Knackige rote Äpfel liegen auf einem Holztisch
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Kleine Apfel-Geschichte und Hitliste der beliebtesten Apfelsorten

Der Apfel ist die perfekte Frucht: schmackhaft, gesund und lagerfähig. Ob roh, gedünstet, gekocht oder gebacken - er ist immer ein Genuss.

Autor: Reader's Digest Book

In und direkt unter der Schale stecken Vitamine und Mineralstoffe, im saftigen Fruchtfleisch viel Geschmack. Nicht von ungefähr ist der Apfel das beliebteste Kernobst der Deutschen. Rund 35 kg Äpfel verbraucht statistisch gesehen jeder Bundesbürger im Jahr. Doch bis es so weit kam, reiste der Apfel rund um die Welt.

Die Geschichte des Apfels

Äpfel gehören zu den Obstbäumen, die schon vor mehr als 3000 Jahren von Persern und Ägyptern veredelt wurden, um Geschmack und Qualität der Früchte zu verbessern. Griechische und römische Krieger bringen die bis dahin unbekannte Obstsorte zusammen mit Birnen, Kirschen, Pflaumen, Aprikosen, Quitten und Pfirsichen von ihren Feldzügen mit in die Heimat. Theophrast, ein Schüler des Philosophen Aristoteles, gilt als der erste Pomologe (Obstbauwissenschaftler) der Alten Welt.
Wichtiger Wegbereiter der mitteleuropäischen Obstkultur ist der deutsche Kaiser Karl der Große, der um 800 n. Chr. zahlreiche Verordnungen zum Obstanbau erließ und erste Baumschulen für Obstgehölze gründete. An vielen Fürstenhöfen und in Klostergärten erlebte der Apfel dann eine neue Blüte. Im Versailler Potager du Roi, dem Küchengarten des französischen Sonnenkönigs Ludwig XIV., stehen heute noch uralte Obstbäume: rund 150 Apfel- und ebenso viele Birnensorten. 1582 verpflichtete Kurfürst August von Sachsen jedes Ehepaar dazu, zwei Obstbäume zu pflanzen. Übrigens: Die älteste dokumentierte Apfelsorte ist höchstwahrscheinlich der Borsdorfer Apfel, der bereits 1170 von den Zisterziensern erwähnt wurde.

Bunte Sortenvielfalt

Weltweit gibt es über 30.000 Apfelsorten, jedes Jahr kommen neue Züchtungen dazu. Allein in Deutschland werden rund 2000 Sorten kultiviert, wobei sich der Erwerbsobstbau auf etwa 25 Sorten spezialisiert hat. Die Hitliste der zehn beliebtesten Sorten führt der Elstar an, gefolgt von Jonagored, Braeburn, Jonagold, Idared, Gala, Golden Delicious, Pinova, Fuji und Boskop.
Auf Streuobstwiesen finden sich manche fast vergessene alte Sorten wieder, die poetische Namen tragen wie Finkenwerder Herbstprinz, Juwel von Kirchwerder oder Der Schöne von Nordhausen. Zu den ältesten Apfelsorten Europas gehört die Reine des Reinette (Königin der Renetten), die bei uns unter dem Namen Goldparmäne bekannt ist. Angeblich wurde diese Sorte bereits im 12. Jh. in England unter dem Namen Pearmain kultiviert. Wie ihr französischer Name verrät, genoss der knackig-saftige Apfel mit dem nussigen, süß-säuerlichen Aroma jahrhundertelang hohe Anerkennung. Weil der Anbau sehr arbeitsintensiv ist, wächst die Goldparmäne heute fast nur noch in Privatgärten. Wieder häufiger in den Obstregalen zu finden ist die alte Apfelsorte Goldrenette Freiherr von Berlepsch. Der kleine Tafelapfel mit der edlen Säure ist nicht nur wohlschmeckend, er enthält auch bis zu sechsmal mehr Vitamin C als die neuen Massenerwerbssorten.

Manchmal trügt der Schein

Doch nicht jede alte Sorte ist eine kulinarische Freude für unseren Gaumen. Manche würden uns heute kaum mehr lukullisches Vergnügen bereiten. Denn im Gegensatz zum modernen Apfelfreund liebte es der barocke Feinschmecker sauer. ,,Sauer macht lustig", sagt ein altes Sprichwort und damit ist gemeint: Saure Speisen fördern den Appetit und machen „gelüstig" auf das Essen. Heute werden eher süße Sorten bevorzugt.
Unter den alten Sorten gab es auch Blender, deren innere Qualitäten nicht ganz ihrem appetitlichen Äußeren entsprachen. Sie wurden wie die Apfelsorte Großherzog Friedrich von Baden nicht für den Gaumen, sondern für das Auge gezüchtet. Baum und Früchte waren zwar eine Zierde für Obstspaliere, nach der Ernte wurden die Äpfel aber schnell mehlig und schmeckten langweilig.

 


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