Eine junge Frau rührt Gemüse in einer Pfanne, die auf einem Gasherd steht.
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Die Wahl des richtigen Küchenherds

Kochen macht Spaß. Vor allem, wenn die Küchenausstattung stimmt. Welcher Herd ist der richtige für Sie?

Ausgabe: April 2019 Autor: Doris Kochanek

Es brodelt im Topf, es zischt in der Pfanne. Beim Kochen geht es heiß her. Unverzichtbar dabei: eine Wärmequelle. Die Zeiten, in denen der Topf über einem Holz- oder Kohlefeuer thronte, sind lange her. In der Küche kommen längst Gas oder Strom zum Einsatz. Beim Kauf eines neuen Kochfelds gilt dennoch wie bei so vielen Konsumgütern: Wer die Wahl hat, hat die Qual. Nach einem Energieeffizienzlabel, das über den Energiebedarf von Küchengeräten wie Kühlschränken, Geschirrspülautomaten oder Backöfen aufklärt, halten Verbraucher bei Kochfeldern vergeblich Ausschau. Trotzdem sollten Sie sich bei Ihrer Entscheidung nicht nur von Preis und Optik leiten lassen. Die Unterschiede im Energieverbrauch und in der Handhabung sind beträchtlich.

Mit Gas kochen Sie auf offener Flamme

Haben Sie einen Gasanschluss in der Wohnung, ist ein Gasherd erste Wahl. „Die Verluste bei Erzeugung, Transport und Umwandlung von Strom zu Wärme sind wesentlich höher als bei der Verwendung von Gas. In Bezug auf die Energieeffizienz hat das Gaskochfeld hier Vorteile“, erklärt Laura Vorbeck, wissenschaftliche Mitarbeiterin der Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz. Weitere Vorteile: Das Kochgut wird auf der offenen Flamme relativ schnell erhitzt, Sie können die Wärmezufuhr sehr präzise regeln. Andererseits besteht beim Kochen mit offener Flamme eine höhere Verbrennungsgefahr. Lassen Sie deshalb beim Hantieren am Gasherd immer die nötige Sorgfalt walten.
Beachten Sie unbedingt den vom Hersteller empfohlenen Mindestabstand zwischen Kochfeld und Dunstabzugshaube, der bei Gasherden oft größer ist als bei elektrischen Kochfeldern. Auch er dient dem Brandschutz. Übrigens: Beim Verbrennen von Gas gelangen Feinstaubpartikel in die Luft. Betreiben Sie beim Kochen deshalb die Dunstabzugshaube und lüften Sie ausreichend. Die Bedienung eines Gasherdes erfolgt über Drehschalter. Diese machen seine Reinigung im Vergleich zu einem meist über Berührungssensoren gesteuerten Elektrokochfeld deutlich aufwendiger – ebenso wie die unverzichtbaren Topfträger.

Kochen mit Strom – ganz modern oder althergebracht

„Unter den mit Strom betriebenen Kochfeldern sind Induktionskochfelder die energetisch günstigsten“, erklärt Vorbeck. „Sie sind bis zu 40 Prozent energieeffizienter als Gussherdplatten und benötigen auch weniger Strom als Glaskeramikkochfelder mit Heizspiralen.“ Allerdings sind diese Kochfelder in der Anschaffung vergleichsweise kostspielig.
So funktionieren diese Herde: Die Induktionsspulen erzeugen Magnetfelder. Diese sorgen für elektrische Wirbelströme im Topfboden, der sich dadurch erhitzt. Das bedeutet nicht, dass der Topf unter Strom steht! Allerdings muss das Kochgeschirr elektrisch leitfähig und magnetisierbar sein. Möglicherweise benötigen Sie also neue Töpfe und Pfannen.
Beim Kochen können Sie dafür aber die Temperatur extrem schnell hochfahren und sehr präzise verändern. Da sich die Glasplatte selbst nur wenig erhitzt, ist die Verbrennungsgefahr bei diesen Herden am geringsten. Die Platte lässt sich zudem sehr leicht reinigen, denn Spritzer und Übergekochtes brennen kaum ein. Die Bedienung erfolgt zumeist über ein Berührungssensorfeld. Für Menschen mit Sehbehinderungen und ältere Personen kann das problematisch sein.

Sehr beliebt sind Keramikkochfelder, bei denen Heizschlangen unterhalb der Glasplatte für Hitze sorgen. Im Vergleich zu den althergebrachten Gussherdplatten muss sehr viel weniger Masse erwärmt werden, was die Keramikkochfelder deutlich energieeffizienter macht. Anders als auf Induktionsfeldern können Sie auf ihnen jede Art Kochgeschirr benutzen. Auch sie sind bequem zu reinigen, jedoch empfindlich gegen Kratzer und auf der Platte einbrennenden Zucker. Die meisten dieser Kochfelder steuert der Benutzer mittels Berührungssensoren. Wie bei den Induktionsherden kann dies für Sehbehinderte und Betagte schwierig sein. Zudem besteht ein gewisses Verbrennungsrisiko, da Bedienungs- und Kochfelder relativ nah beieinander liegen.

Gusseiserne Kochplatten – die Kochstellen mit den metallenen Ringen, die bis in die späten 1970er- Jahre die Norm waren –, sind zwar in der Anschaffung unschlagbar günstig, verbrauchen aber sehr viel Strom. Sie zu reinigen ist zudem aufwendiger als die Reinigung von Glasfeldern.

Beim Kochen mit Strom entlässt die Energiequelle keine Abgase in die Raumluft. Der Betrieb einer Dunstabzugshaube empfiehlt sich dennoch: Beim Erhitzen von Lebensmitteln, insbesondere beim Braten mit Öl und anderen Fetten, gelangen Feinstaubpartikel in die Luft. Ist keine Abzugshaube vorhanden, sorgen Sie für ausreichend Lüftung über die Fenster.


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