgeben

In diesem Jahr haben Sie in Deutschland erstmals zwei Monate länger Zeit, um Ihre Steuererklärung beim Finanzamt einzureichen. Ab 2019 gilt als letzter Abgabetermin der Erklärung 2018 der 31. Juli. Falls Sie Ihre Erklärung von einem Steuerberater oder einem Lohnsteuerhilfeverein anfertigen lassen, gilt als Abgabetermin sogar erst der 2. März 2020. Eigentlich wäre der 28. Februar der Stichtag, wegen des Schaltjahrs rückt er aber ein paar Tage nach hinten. In Österreich liegen die Fristen etwas früher: Die Steuererklärung in Papierform ist am 30. April fällig, online am 30. Juni.

 

8. August: Vollmachten ausstellen

Ein Notfall kann schneller eintreten, als man denkt. Haben Sie entsprechend vorgesorgt, falls Sie aufgrund einer Erkrankung oder eines Unfalls keine Entscheidung mehr treffen können? Viele glauben, im Fall der Fälle könnte der Ehepartner zum Beispiel die Bankgeschäfte des anderen erledigen. Ein Irrtum, der Sie und Ihre Angehörigen in finanzielle Schwierigkeiten bringen kann. Ohne eine auf den Ehepartner ausgestellte Bankvollmacht ist dies nicht möglich! Sorgen Sie also vor und benennen Sie eine Person Ihres Vertrauens, die Sie, falls Sie länger handlungsunfähig sein sollten, vertritt – etwa gegenüber Behörden, Banken aber auch in persönlichen Angelegenheiten. Andernfalls setzen die Behörden eine Ihnen fremde Person ein, die dann für Sie entscheidet. Dem beugen Sie mit einer Vorsorgevollmacht vor. Ein Formular zum Herunterladen finden Sie auf der Website des deutschen Bundesjustizministeriums (www.bmjv.de). Lassen Sie Ihre Vollmacht beim Zentralen Vorsorgeregister der Bundesnotarkammer registrieren (www.vorsorgeregister.de). Dann wird sie schnell gefunden, wenn es darauf ankommt. In Österreich finden Sie ein Musterformular für die Vollmacht unter www.justiz.gv.at

 

 9. September: Versicherung rechtzeitig kündigen

Ihre Haftpflichtversicherung ist zu teuer? Sie haben sich über Ihre Hausratversicherung geärgert? Dann wird es spätestens jetzt Zeit zu handeln. Bei Sachversicherungen gilt im Allgemeinen eine Kündigungsfrist von drei Monaten. Das bedeutet: Beginnt das Versicherungsjahr am 1. Januar, müssen Sie spätestens bis 30. September kündigen. Lediglich für die Kfz-Haftpflicht gilt eine Frist von vier Wochen. Hier haben Sie mit der Kündigung noch Zeit bis zum 30. November. Einige Versicherungen können Sie sich sogar ganz sparen. Unverzichtbar sind die private Haftpflicht- und eine Krankenversicherung – sofern Sie nicht gesetzlich krankenversichert sind. Viele Experten raten zudem zu einer Hausratversicherung, einer privaten Krankenzusatzversicherung für gesetzlich Versicherte sowie für „Vielfahrer“ und Freiberufler zu einer Rechtsschutzpolice. Auf Handy- und Brillenversicherungen, Reisegepäckversicherungen und Glasbruchver­sicherungen können Sie hingegen getrost verzichten.

 

10. Oktober: Wechseln Sie den Energieversorger

Die kalte Jahreszeit steht vor der Tür. Spätestens jetzt sollten Sie überlegen, Ihren Energieversorger zu wechseln. Ein Haushalt kann durch solch einen Wechsel mehrere Hundert Euro pro Jahr an Energiekosten sparen! Einen ersten Überblick über günstigere Strom- und Gasversorger finden Sie auf Vergleichsportalen wie www.verivox.de für Deutschland und  www.durchblicker.at für Österreich. Achten Sie bei der Auswahl Ihres neuen Versorgers aber darauf, dass er keine Vorauskasse oder Kautionszahlungen verlangt. Empfehlenswert sind ferner kurze Kündigungsfristen. Um die Kündigung Ihres laufenden Vertrags kümmert sich übrigens der neue Versorger.

 

11. November: Handwerker jetzt beauftragen

In Ihrer Wohnung stehen Reparaturen oder Modernisierungsmaßnahmen an? Lassen Sie diese Arbeiten nach Möglichkeit noch im zu Ende gehenden Jahr ausführen, und überweisen Sie den Rechnungsbetrag bis spätestens 31. Dezember. Dann können Sie in Deutschland den Steuerabzug für Handwerkerarbeiten geltend machen. Berücksichtigt werden Arbeitslohn, Anfahrt und Kosten für den Einsatz von Maschinen, jedoch nicht das Material. Der Steuerabzug beträgt 20 Prozent der Höchstsumme von 6000 Euro pro Jahr, Sie können also Ihren Einkommenssteuerbetrag um bis zu 1200 Euro reduzieren. Österreich hat den sogenannten Handwerkerbonus abgeschafft, Bund und Länder legen aber Programme auf, die finanzielle Zuschüsse bei baulichen Maßnahmen gewähren. Die Antragszeiträume sind meist zeitlich begrenzt, Informationen finden Sie unter www.umweltfoerderung.at/privatpersonen

 

12. Dezember: Tilgen und sparen

Für all jene, die Kredite bedienen, ist diesen Monat die letzte Gelegenheit, noch mögliche Sondertilgungsrechte für 2019 wahrzunehmen. Bereiten Sie jetzt schon Ihren finanziellen Neustart 2020 vor. Das Beste, was Sie auch im neuen Jahr tun können, ist Ihr Haushalts-Budget immer wieder zu prüfen und zu aktualisieren. Investieren Sie etwas Zeit, um Ihre Kontoauszüge unter die Lupe zu nehmen und sich Klarheit zu verschaffen, wofür Sie eigentlich Geld ausgeben. Sie werden feststellen, dass es Einsparpotenzial gibt. Und wann immer Sie finanzielle Spielräume haben – reduzieren Sie Ihre Verbindlichkeiten!

 

Fotos: © istockphoto.com / alexmak72427

 

 

 

 

 


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