Ein smarter Lautsprecher im Smart Home nimmt Befehle entgegen.
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Smarte Sprachassistenten fürs Zuhause

Sprachassistenten haben längst den Weg in unseren Alltag gefunden. Apples „Siri“, Alexa von Amazon, aber auch der Google Assistant hat Einzug in Haus und Wohnung gehalten.

Autor: Reader's Digest Book

Im Moment funktioniert dies zumeist über Sprachlautsprecher, wie die Echo-Modelle von Amazon oder die Sprachlautsprecher Google Home. Mit bestimmten Befehlen wird der Sprachassistent aktiviert und kann – zusätzlich eingebundene Geräte vorausgesetzt – dafür sorgen, dass die Temperatur reguliert oder das Licht eingeschaltet wird.

Amazon Alexa

Der Sprachassistent von Amazon nennt sich Alexa. Mit diesem Wort wird er auch aktiviert, um anschließend auf weitere Sprachmeldungen zu reagieren. Alexa ist unter anderem in den Sprachlautsprechern der Amazon-Echo-Familie integriert. Um Alexa im Smart Home einsetzen zu können, sind Smart Home-Produkte nötig, die mit der Sprachsteuerung zusammenarbeiten. Die Produkte müssen über sogenannte „Skills“ verfügen, die den Funktionsumfang von Alexa erweitern. Diese Skills sind am besten vergleichbar mit Apps für das Smartphone. Um Alexa mit den Echo-Sprachlautsprechern zu aktivieren und einzurichten, sind die Alexa-App auf dem Smartphone oder Tablet sowie ein Amazon-Konto nötig. Die App ist sowohl für Android- als auch für iOS-Geräte verfügbar. Als Alternative gibt es noch die Möglichkeit, die Alexa Web-App im Browser am PC zu nutzen. Die App leitet den Anwender Schritt für Schritt durch den Prozess der Aktivierung. Der Speaker wird ins WLAN eingebunden, da der Sprachassistent Cloud-basiert arbeitet und eine Internetverbindung benötigt.

Um Alexa sinnvoll nutzen zu können, sollten einige Skills ebenfalls eingerichtet werden. Sie sind teilweise vorinstalliert. Zudem lassen sich in einem speziellen Marketplace weitere Skills von Drittherstellern laden. Im Skills-Bereich der App gibt es auch eine eigene Smart-Home-Kategorie. Hier finden sich Skills zum Beispiel zu den Systemen von digitalSTROM, Devolo Home Control, eQ-3 Homematic IP und Innogy Smart Home. Tippt der Benutzer einen Skill an, werden die Befehle sichtbar, mit denen sich das jeweilige System steuern lässt. Steuern lassen sich einzelne Geräte und Geräte-Gruppen. Um Geräte einzubinden, wird nach Aktivieren des betreffenden Skills die Suche nach neuen Geräten gestartet. Die Alexa-App zeigt dann steuerbare Geräte und passende Szenen an, die der Anwender miteinander verknüpfen kann, um sie gemeinsam zu steuern. Wer eine neue vernetzbare Miele-, Siemens- oder Bosch-Waschmaschine oder ein anderes smartes Hausgerät sein Eigen nennt, kann dieses ebenfalls einbinden, sodass Alexa zum Beispiel Auskunft geben kann, wann die Wäsche fertig ist.

Lautsprecher und Fernseher mit Alexa steuern

Steuermöglichkeiten für Fernseher und Soundsysteme gibt es bei Alexa kaum. Auch beim Ton kann man nicht alle populären Marken ins Sprachassistentensystem einbinden. Der wohl bekannteste Vertreter von Multiroom-Boxen ist das Multiroom-System Sonos mit einem Skill in seinen Lautsprechern. Mit ihm bedienen Sie die Musikwiedergabe der Sonos-Lautsprecher. Das funktioniert auch mit Echo-Speakern. Außer über Sprachlautsprecher lässt sich das Smart-Home auch über die Sprachfernbedienung der FireTV-Player von Amazon steuern. Über Umwege gelingt es jedoch recht schnell, auch eigentlich nicht „Alexa-fähige“ Geräte, zumindest Lautsprecher, mit Alexa zu verbinden: Hier sind bereits Bluetooth-Adapter im Handel. Sie werden über den Video-Audio-Out-Eingang oder via USB mit der Anlage verbunden und ermöglichen die Steuerung der Lautsprecher via Alexa, sofern die Hardware (also der Echo oder das mobile Gerät mit der Alexa-App) mit dem Adapter per Bluetooth verbunden ist. Ein Neukauf von extra auf das Sprachsystem angepassten Lautsprechern ist damit nicht zwingend nötig.

Google Home

Auch der Sprachassistent von Google ist nicht auf Lautsprecher der Google Home-Familie beschränkt. Den „Google Assistant“ gibt es ebenfalls auf Android-Smartphones (ab Android 6.0), iPhones und iPads. Wie bei Amazon Alexa ist die Steuerung des Smart Homes über einen Lautsprecher der Google Home-Familie sehr bequem, da dies auch mit Sprachbefehlen funktioniert. Dazu reicht ein „OK, Google“, um den Assistenten zu starten. Zum Installieren und Einrichten ist auch hier eine App, die „Google Home“-App, nötig. Diese ist für Android- und iOS-Geräte verfügbar. Ist Google Home eingerichtet, lassen sich Wetterdaten ebenso abrufen wie Finanzdaten, etwa der aktuelle DAX-Kurs. Auch auf Übersetzungen versteht sich der Google Sprachassistent, auf die Angabe bestimmter Ortszeiten und auf andere Fragen, zu denen es im Internet Antworten gibt. Gerade in Sachen Informationen spielt Google die geballte Kompetenz seiner Suchmaschine aus.

Auch Musik von Spotify, Deezer und Google Play Musik lässt sich abrufen und abspielen. Neben Unterhaltung, Spiel und Informationen gibt es auch die Smart Home-Steuerung, mit der sich entweder die Beleuchtung oder digitale Heizkörpersysteme steuern lassen. Die Auswahl an Apps für Google Home ist im Moment weniger umfangreich, wird jedoch ebenso wie die Liste an Anwendungen für Alexa kontinuierlich erweitert. So lassen sich aktuell etwa Philips Hue, eQ-3 Homematic IP, das Sicherheitssystem Gigaset Elements und die Heizungssteuerung Tado mit Google Home verbinden. Auch hier gibt es die Möglichkeit, die verfügbaren Geräte und Szenen einem Raum zuzuordnen und sie mit Namen zu gruppieren, um so eigene Szenerien festzulegen. Alles läuft auch hier über die Skills, die der Benutzer aktivieren kann.

Steuerung von Musik und TV mit Google Home

Die Steuerung der Audio- und Video-Wiedergabe ist mit Google Home möglich, wenn die Inhalte per Googles Streaming-Technologie Chromecast abgespielt werden. Das geht zum Teil mit Geräten, die Chromecast integriert haben („Chromecast built-in“), etwa mit Soundsystemen, Mediaplayern und TVs. TVs und Soundsysteme, die Chromecast nicht beherrschen, lassen sich mit den Streaming-Playern Google Chromecast, Chromecast Ultra und Chromecast Audio aufrüsten. Audio-Geräte mit Chromecast lassen sich dabei zum Multiroom-System verknüpfen, das sich per Zuruf steuern lässt. Über „Ok Google, spiele Jazzmusik im Wohnzimmer“ startet die Musik auf gleichnamigem Speaker.

Vor- und Nachteile von Sprachsteuerung

In der Werbung wird die Bedienung per Sprachassistent dem Käufer als simpel dargestellt. In der Praxis gibt es Vor- und Nachteile. Die Installation und Inbetriebnahme der Geräte ist, sofern noch ein mobiles Gerät wie Smartphone oder Tablet vorhanden ist, tatsächlich einfach. Schwieriger wird es bei der Sprachsteuerung. Wer zum Beispiel „Essbereich“ als Gruppe eingerichtet hat und später den Befehl gibt „Esszimmer an“, wird nicht viel Erfolg haben. Die Befehle, so einfach sie sein mögen, müssen exakt erfolgen, sonst gibt es keine Aktion. Auch die Aussprache sollte deutlich und klar zu verstehen sein. Ein „Ähm“ oder ein unterbrochener und geänderter Satz bringen das System durcheinander. Dass verschiedene Skills ganz unterschiedliche oder zum Teil auch eindeutig gleiche Befehle nutzen, kann die Steuerung für den Anwender schwierig machen, zumal die Angebote an Skills für die Informationsbeschaffung sehr umfangreich sind. Hier ist man schnell verleitet, viel zu viele Applikationen zu aktivieren. Wer einen Sprachassistenten zuhause hat, sollte sich anfangs mit wenigen Befehlen an den Umgang gewöhnen und erst nach und nach die Aktionsmöglichkeiten erweitern.

Wie bei allen vernetzten Produkten ist zudem ein gewissen Maß an Datenpreisgabe nötig, damit das System sinnvoll funktioniert und in der täglichen Anwendung auch wirklich Spaß macht. Zumindest Google und Amazon wissen eindeutig, welche Smart Home-Geräte eingesetzt und auf welche Weise diese genutzt werden.

 

 


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