Weshalb bezeichnen sich ein paar unserer Bundesländer als „Freistaat“?
© iStockfoto.com / FrankRamspott
Aus der
aktuellen
Ausgabe

Leserfragen Geld & Recht

Weshalb bezeichnen sich ein paar unserer Bundesländer als „Freistaat“?

Haben sie besondere Privilegien?

Ausgabe: Oktober 2018 Autor: Reader's Digest

Antwort von Prof. Dr. Ferdinand Kramer, Ludwig-Maximilians-Universität München:

Der Begriff Freistaat ist unter dem bayerischen Ministerpräsidenten Alfons Goppel (von 1962 bis 1978 im Amt) populär geworden, als Bayern im föderalen System der BRD sich als „widerspenstiger Freistaat“ gegenüber den Zentralisierungstendenzen des Bundes profilierte. Nach der Wiedervereinigung 1990 orientierten sich Sachsen und Thüringen an Bayern und griffen diese Bezeichnung aus den Jahren der Weimarer Republik auf. Ursprünglich war „Freistaat“ die deutsche Übertragung von „Republik“. Im Umbruch von 1918 nutzte der Revolutionsführer in Bayern, Kurt Eisner, den Begriff, als er nach dem Sturz der Wittelsbacher Monarchie verkündete: „Bayern ist fortan ein Freistaat“, also eine Republik. Der Ausdruck ging dann 1919 in die Verfassung anderer Länder und 1946 wieder in die bayerische, 1990 in die sächsische und 1993 in die thüringische Verfassung ein. Die Benennung als „Freistaat“ hat keine Auswirkungen auf die staatlichen Rechte und Kompetenzen der Länder.


Mehr zu diesem Thema

Aus der
aktuellen
Ausgabe

Leserfragen Körper & Psyche

Kann Vitamin D nur gebildet werden, wenn UV-Strahlen auf die blanke Haut treffen oder auch, wenn die Haut mit einem Kleidungsstück bedeckt ist?

...mehr
Aus der
aktuellen
Ausgabe
Aus der
aktuellen
Ausgabe

Leserfragen Haus & Garten

Frische Beeren dagegen scheinen viel mehr Zucker zu beinhalten.

...mehr

 

RD Abbinder
RD Abbinder
RD Abbinder

Reader's Digest Deutschland: Verlag Das Beste GmbH - Vordernbergstraße 6, 70191 Stuttgart