Alles aus Liebe
Elf berührende Geschichten von selbstlosen Partnern, Geschwistern, Eltern, Kindern und Freunden.
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Das schönste Geschenk für die Schwester
Ich spende dir eine Niere!“ Dieser bedeutungsschwere Satz fiel im August 2021 bei einer gemein-samen Radtour, als Irmgard Haack ihrem Bruder nach langem Zögern gestand, dass sie zum Jah-reswechsel mit der Dialyse beginnen musste. „Meine Reaktion war impulsiv, aber nicht unüberlegt“, erinnert sich Hans-Jürgen Fiedler. „Seit Beginn von Irmgards Erkrankung 2014 hatte ich diese Option immer wieder im Kopf.“
Damals wurde bei seiner drei Jahre älteren Schwester eine schwere Vaskulitis diagnostiziert – das ist eine chronische Gefäßentzündung, bei der das Immunsystem die Blutgefäße angreift. Bei der zum Zeitpunkt der Diagnose 51-jährigen Pflegefachkraft waren vor allem die Nieren betroffen.
Fiedler, ein kaufmännischer Angestellter, wusste von einem Kollegen, dass dieser seiner Frau bereits vor Jahren eine seiner Nieren gespendet hatte. Beiden – der Empfängerin und dem Spender – ging es seit der Transplantation sichtbar besser. „Sie konnten endlich wieder normal leben“, so der Eindruck von Fiedler, der – als einer von insgesamt vier Brüdern – zur ältesten Schwester schon seit früher Kindheit eine besonders enge Beziehung hatte.
„Wir konnten uns schon immer gut ineinander einfühlen“, bestätigt Haack. Dennoch hätte sie ihren Bruder niemals um diese weitreichende Entscheidung bitten können, ist sie sich sicher. „Das ist so ein unwiderruflicher Schritt und ein Geschenk, für das ich ihm niemals dankbar genug sein kann“, sagt sie mit Tränen in den Augen.
Genetisch harmonieren die Geschwister perfekt miteinander – das ergab die Spenderuntersuchung, die Fiedler noch im August 2021 am Uniklinikum Erlangen vornehmen ließ. „Das Einzige, das überhaupt nicht zusammenpasste, waren unsere Blutgruppen“, erzählt Haack.
Diese Komplikation räumte das Erlanger Transplantationszentrum mit einem Kombinationsverfahren erfolgreich aus dem Weg: „Wir arbeiten im Fall einer Lebendspende mit inkompatiblen Blutgruppen mit einem sehr effektiven Verfahren, bei dem eine einmalige medikamentöse Infusion mit mehreren Blutwäschen kombiniert wird“, berichtet Dr. Katharina Heller, Leiterin der Geschäftsstelle des Transplantationszentrums Erlangen-Nürnberg. Dank der umfassenden Vorbereitung verlief die Transplantation des Organs komplikationslos, und die Niere von Hans-Jürgen Fiedler nahm im Körper von Irmgard Haack umgehend ihre Arbeit auf. „Mir geht es schon jetzt so viel besser als vorher. Die Immun¬suppressiva, die ich künftig einneh-men muss, damit mein Körper die fremde Niere nicht abstößt, wirken sich auch positiv auf die Va-skulitis aus“, sagte die Empfängerin des Spenderorgans unmittelbar nach dem Eingriff freudestrahlend.
Und ihr Bruder erklärt: „Jetzt bin ich einmal mehr froh, diese Entscheidung getroffen zu haben. Ich hätte nicht mit dem Gedanken weiterleben können. Es wäre gegangen, aber ich habe es nicht probiert.“
Kerstin Bönisch
Für die Freundin fliegt sie 2400 Kilometer
Kristen Kruse wusste besser als die meisten anderen, dass ihre Freundin Stephanie Zimmerer, die sie seit mehr als 20 Jahren kannte, ungern alles stehen und liegen lassen würde, um 2400 Kilometer weit zu reisen. Aber dann rief sie Stephanie mit einer überraschenden Nachricht an. Kristens Mutter, Sandra Thompson, bei der zwei Jahre zuvor Krebs diagnostiziert worden war, blieben nur noch wenige Tage zu leben. Ihr letzter Wunsch: Ihre Tochter und deren langjährigen Partner Tyler Butler heiraten zu sehen.
Die beiden hatten zwei gemeinsame Kinder und den Bund der Ehe noch nicht geschlossen. Aber nun stand die Erfüllung des Wunsches der Mutter an erster Stelle, und so versuchte Kristen, in nur drei Tagen eine Hochzeit auf die Beine zu stellen. Obwohl sie sich sehr wünschte, ihre Freundin in ihrer Nähe zu haben, sagte sie ihr, sie müsse nicht zur kurzfristig anberaumten Hochzeit kommen. Sie bat Stephanie aber darum, die Zeremonie von ihrem Zuhause im US-Bundesstaat Nebraska aus über FaceTime zu verfolgen.
Doch Stephanie beschloss, zur Hochzeit zu fliegen. „Ich wollte einfach ein bisschen Freude in diese traurige Zeit bringen“, sagt sie. Kurz darauf flog sie nach Florida. Nach einer langen Umarmung machten Kristen und ihre Freundin sich an die Arbeit. Stephanie erledigte zahlreiche Besorgungen und sorgte dafür, dass Kristen alles hatte, was sie brauchte. Am großen Tag führte sie die Gäste zu ihren Plätzen und war dann das Blumenmädchen.
Die Trauung und das Abendessen mit nur einer Handvoll geladener Gäste fanden im Garten von Kristens Mutter und Stiefvater statt. Während der Zeremonie saß ihre Mutter in einem Gästezimmer mit großem Fenster, von wo aus sie „einiges hören, das meiste sehen und die ganze Liebe in ihrem Garten spüren konnte“, berichtet Kristen Kruse, die an diesem Tag zu Kristen Butler wurde.
Ein paar Tage später verstarb Sandra Thompson. Kristen bezeichnet ihren Hochzeitstag als „den besten und schlimmsten Tag meines Lebens“, weil so viele Gefühle in ihr hochkamen – Freude und Trauer. Aber sie hat es überstanden, nicht zuletzt dank ihrer langjährigen Freundin.
„Ich brauchte ihren klaren Kopf“, sagt sie. „Ich brauchte ihre ermutigenden Worte. Ich brauchte ihre Umarmungen. Ich brauchte sie, um mir Geschichten zu erzählen, die mich an gute Zeiten erinnerten. Ich brauchte sie, um meiner Mutter Lebewohl zu sagen. Ich brauchte sie einfach an meiner Seite. Es bedeutet mir und meiner Familie so viel, dass sie da war.“
RD
Für die Ehefrau wühlt er im Müll nach Ringen
Mit geschmolzener Butter übergossenes Popcorn ist lecker, hinterlässt aber einen fettigen, wenn auch köstlichen Film an den Händen. Das bereitete Jeannine und Steve Van Ysseldyk aus Mission, Kanada, ein unerwartetes Problem. Die beiden aßen eine Tüte des Snacks auf dem Rasen vor ihrem Haus, als sie etwas davon verschütteten. Jeannine hob das heruntergefallene Popcorn auf und warf es auf den Komposthaufen.
Am nächsten Tag stellte sie fest, dass sowohl ihr Verlobungs- als auch ihr Ehering verschwunden waren. Nachdem sie überall gesucht hatten, wurde ihnen klar, dass die Ringe wohl von Jeannines Finger auf den Komposthaufen gerutscht sein mussten, als sie das Popcorn wegwarf. Deshalb wollten sie den Kompost durchsieben, aber die Müllabfuhr hatte ihn bereits abgeholt.
Steve ist ein tatkräftiger, entschlossener Mann. Am nächsten Tag fuhr er zur Mülldeponie und fragte, ob er die 18 Tonnen Kompost durchsuchen dürfe, um die Ringe seiner Frau zu suchen. „Ich habe überlegt, wie ich ihm beibringen könnte, dass er seiner Frau neue Ringe kaufen müsse“, erzählte der Deponiebetreiber Denny Webster dem kanadischen Sender CTV News. Aber Webster ist ein netter Kerl und gab Steve nicht nur grünes Licht, sondern schuf mit einem Bagger auch kleinere Haufen, damit Steve leichter herumwühlen konnte.
Nach einer Weile erkannte Steve im Müll etwas: „Meine Popcorn-Tüte!“, rief er aufgeregt, als würde er alte Freunde treffen. Wie durch ein Wunder fand er den Verlobungsring und eine Stunde später auch den Ehering. Steve rief sofort Jeannine an, die vor Freude weinte. Nicht nur, weil er die Ringe gefunden hatte. Sondern, wie Jeannine sagt, „weil ich weiß, wie sehr er mich liebt, dass er bereit ist, einen matschigen, stinkenden Komposthaufen zu durchwühlen.“
Steve Van Ysseldyk war nicht der Einzige, der nach einem Schatz grub. Micherre Fox, die gerade ihr Masterstudium an der Fordham University in New York, USA, abgeschlossen hatte, und ihr Freund Trevor Ballou beschlossen, zu heiraten. Micherre packte ihr Zelt, ein Feldbett sowie Werkzeuge und fuhr in den Crater of Diamonds State Park im US-Bundesstaat Arkansas. Seit 1972 wurden in dem Park etwa 35 000 Diamanten gefunden, und die junge Frau war entschlossen, den 35 001. Diamanten für ihren Ehering zu finden.
Die Suche war mühsam und anstrengend. Nach drei Wochen war Micherre bereit, aufzugeben. Da fiel ihr ein glänzendes Objekt in der Größe eines menschlichen Zahns ins Auge. Sie bezweifelte, dass es sich um einen echten Diamanten handelte, hob das Teil jedoch auf, reinigte es und ließ es im Büro des Parks begutachten.
Jackpot! Es war ein weißer Diamant mit einem Gewicht von 2,3 Karat. Ein Gemmologe schätzte den Wert auf 50.000 US-Dollar (rund 43.000 Euro).
All die Mühen, diesen Edelstein zu finden, waren es wert gewesen, sagte Micherre Fox später dem TV-Sender CBS News. So konnte sie ihrem Verlobten etwas beweisen. „Das war für mich die perfekte Gelegenheit zu zeigen, wie sehr ich mich für unsere Beziehung engagiere.“
RD
Für den Stiefvater quer durch die USA
Das alte Klischee vom bösen Stiefvater traf auf Roger McElroy ganz sicher nicht zu. Er legte Wert darauf, stets für seine Stieftochter Brooke Johnson da zu sein. In Zeiten, in denen das Leben Brooke vor große Herausforderungen stellte, unterstützte McElroy sie. Er hinterließ ihr beispielsweise eine Sprachnachricht, als es ihr nicht besonders gut ging: „Alles wird gut. Wir werden das durchstehen.“
Im Jahr 2024 erlitt McElroy einen schweren Sturz, nach dem er querschnittsgelähmt blieb. Während sie an seinem Krankenbett saß, erzählte Brooke ihrem Stiefvater von ihrem Traum, die USA als erste Frau auf einem Skateboard zu durchqueren. Er wollte daran teilhaben, und sie planten, dass sie ihn in seinem Rollstuhl über die Ziellinie schieben würde.
Sie war sich nicht sicher, ob sie das schaffen würde, aber McElroy glaubte an sie. „Ich sagte: ‚Roger, das ist ein großes Land.‘ Und er antwortete: ‚Du schaffst das schon‘“, erzählte Brooke in der TV-Sendung Good Morning America.
Dreieinhalb Wochen nach dem Sturz starb er allerdings an den Folgen seiner Verletzungen. Brooke, damals 29 Jahre alt, beschloss, zu seinen Ehren mit dem Skateboard quer durch das Land zu fahren. Unterwegs wollte sie Spenden für Wings for Life sammeln, eine gemeinnützige Organisation, welche die Forschung im Bereich Rückenmarksverletzungen unterstützt.
Begleitet von einem Videoteam und mit einem Medaillon um den Hals, in dem sich McElroys Asche befand, begann sie ihre Reise im April 2025 am Strand von Santa Monica im US-Bundesstaat Kalifornien. Ihr Ziel: Virginia Beach an der Ostküste, gut 5200 Kilometer entfernt.
Mit einer durchschnittlichen Tagesleistung von 50 bis 80 Kilometer führte Brookes Reise sie über Berge und durch Städte, bei Regen und sengender Hitze. Der Gedanke an ihren Stiefvater begleitete sie auf dem gesamten Weg: Alles wird gut. Wir schaffen das. Nach 119 Tagen erreichte sie ihr Ziel. „Roger war immer für mich da, dafür bin ich ihm jeden Tag dankbar“, sagt Brooke.
RD
Für den Ehemann riskiert sie ihr Leben
An einem nebligen Februar¬morgen im Jahr 2025 ging der pensionierte Polizist Ramesan Nair E. K. zusammen mit seiner Frau P. K. Padmam über ihr Grundstück in der Kleinstadt Piravom im Süden Indiens. Sie hatten sich dort mit Verwandten getroffen, um schwarzen Pfeffer zu ernten. Bald kletterte Ramesan, ein fitter 64-Jähriger, auf einen Baum, der gefährlich nahe am Brunnen stand. Er pflückte Pfeffer von den Ranken, die sich um den Stamm wanden.
Dann durchdrang ein scharfes Knacken die Stille des Morgens. Der Ast, auf dem sich Ramesan befand, brach, und der Mann verlor das Gleichgewicht. Er stürzte in den zwölf Meter tiefen Brun-nen und schlug dabei mit Kopf und Rücken gegen die Wand.
Padmam hörte den Lärm und eilte zum Brunnen. Sie schaute hinunter und rief nach ihrem Mann. Seine schwache Stimme hallte zurück. Sie suchte hastig nach einem Seil und ließ es in den Brunnen hinab, damit er sich daran hochziehen konnte.
Einige Sekunden lang wartete sie auf eine Antwort. Dann rief er: „Ich kann nicht! Ich bin zu schwach und mein Bein ist verletzt.“
Padmam griff nach dem dicken Seil, das an der Seilwinde des Brunnens befestigt war. Während sie ein Ende des Seils an einem nahe gelegenen Baum festband, wies sie einen Verwandten an, die Feuerwehr zu rufen. Nachdem sie das andere Ende des Seils um ihre Taille gebunden hatte, kletterte Padmam auf den Brunnenrand und seilte sich ab.
Die moosbedeckte Wand war glitschig und ihre Füße rutschten immer wieder ab. Unterdessen schnitt das Seil in ihre Hände und hinterließ blutige Risse auf ihren Handflächen. Auf halber Strecke verlor Padmam den Halt. Sie stürzte und landete auf einem Vorsprung. Der Aufprall raubte ihr den Atem. Während sie nach Luft schnappte, blickte sie angestrengt hinunter, in der Hoffnung, Ramesan zu entdecken. „Aber ich sah nur Wasser“, erzählt die mutige Frau.
Ohne zu zögern sprang sie hinab. Das hüfthohe Wasser war kalt und sie fühlte Tiere um sich herum – Fische, Frösche, Insekten und kleine Schlangen. Padmam tastete umher, bis ihre Hand die Schulter ihres Mannes berührte. Er war bewusstlos und rutschte ab, den Kopf gerade noch über Wasser.
Weder Padmam noch Ramesan sind groß. Aber ihre durchschnittliche Größe und Statur täuschen darüber hinweg, wie stark die Arbeit auf den Feldern sie gemacht hatte, auch wenn sie nur Teilzeitbauern waren. Padmam sammelte ihre Kräfte, hob ihren Mann hoch und lehnte ihn gegen die Wand des Brunnens, um sicherzustellen, dass sein Kopf über Wasser blieb.
Sie beugte sich zu ihm hinunter, in der Hoffnung, einen Puls oder einen Atemzug zu spüren – irgendetwas, das darauf hindeuten würde, dass er noch lebte. Dann spürte sie es. Einen Atemzug. Er war schwach. „Ich bin bei dir“, sagte sie zu ihrem Mann. „Ich werde dich nicht gehen lassen.“ Ramesan öffnete langsam die Augen. Gemeinsam warteten sie auf Hilfe.
Zwölf Meter über ihnen herrschte derweil reges Treiben. Die Feuerwehr war eingetroffen, und die Ersthelfer ließen nun einen Rettungskorb in den Brunnen hinab. Padmam half ihrem Mann in den Korb und sah dann zu, wie er Zentimeter für Zentimeter nach oben gezogen wurde. Nachdem Ramesan endlich in Sicherheit war, war Padmam an der Reihe.
Wie durch ein Wunder hatten die beiden keine schweren Verletzungen davongetragen. Und der Tag, der wie jeder andere neblige Februarmorgen begonnen hatte, endete als bleibende Erinnerung für das Paar: Eine so starke Liebe kann in die Dunkelheit hinabgleiten – aber sie wird auch wieder aufsteigen.
Adila Matra
Für seine Eltern hat er den Kredit abbezahlt
Als Sho Dewan und seine Frau Janet Fong im Mai 2025 mit seinen Eltern am Esstisch in ihrem Haus in Los Angeles, USA, zusammensaßen, hofften die älteren Dewans auf Neuigkeiten über die nächste Generation ihrer Familie. Sho und Janet hatten im November geheiratet, und seine Eltern sehnten sich nach Enkelkindern.
Sho reichte seiner Mutter einen Umschlag. Darin befand sich eine Karte mit der Aufschrift: „Beste Mutter aller Zeiten!“ und dem Zusatz „und bap“ („Vater“ auf Bengali). Seine Mutter schaute zu ihrer Schwiegertochter und dachte begeistert: Sie ist schwanger!
Ähm, nein, war sie nicht. Aber in dem Umschlag steckte eine andere Überraschung.
Vor fast 30 Jahren lebte die Familie in Bangladesch. Shos Vater war Maschinenbauingenieur und seine Mutter Lehrerin. Aber seine Eltern glaubten, dass die Aussichten für ihren Sohn und ihre kleine Tochter in den USA besser sein würden. Als Sho fünf Jahre alt war, packte die Familie die Koffer und zog nach Südkalifornien.
Anfangs war es schwer. Die beruflichen Qualifikationen des Paares wurden nicht anerkannt, und die beiden mussten jede Arbeit annehmen, die sie finden konnten. Shos Vater briet Hähnchen in einem Schnellrestaurant und putzte in einem Supermarkt. Die Mutter arbeitete in einem Casino. „Sie taten alles, um die Familie zu ernähren“, erzählte Sho dem Magazin People. Seine Eltern beklagten sich nie und drängten Sho auch nicht, einen gut bezahlten Job anzustreben. Stattdessen ermutigten sie ihn, seine Träume zu verfolgen.
Shos Eltern bildeten sich fort, und mit der Zeit bekam der Vater besser bezahlte Jobs bei der Post und in einem Krankenhaus. Schließlich konnte sich die Familie sogar ein eigenes Haus leisten. In der Zwischenzeit folgte Sho dem Rat seiner Eltern und gründete eine Karriereberatungsfirma namens Workhap. Das Vertrauen seiner Eltern hatte sich ausgezahlt, der Sohn war erfolgreich.
Aber etwas ließ Sho nicht los. Seine Eltern, die inzwischen im Ruhestand waren, zahlten immer noch jeden Monat ihre Hypothek ab. Für den Sohn war es an der Zeit, etwas zurückzugeben. Nach allem, was sie für ihn getan hatten, verdienten seine Mutter und sein Vater ein angenehmes Leben ohne Schulden.
Zurück am Esstisch: In dem Umschlag fand Shos Mutter eine Zeichnung ihres Hauses mit der Aufschrift „Unser Zuhause“ auf der Rückseite eines Schecks. Zuerst waren Shos Eltern verwirrt. Dann begriffen sie: Sho hatte einen sehr hohen Scheck ausestellt, der den Rest ihrer Hypothek ab-deckte.
„Das war schon immer mein Traum“, sagt Sho. „Ich möchte mich um meine Eltern kümmern, weil sie sich um uns gekümmert haben.“
RD
Ein spezielles Tattoo für den Sohn
Heute“, schrieb Eric Conklin im August 2025 in einem Beitrag auf Instagram, „habe ich mir ein Tattoo stechen lassen, das mir mehr bedeutet als alles andere, was ich jemals auf meine Haut bringen werde.“
Das Tattoo auf seiner Brust ist unübersehbar, wenn er sein Hemd auszieht. Es ist weder eine Rose, noch steht dort ein Name – es stellt eine lange Narbe dar. Das Tattoo befindet sich nicht nur über dem Herzen, es kommt auch aus dem Herzen.
Etwa ein Jahr bevor er sich tätowieren ließ, wurde Conklins Welt erschüttert. Sein Sohn Bennett wurde mit einem Herzfehler geboren. In den ersten 30 Tagen musste der kleine Benny mehrere Operationen über sich ergehen lassen, um den Fehler zu korrigieren. Aber der Junge war ein Kämpfer und überlebte die Tortur.
Mit dieser Narbe aufzuwachsen, würde die nächste Schlacht sein, die Benny bestehen musste, und der Vater wollte nicht, dass er sie allein bestreiten musste. Im Sunken Ship Tattoo Studio in Boon-ton, USA, gab er Jimmy Ingram ein Foto von Bennys Narbe und sagte: „Mach mir so eine!“
Das mag vielleicht extrem erscheinen. Aber Conklin sagt: „Ich wollte Benny zeigen, dass er in diesem Kampf nie allein ist. Seine Narbe ist seine Überlebensgeschichte. Meine ist ein Versprechen: Was auch immer er trägt, ich trage es auch.“
RD
Blühender Heiratsantrag für die Freundin
Wäre Will Henderson ein Dichter, hätte er seiner langjährigen Freundin Steph Carter vielleicht ei-nen lyrischen Heiratsantrag gemacht. Aber Henderson ist Farmer in New South Wales, Australien, also machte er ihr einen Antrag, wie es nur ein verliebter Landwirt tun kann. Es dauerte fünf Monate, um eine spezielle Rapssorte anzupflanzen, sie zu schneiden, zu formen und sich den Kopf darüber zu zerbrechen.
Als der Raps Anfang September blühte, stiegen Henderson und Carter, eine Lehrerin, auf seinen Wunsch hin in ein kleines Flugzeug. Sie erwartete einen Rundflug, ein Erlebnis, die sie schon ein-mal genossen hatte. Als sie jetzt über die Felder flogen, sah sie statt Luzerne oder Mais ein Feld mit leuchtend gelben Buchstaben, die etwa zwölf Meter breit waren. Zusammen ergaben sie den Satz „WILL YOU MARRY ME?“ (Willst du mich heiraten?).
„Ich ahnte, dass Will mir bald einen Antrag machen würde“, erzählt Steph Carter. „Aber ich hätte nicht erwartet, dass er es auf diese Weise tun würde.Sie musste nicht lang überlegen und sagte von Herzen „Ja“.
RD
Für seinen besten Freund springt er in den Alligator-Teich
Bonner Herrings Morgenritual bestand darin, den Teich auf seinem Grundstück in Southport, US-Bundesstaat North Carolina, nach einem etwa 2,5 Meter langen Alligator abzusuchen, der es sich zur Gewohnheit gemacht hatte, sich am Ufer zu sonnen. Wenn die Luft rein war, ließ Herring seinen vierjährigen schwarzen Labrador Retriever Strike hinaus, damit er herumlaufen konnte. Aber am 16. Juni 2025 war Herring mit Gartenarbeit beschäftigt und vergaß seine übliche Kontrolle des Teiches. Strike rannte los und tollte sorglos herum, wie Hunde das eben so tun.
Etwa 45 Minuten, nachdem er begonnen hatte im Garten zu arbeiten, bemerkte Herring, dass etwas nicht stimmte. Er erzählte später einem lokalen TV-Sender: „Ich hörte Strike bellen, wie ich es noch nie zuvor gehört hatte.“ Herring rannte sofort zum Teich und sah Strike im Maul des Alligators. Der Hund kämpfte verzweifelt darum, seinen Kopf über Wasser zu halten. Das war alles, was Herring sehen musste, bevor er in den Teich sprang. Er packte Strike und versuchte verzweifelt, ihn zu befreien. Der Alligator lockerte tatsächlich seine Kiefer und ließ dann den Hund sogar los. Herring begann, mit ihm wegzuschwimmen.
Der Alligator folgte ihnen zunächst, doch dann wandte er sich ab und ermöglichte es dem Mann, sich und seinen Hund ans Ufer zu retten. Strike überlebte den Angriff nur knapp. Sein rechtes Bein war an drei Stellen gebrochen, er hatte zahlreiche Wunden und innere Blutungen. Herring sagt, er sei einfach nur froh, seinen Freund wiederzuhaben.
„Als ich zum Teich kam, hatte er diesen Blick, der flehte: ‚Bitte tu etwas, Daddy‘“, erzählte Herring dem Fernsehsender. „Ich traf die Entscheidung, dass ich ohne ihn nicht nach Hause gehen würde.“
RD
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