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Drei schöne Schuhe für Herren in einer Schuh-Boutique.
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Haus & Garten

Richtig schöne Schuhe

Ob aus Glattleder, Rauleder oder Synthetik – mit der richtigen Pflege halten Sie Ihre Schuhe lange schön.

Ausgabe: Oktober 2021 Autor: Caroline Friedmann

Kleider machen Leute, heißt es. Das bedeutet auch: Erst mit den passenden Schuhen machen Sie Ihre Garderobe perfekt. Damit Sie in Ihren Halbschuhen, Stiefeln, Sneakers und Pumps immer einen glänzenden Auftritt hinlegen, empfiehlt sich regelmäßige Pflege.

 

Schuhe imprägnieren

Sie haben sich ein Paar neue Schuhe geleistet? Wunderbar! Bevor Sie diese das erste Mal tragen, sollten Sie sie unbedingt mit Imprägnierspray behandeln. So verhindern Sie nicht nur, dass Nässe ins Obermaterial eindringt, sondern machen es auch unempfindlicher gegen Schmutz. Dies gilt sowohl für Schuhe aus Leder als auch für alle anderen Materialien, wie Stoff oder Synthetik. „Der Schuh darf beim Einsprühen nicht nass werden, sonst kann das Spray Flecken hinterlassen“, erklärt Arno Carius, Präsident des Zentralverbands des Deutschen Schuhmacher-Handwerks das korrekte Vorgehen. „Am besten benetzen Sie den Schuh rundherum nur leicht, lassen ihn fünf Minuten trocknen und benetzen ihn dann noch mal.“ Carius, der selbst als Schuhmachermeister in Torgau tätig ist, empfiehlt, das Imprägnieren etwa alle drei Monate zu wiederholen. Im Herbst und Winter, wenn es häufig regnet oder Schneematsch liegt, dürfen Sie das Spray ruhig etwas öfter einsetzen.

 

Erst trocknen, dann reinigen

Gebrauch hinterlässt Spuren – das gilt auch für Schuhwerk. Trotzdem sollten Sie es nicht direkt nach dem Tragen in feuchtem Zustand reinigen. Lassen Sie Ihre Schuhe erst gründlich trocknen, und entfernen Sie dann mit einer Bürste den groben Schmutz, sonst laufen Sie Gefahr, Verunreinigungen nur tiefer ins Material zu reiben. Direkt auf eine Wärmequelle, wie etwa den Heizkörper, gehören Schuhe dennoch nicht. Zu viel Wärme kann das Material spröde und brüchig machen. Dies gilt insbesondere für Schuhe aus Leder. Bei Sneakers aus Synthetik wiederum können sich durch Hitze Verklebungen lösen. Tipp: Mit Küchen- oder Zeitungspapier ausgestopfte Schuhe trocknen schneller.

 

Eine Frage des Materials

Wie Sie beim Reinigen und Pflegen richtig vorgehen, hängt ab vom Material, aus dem der Schuh gefertigt ist. Verlassen Sie sich nicht allein auf die Optik. „Oft sehen Schuhe aus Synthetik wie Lederschuhe aus“, warnt Experte Carius. „Deshalb sollten Sie auf die Symbole achten, die sich in fast allen Schuhen finden.“ Lederschuhe sind mit einer Tierhaut-Abbildung gekennzeichnet, bei beschichtetem Leder wie Lackleder, trägt das Symbol zusätzlich eine Raute. Ein stilisiertes Stoffgewebe sagt Ihnen, dass der Schuh aus Stoff, etwa Leinen und Baumwolle, oder synthetischen Textilien wie Plastik und Kunstleder besteht. Synthetik oder Stoff reinigen Sie am besten mit einer groben Bürste. Bei starken Verschmutzungen können Sie Schuhe aus diesem Material auch waschen – allerdings nicht in der Waschmaschine! Zu langes Durchweichen schadet dem Material, bei hohen Temperaturen und beim Schleudern können sich zudem Verklebungen lösen. „Besser ist es, die Schuhe in einer Schüssel mit lauwarmem Wasser und einem speziellen Pflegemittel für Schuhe aus Synthetik oder Stoff zu waschen“, empfiehlt Carius. Gegen hartnäckige Flecken hält der Fachhandel spezielle Schaumreiniger bereit. „Nach dem Putzen sollten Sie die Schuhe gut trocknen lassen und sie anschließend imprägnieren, um sie vor neuem Schmutz und Nässe zu schützen“, sagt der Experte.
Glatt- und Raulederschuhe können Sie bei starker Verschmutzung ebenfalls abwaschen. Dazu reiben Sie diese mit einem Schwamm, lauwarmem Wasser und einer speziellen Lederseife ab, die Sie im Fachhandel erhalten. Wiederum gilt: Die Schuhe anschließend gut trocknen lassen. Rauleder bürsten Sie nach dem Trocknen behutsam mit einer Nubuk- oder Wildlederbürste. So stellen sich die feinen Fasern wieder auf, und die Schuhe gewinnen ihre besondere Optik zurück.

 

Leder braucht Pflege

Bei normalen Verschmutzungen genügt es, Glattlederschuhe trocken mit einer Bürste zu reinigen. Etwa einmal im Monat sollten Sie ihnen eine Portion Schuhcreme gönnen, rät Experte Carius: „Leder ist ja nichts anderes als Haut, und Haut braucht nun mal Pflege. Gut gepflegt halten Lederschuhe 20 Jahre lang.“ Am besten greifen Sie zu wachshaltigen Schuhcremes, denn Wachs wirkt wasserabweisend und sorgt für schönen Glanz. Zusätzliche pflegende Öle oder Fette halten Glattleder weich und geschmeidig. „Für eine gute Schuhcreme sollten Sie eher mit fünf Euro statt einem rechnen. Preiswerte Cremes können Öle enthalten, die verkleben“, warnt Carius. Tragen Sie die Creme dünn auf und lassen Sie sie fünf Minuten lang einziehen. Anschließend polieren Sie die Schuhe mit einem weichen Tuch oder einer Rosshaarbürste in kreisförmigen Bewegungen, bis sie glänzen. Erst danach imprägnieren Sie sie neu.
Leicht verschmutzte Schuhe aus Rauleder reinigen Sie mit speziellen Bürsten oder mit Radiergummis aus Naturkautschuk. Zur Pflege von Rau- und Wildleder sollten Sie zu Sprays greifen, welche die Geschmeidigkeit des Leders erhalten. Produkte mit Farbanteilen frischen zugleich die Farben auf. Lackleder ist sehr empfindlich und zerkratzt leicht. Greifen Sie also bei der Reinigung nicht zur Bürste, sondern zu einem feuchten Tuch oder Schwamm. Damit die Lackschicht nicht austrocknet, reiben Sie diese etwa alle drei Monate mit Lackleder- Öl oder Lackleder-Lotion ein. Bei mangelhafter Pflege kann Lackleder reißen oder brechen.  Echt- oder Kunstfell säubern Sie am besten mit einer Bürste aus Naturhaar.  Stärkere Verschmutzungen können Sie aber auch vorsichtig mit einem Schwamm und etwas Feinwaschmittel entfernen.

 

Schuhspanner sind ein Muss

Auch wenn es altmodisch klingen mag: Nutzen Sie Schuhlöffel und Schuhspanner! Gerade Lederschuhe sollten Sie nach jedem Tragen aufspannen, um zu verhindern, dass sich hässliche Falten bilden. „Es lohnt sich, in etwas teurere Spanner aus nicht lackiertem Holz zu investieren, denn sie ziehen zusätzlich Feuchtigkeit aus dem Schuh“, erklärt Carius. „Haben Sie keinen Spanner zur Hand, können Sie Ihr Schuhwerk mit Zeitungspapier ausstopfen. Auch das hilft, die Feuchtigkeit aufzusaugen und die Form zu bewahren.“ Öffnen Sie beim An- und Ausziehen immer die Schnürsenkel und verwenden Sie zum Anziehen einen Schuhlöffel. „Wenn man das beherzigt, hält der Schuh doppelt so lang“, meint Experte Carius.

 

Schuhe richtig aufbewahren

Grundsätzlich gilt: Gönnen Sie Ihrer Fußbekleidung nach jedem Tragen mindestens einen Tag Pause. Nur so können Schweiß und Feuchtigkeit ganz entweichen. Stiefel oder Sandalen, die Sie über den Sommer oder Winter wegräumen, müssen vollkommen trocken sein. Sonst können sich Schimmel oder unangenehme Gerüche bilden. Damit sie ihre Form behalten, empfiehlt sich ein Schuhspanner oder das Ausstopfen mit Zeitungspapier. Von einer Lagerung im Keller oder einem heißen Dachboden rät Schuhmachermeister Carius ab: „Dort ist es oft feucht, was die Schimmelbildung fördert. Zu warm sollte es allerdings auch nicht sein, sonst leidet das Material.“

 

Die Sohlen nicht vergessen

Sie haben sich Schuhe mit Ledersohlen geleistet? Dann sollten Sie diese nach dem ersten Einlaufen mit Ledersohlenöl behandeln. Tragen Sie das Öl mit einem Pinsel oder Lappen wiederholt auf – so lange, bis das Leder es nicht mehr aufsaugt. Achten Sie darauf, dass kein Öl aufs Oberleder gerät und dort Flecken hinterlässt. Die Behandlung der Sohlen dient weniger dem Schutz vor Nässe, als vielmehr dazu, das Leder geschmeidig zu halten. Eine Auffrischung ist etwa zwei- bis dreimal im Jahr empfehlenswert, dann jedoch nur mit wenigen Tropfen Öl.

 

Vieles lässt sich reparieren

Ihre neuen Slipper haben einen Kratzer, die Absätze Ihrer Lieblingsstiefeletten sind einseitig abgenutzt? „Bei Absätzen gilt: Sobald die oberste, harte Schicht abgelaufen ist, sollten Sie sie richten lassen. Sonst verursachen Sie durch das weitere Tragen größere Schäden“, sagt Carius. Und je größer der Schaden, desto teurer die Reparatur! Viele Menschen treten beim Gehen leicht schräg auf, was Absätze ungleichmäßig belastet. „Sobald eine Seite fünf Millimeter mehr abgelaufen ist als die andere, sollten Sie zum Schumacher gehen“, rät der Experte. Auch Sneaker, bei denen das Innenfutter im Fersenbereich gerissen ist, lassen sich retten. „Da setzt man einfach ein Stück Leder oder Synthetik ein, dann sind die Schuhe wieder wie neu“, erklärt Carius. „Egal, was kaputt ist – nachfragen lohnt immer. Denn wir Schuhmacher reparieren so gut wie alles.“

 


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RD Abbinder
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