Eine Maus sitzt auf einem Stück Käse und schaut in die Kamera.
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Ungebetene Gäste: Mäuse, Motten & Co. loswerden

Schädlinge in der Wohnung? So werden Sie Ungeziefer los und beugen Neubefall vor.

Ausgabe: Januar 2020 Autor: Caroline Friedmann

Ob Motte, Maus oder Bettwanze – zahlreiche Schädlinge fühlen sich in unserem Zuhause ebenso wohl wie wir. Sie stürzen sich auf Vorräte, ruinieren Kleidung, übertragen gar Krankheiten. Mit den richtigen Methoden können Sie die Eindringlinge wirkungsvoll bekämpfen und einem (erneuten) Befall vorbeugen.

Eklig, aber harmlos

Zwar ekeln sich viele Menschen vor Ungeziefer, doch die meisten der häufig auftretenden Haushaltsschädlinge sind ungefährlich. Ameisen beispielsweise sind störend, aber in der Regel harmlos. „Wenn sie eine Straße durch Wohnungen oder Häuser bilden, sind sie auf der Suche nach Futter“, erklärt Professor Johannes Steidle vom Fachbereich Tierökologie der Universität Hohenheim. „Deshalb ist es wichtig, mögliche Nahrungsquellen zu beseitigen.“ Lagern Sie also Lebensmittel in dichten Behältern. Läuft doch einmal eine Ameisenstraße durch Ihre Küche, dann schaffen Klebefallen Abhilfe. Mit stark duftenden Kräutern wie Wacholderblättern, die Sie auslegen, stören Sie zudem den Orientierungssinn der Tiere.

Fruchtfliegen werden von reifem Obst angelockt. Entsorgen Sie darum überreife oder womöglich bereits gärende Früchte, und bewahren Sie Obst im Kühlschrank oder unter eine Fliegenhaube auf. Obst, auf dem Fruchtfliegen gesessen haben, können Sie noch essen. Allerdings sollten Sie es vor dem Verzehr gründlich waschen, denn die Tiere hinterlassen darauf Kot und anderen Schmutz. Auch Säfte und Wein ziehen Insekten an. Schließen Sie also Flaschen, und spülen Sie gebrauchte Gläser nach Gebrauch rasch aus. „Ein Schälchen mit Essig und einem Tropfen Spülmittel ergibt eine wirksame Fliegenfalle“, empfiehlt Experte Steidle. Essig lockt die Insekten an, das Spülmittel senkt seine Oberflächenspannung, die Tiere versinken.

Kleidermotten und Pelzkäfer fressen Löcher in Textilien, denn ihre Larven ernähren sich von tierischen Naturfasern wie Wolle, Seide oder Pelz. Mottenbefall erkennen Sie an unregelmäßig geformten Löchern. Meist liegen mehrere dicht beieinander. Pelzkäfer fressen vom Ende einer Faser her, sodass bei einem befallenen Pelz oft ganze Fellbüschel ausfallen. Waschen Sie befallene Textilien bei mindestens 60 Grad oder geben Sie diese in die Reinigung. „Alternativ legen Sie die Kleidung ein paar Tage in die Tiefkühltruhe“, empfiehlt Steidle. Der Handel bietet spezielle Lockstofffallen an. Mit ihnen können Sie feststellen, ob Motten oder Käfer bei Ihnen eingezogen sind. Zur Vorbeugung schlagen Sie Kleidung, die Sie länger nicht tragen, in Papier- oder Plastiktüten ein und lagern sie kühl. Auch Duftsäckchen mit Lavendel halten Kleidermotten von Ihren Textilien fern.

Gefahr für die Gesundheit

Mehlmotten und Brotkäfer verunreinigen Lebensmittel mit Kot, Häutungsresten und Spinnfäden. Solche Hinterlassenschaften sind nicht nur unappetitlich, sie können im schlimmsten Fall Hauterkrankungen, Allergien und Darmbeschwerden verursachen. Lagern Sie Lebensmittel in dicht schließenden Behältern und achten Sie darauf, dass die Verpackung beim Kauf unbeschädigt ist. Bei einem Schädlingsbefall verteilen sich Bakterien und Krankheitserreger in der gesamten Packung. „Werfen Sie betroffene Lebensmittel weg, und waschen Sie Ihre Vorratsschränke gründlich aus“, rät Experte Steidle. Auch gegen diese Schädlinge hält der Handel Lockstofffallen bereit.

Mäuse und Ratten können Krankheitserreger wie Hantaviren ins Haus tragen, aber auch Zecken und Flöhe, die wiederum Krankheiten übertragen. Angefressene Lebensmittelvorräte, Nagespuren, Kot oder Pfotenabdrücke sind Hinweis auf die ungebetenen Gäste. Lagern Sie Lebensmittel ausschließlich so, dass sie für die Nager unerreichbar sind, entsorgen Sie ausgediente Einrichtungsgegenstände, Textilien, Verpackungsmaterialien und Altpapier zügig. Zur Abwehr stellen Sie eine Mause- oder Rattenfalle auf und sichern Kellerfenster und Abflüsse mit Gittern.

Wann ist es Zeit für einen Kammerjäger?

Werden Ratten zur Plage, hilft oft nur noch Gift. Da die einschlägigen Substanzen aber auch für andere Tiere und Menschen gefährlich sind, sollten Sie den Umgang damit Profis überlassen. Fachbetriebe in Ihrer Nähe finden Sie im Internet oder in den Gelben Seiten unter dem Stichwort „Schädlingsbekämpfung“. Ein Fall für den Kammerjäger sind auch Ameisennester. Treten diese Tiere in Massen auf, können sie nämlich nicht nur Elektroleitungen im Haus, sondern sogar die Bausubstanz schädigen. Wespen- und Hornissennester sollten Sie gleichfalls nur von Experten umsiedeln lassen. Dasselbe gilt für die Bekämpfung von Kakerlaken und Bettwanzen. Ohne Chemie werden Sie dieser Tiere kaum Herr.

Gerade Bettwanzen haben sich in den letzten Jahren in Deutschland und Österreich vermehrt breitgemacht – oft im Reisegepäck eingeschleppt. „Zwar können Sie diese blutsaugenden Tiere mit Insektensprays bekämpfen, allerdings sind sie in den letzten Jahren resistent gegen bestimmte Mittel geworden“, erklärt Steidle. „Fragen Sie besser einen Schädlingsbekämpfer um Rat. Er weiß, welche Stoffe gute Wirkung zeigen.“

 

 


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